Uni Erlangen untersucht Kosten-Nutzen-Potenziale
„Im Gegensatz zu anderen Bereichen der Wirtschaft ist der Einsatz von RFID zur Identifikation, Verwaltung und Verfolgung von Akten in Anwaltskanzleien kaum etabliert", so Markus Haushahn vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik III an der Uni Erlangen. Der Wirtschaftsinformatiker untersucht seit Jahren die Nutzenpotenziale der Technologie in diesem Bereich. Unter anderem hat der Lehrstuhl unter Leitung von Prof. Michael Amberg zusammen mit weiteren Partnern aus der Forschung und der Wirtschaft in einer Studie die Kosten-Nutzen-Potenziale des RFID-Einsatzes betrachtet.
Dabei wurde eine Pilotkanzlei in Aschaffenburg mit der Referenzkanzlei Sonntag und Partner in Augsburg verglichen, welche das RFID-System an 35 Arbeitsplätzen für das Dokumentenmangement inklusive Aktensuche bereits seit sechs Jahre einsetzt. Bei der Analyse wurden auf Basis von Interviews sieben qualitative und 18 quantitative Nutzenpotenziale der RFID-Technologie identifiziert. „Als quantitative Nutzenpotenziale konnten beispielsweise ausgemacht werden, dass Suchzeiten sowie doppelte Wege entfallen und Informationen direkt bereitgestellt werden können. Früher wurden Akten nicht gefunden, weil Anwälte diese mit nach Hause oder zu einem Mandanten genommen haben. Aber auch die Arbeitsorganisation verbessert sich, indem sich doppelte Wege einsparen lassen.
Dass sich die Technologie noch nicht durchgesetzt hat, sieht der Wissenschaftler vor allem in der mangelnden Akzeptanz begründet. „Es hat sich gezeigt, dass die Akzeptanz in großen Kanzleien höher ist als in kleinen. Hier haben Mitarbeiter Sorge, dass durch die Automatisierung ihr Arbeitsplatz wegrationalisert wird. In der Referenzkanzlei war diese genau entgegengesetzt. Die Sekretärinnen waren froh über die Entlastung. Dies lässt den Schluss zu, dass mit zunehmender Laufzeit des Systems die Akzeptanz bei den Mitarbeitern steigt." Dabei sei die Wirtschaftlichkeit laut Markus Haushahn durchaus gegeben. „Die Analyse hat ergeben, dass sich der RFID-Einsatz bei Kanzleien ab fünf Mitarbeitern rechnet. So liegt die Amortisationszeit bei rund einem halben Jahr (0,61 Jahren), wobei die Nutzenpotenziale steigen, je größer die Kanzlei ist", so Haushahn.
Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der Novemberausgabe von "RFID im Blick".


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






