Optimierung der Bestandsverwaltung in Bibliotheken
Christian Fochler berichtete im Rahmen des 3. Wildauer Symposiums über den aktuellen Stand des Forschungsprojekts BiblioScan. Partner des Kooperationsprojekts sind die Technische Hochschule Wildau, Gera-Ident, Bibliotheca RFID Library Systems und asitos. Ziel ist die Optimierung der Bestandsverwaltung in Bibliotheken durch den Einsatz von RFID und 3D-Visualisierung. Die Projektlaufzeit ist vom September 2009 bis zum August 2011 festgelegt.
Vollständige Übersicht über Medienstandorte
„Im Endeffekt wollen wir Bibliotheken die Möglichkeit bieten, einen vollständigen Überblick über die Verfügbarkeit, den aktuellen Standort sowie die Nutzung von Medien zu erhalten. Für den Fall, dass ein Buch nicht entliehen ist, aber auch nicht im Regal steht, weil jemand im Haus damit arbeitet, gibt es noch keine Erfassungsmöglichkeit. An diesem Punkt will unser System ansetzen, um die tatsächliche Nutzungshäufigkeit von Büchern auch in Freihandbeständen zu erfassen. Dazu erarbeiten wir eine Lösung, die exakte Informationen über den momentanen Standort eines Buches liefert. Das kann auch bei der Suche nach verstellten Medien helfen", erklärte Fochler dem Publikum.
3D-Visualisierung in Arbeit
Die genaue Standorterfassung der Medien innerhalb einer Bibliothek biete laut Fochler Vorteile, wie eine permanente Inventur. So könne eine Bibliothek beispielsweise mit den Daten auch Profile zur Mediennutzung erstellen und so das Angebot besser auf ihre Besucher ausrichten, die Informationen im OPAC ergänzen oder Innenraum- Navigationshilfen anbieten. Dafür arbeitet Bibliotheca im Rahmen des Projekts an einem neuen Modul zur zeitnahen Bestandsübersicht, Gera-Ident entwickelt spezielle RFID-Etiketten und das Softwareunternehmen asitos erprobt die Visualisierung des Standortes in 3D.
Bei Bestandserfassung besteht Forschungsbedarf
„Heutzutage gibt es für Bibliotheken zwei Möglichkeiten für eine zeitnahe Bestandserfassung: Die erste sind ‚intelligente' Regale, die zweite sind Handhelds", erklärt Fochler. Intelligente Regale würden laut Fochler im Bibliothekswesen deshalb nicht flächendeckend eingesetzt, weil sie erhebliche Investitionen erfordern würden, die meist nicht zur Verfügung stünden. Aktuelle Handheld-Lesegeräte seien ebenfalls nicht für die zeitnahe Bestandsübersicht geeignet, da eine permanente Inventur mit den mobilen Readern bezüglich des Personalaufwandes nicht zu verkraften sei. Versuche in der Bibliothek der TH Wildau hätten darüber hinaus gezeigt, dass selbst bei neueren Modellen unter den aktuell üblichen Aufstellungsbedingungen der Medien nur selten 100 Prozent in ausreichender Zeit erfasst würden.
Ortungs- und Identifikationssystem in Erprobung
„Wir werden uns künftig daher mit einer Kombination aus Ortungs- und Identifikationssystem für Medien in Bibliotheken beschäftigen. Eine wichtige Rolle spielen hierbei auch Dual-Systeme, das heißt Lesegeräte, die sowohl HF als auch UHF verstehen. Ziel ist, ein System zu entwickeln, das dem Bibliothekar und Bibliotheksnutzer gleichermaßen dient, beispielsweise als Innenraum-Navigationshilfe", gibt Fochler einen Ausblick.
Bild: zimmytws (Fotolia.com)


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






