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Viele Fehler bei der Kartenproduktion vermeidbar

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Experten beim Fogra-Forum-Smart-Card-Produktion diskutieren neue Materialien und Drucktechniken

Was sind die Ursachen für den elektronischen Funktionsausfall bei Smart Cards? Welchen Einfluss hat die Elektrostatik? Welche neuen alternativen Kunststoffe gibt es zur Herstellung für die Chipkarten? Diese und andere Fragen diskutieren Experten beim Fogra-Forum-Smart-Card-Produktion am 7. April in München. „Oft existieren falsche Erwartungen seitens der Kartenherausgeber, was eine Karte aushalten kann oder soll. Viele Probleme, die bei der Kartenherstellung auftreten können, sind dem Herausgeber beziehungsweise Besteller nicht bekannt oder ein Austausch auf technischer Ebene findet nicht statt", erklärt Arne Müller, Leiter der Abteilung Druckweiterverarbeitung/ID-Karte, Fogra Forschungsgesellschaft Druck, gegenüber „RFID im Blick".

„Hier sehen wir uns als Fogra in der Pflicht, Forschung und anschließend Beratung zu leisten und über zukünftige, verbesserte Verfahren zur Fehlervermeidung beizutragen. Genau diesem Thema wollen wir uns mit der Veranstaltung widmen, um Diskussionen zwischen Zulieferern, Herstellern, Herausgebern und Anwender von Chipkarten in Gang zu setzen und Lösungsansätze aufzeigen. Im Rahmen der Veranstaltung, zu der rund 100 Teilnehmer aus In- und Ausland erwartet werden, werden Spezialisten aus Industrie und Forschung über ihre Erfahrungen auf dem komplexen Gebiet der Chipkartenproduktion berichten.

Beim Backpockettest, im Rahmen einer Prüfung nach ICAO, wird ein Ausweis beziehungsweise eine ID-Karte dreidimensional verformt. Dieser Test soll das Setzen von Personen simulieren. Der Prüfling steckt hierbei in einer Gesäßtasche.
Beim Backpockettest, im Rahmen einer Prüfung nach ICAO, wird ein Ausweis beziehungsweise eine ID-Karte dreidimensional verformt. Dieser Test soll das Setzen von Personen simulieren. Der Prüfling steckt hierbei in einer Gesäßtasche.
Die Veranstaltung wird einen weiten Bogen von neuen Materialien über moderne Drucktechniken bis hin zur zeitgemäßen Herstellung von Smart-Cards spannen. In vier Vortragsrunden richtet sich der Blick auf neue Materialien und innovative Beschichtungen, moderne Drucktechniken, zukünftige Herstellungsverfahren, Reduzierung der Ausfallrate durch gezielte Fehlervermeidung unter Berücksichtigung von zukünftigen Normen.

Bio statt Plastik

„Im Bereich neuer Materialien heißt die Forderung der Industrie aktuell: Weg vom PVC. Durch die Ausrüstung mit Technologien wird eine immer längere Haltbarkeit von Kartenmaterialien gefordert. Hier geht die Entwicklung hin Richtung hochwertiger Kunststoffe wie PET oder Polycarbonat. Dabei stellt sich jedoch die Frage, inwieweit angesichts der steigenden Erdöl- und Energiepreise für Kunststoffkarten neue Produktionstechniken nötig werden", so Müller. Laut dem Experten gehört die Zukunft daher Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen, allerdings sei das Wissen darüber noch nicht weit verbreitet.

Innovative Druckverfahren

Jürgen Gemeinhardt wird zudem über ein Fogra-Forschungsprojekt berichten, das sich mit Farbveränderungen durch Aufbringen von Lackschichten befasst. Ziel ist es, die Standardisierung für die Herstellung laminierfähiger Proofs beim Plastikkartendruck in die Wege leiten. „Wir konnten bereits erste Erfolge für dünnere Schichten mit Inkjet-Verfahren erzielen, das Nachfolgeprojekt wird sich speziell auf die Laminierung konzentrieren."

Beim Flextest wird die Datenseite eines Passbuchs umgeblättert.
Beim Flextest wird die Datenseite eines Passbuchs umgeblättert.

Diskussionsbedarf bei Long-life-Cards

Viel Diskussionsstoff im Bereich der Normung gibt es laut Müller auch für die Haltbarkeit von Smart Cards. Uwe Trüggelmann, TruCert Ltd, spricht über die Bedeutung der derzeit in der Vorbereitung befindliche Norm ISO/IEC 24789 ["Longlife Cards"] für die Smart Card Industrie.

„Innerhalb der ISO sorgen Prüfszenarien für Alterungsszyklen von Karten für Diskussionsstoff. Die Norm gibt keine klare zeitliche Aussage über die Haltbarkeit von Karten. Dies stellt unserer Ansicht nach ein Problem dar", so Müller. Die Fogra hat zur Fehleranalyse bei Karten ein 3D-Prüfszenario entwickelt, das Dr. Philipp Stolper, Fogra Forschungsgesellschaft Druck, in seinem Vortrag erläutern wird. Ein weiteres aktuelles Spannungsfeld im Bereich der Normung stellt auch das Thema Elektrostatik dar. Nach einer Entladung kann es zu elektrostatisch bedingten Ausfällen kommen. „Bei komplett berührungslosen Karten tritt dies nicht so häufig auf, kann aber auch hier zum Problem werden, auch wenn der Chip nicht an der Oberfläche liegt. Bei Dual-Interface-Karten ist dieses Problem in der Branche in Diskussion", erklärt der Abteilungsleiter weiter.

Forschungsbedarf im Bereich RFID

Auch der Bereich RFID wird zukünftig eine größere Rolle in der Fogra-Forschung spielen, so Müller. Ein Forschungsthema befasst sich derzeit mit den Gründen für Reichweitenverkürzung. „Bisher sind die Auslösefaktoren, warum sich Reichweiten von 20 Zentimetern auf wenige oder gar 0 Zentimeter reduzieren, nicht ergründet. Analyse und Nachproduktion sind jedoch sehr schwierig. Es kommt nicht selten vor, dass dieses Problem bei einzelnen Mustern bis hin zum Totalausfall auftritt, wenn diese nur gelagert werden oder während der Benutzung. Hier haben wir sehr aufschlussreiche Erkenntnisse erlangt."

Link zum Veranstaltungsprogramm

Bilder: Fogra Forschungsgesellschaft Druck e.V.

 

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