Counter-Lösung soll Wartezeiten verkürzen
Sixt ist mit einer „Leihflotte" von gut 45 000 Fahrzeugen der größte Autovermieter Deutschlands. Um die Verfügbarkeit der Fahrzeugflotte zu erhöhen und die Wartezeiten an den Sixt-Countern zu verkürzen, setzt das Unternehmen seit 2006 eine RFID-gestützte Lösung von B&M Tricon und Deister Electronic ein. Ende 2010 sind bereits alle großen deutschen Flughäfen und rund 80 Sixt-Filialen mit der RFID-Lösung ausgerüstet.Zudem sollen auch europaweit Installationen in Madrid, Barcelona und Mallorca erfolgen. „Für das Jahr 2011 planen wir die Lösung auch auf andere Auto-Vermietunternehmen auszuweiten", erklärt Thomas Heijnen, Country Manager von B&M Tricon im Interview mit „RFID im Blick".
Die RFID-Lösung umfasst unter anderem eine „Counter-Lösung" bei der pro Vermiet-Counter ein Schreibtischcontainer mit drei Schubladen installiert ist. Die obere und untere Schublade sind jeweils mit einem HF-RFID-Reader ausgestattet. Auf einer Art Tablett (Rack) sind rund 20 Schlüssel mit RFID-Anhängern platziert, die in einem 45 Grad-Winkel in die Schubladen eingesteckt werden. „Dieser Winkel ist notwendig um die gewünschten Funkeffekte zu erzielen und rund 20 Schlüssel ohne Störung auslesen zu können", so Heijnen. Sobald ein Schlüssel in das Rack aufgenommen wird, sendet der Reader die Daten, wie die Counter-Nummer, den Ort und weitere Informationen an die Sixt-Zentrale.
Für die Rückgabe der Schlüssel wurde eine sogenannte „Safe-Lösung" in Form von „Briefkästen" installiert. Diese besteht aus einem RFID-Reader und einer separaten RFID-Antenne in Form einer Kunststoffplatte. Nachdem ein Kunde das gemietete Auto wieder abgestellt hat, kann er den RFID-Schlüssel in einen „Briefkasten" einwerfen. Dort fallen die Schlüssel auf ein RFID-Antennenfeld und werden ausgelesen. Die Reader-Einheit sendet über eine Ethernet-Schnittstelle die Daten an die jeweilige Sixt-Filiale, wo sich der Schlüsselbriefkasten befindet. Anschließend erfolgt die Übertragung der Daten über das Sixt WAN-Netzwerk an die Sixt-Zentrale. „Bereits ab diesem Zeitpunkt ist das Auto für den nächsten Kunden verfügbar und kann sofort wieder vermietet werden", erklärt Heijnen.
Da sich die Abgabeparkplätze nicht überall in der Nähe eines Sixt-Büros befinden und somit dort auch keine Kommunikationsmöglichkeiten mittels Ethernet vorhanden sind, wurden als zweite Safe-Lösung sogenannte E-Return- Säulen installiert. „Da wir in diesem Falle keine Ethernet-Leitung nutzen können, setzen wir bei der Säule auf ein Telekommunikationsnetzwerk mittels GPRS beziehungsweise UMTS", so Heijnen. In der Säule wurde ein Fahrzeugdock eines Ruggedized PDA installiert, an welche eine externe RFID-Antenne angeschlossen wurde. „Diese Verbindung mussten wir vornehmen, da wir sonst einen faradayschen Käfig erzeugt hätten, sobald wir aus dem Inneren herausfunken wollen", so Heijnen.
Auf dem PDA wurde eine Software programmiert, die die Antenne abfragt, sobald ein Schlüssel eingeworfen wird. Der PDA setzt daraufhin die Informationen seriell ins Kommunikationsnetz um und schickt diese an die Sixt-Zentrale. Die Lösung wurde jüngst mit dem ersten Preis des RFID-Mittelstandsaward 2010 im Rahmen des 5. RFID-Anwendersymposiums in Stuttgart gekürt.
Bild: B&M Tricon


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...







