Ganzmetall-Sensoren protokollieren Räumschild- und Streueinsätze
Von Hans-Peter Rupp, Vertriebsingenieur, Contrinex GmbH
Die Arbeit im Winterdienst auf deutschen Straßen ist ein harter Job. Damit die Fahrzeugführer nicht noch anschließend ihre Einsätze detailliert protokollieren müssen, hat das Unternehmen Afusoft Kommunikationstechnik ein System entwickelt, das den Mitarbeitern diese Last abnimmt und zudem im Streitfall beweist, wann und wo geräumt oder gestreut wurde. Dafür wird unter anderem die Position des Räumschilds sensorisch überwacht - für den verwendeten Näherungsschalter eine extrem raue Umgebung, sodass Afusoft auf induktive Ganzmetall-Sensoren von Contrinex setzt.
Dank moderner Technik entfällt seit dieser Wintersaison die aufwendige Nacharbeit bei Räumfahrzeugen.
Auch in diesem Winter herrschte für die Winterdienste in Deutschland Hochbetrieb - einigen Kommunen in Norddeutschland ging zwischenzeitlich sogar das Streusalz aus. Die Räumfahrzeuge waren häufig im mehrschichtigen Dauereinsatz. Für die Männer (und Frauen) auf den Räumfahrzeugen war bisher jedoch nach dem eigentlichen Einsatz noch nicht Feierabend: Für jede Einsatzfahrt musste ein Protokoll erstellt werden, in dem genau aufgeführt ist, wann welches Fahrzeug wo und wie lange geräumt oder/und gestreut hat. Der Grund hierfür: Nach witterungsbedingten Unfällen müssen die Straßenmeistereien nachweisen können, dass sie ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen sind. Seit dieser Wintersaison sind jedoch auch Fahrzeuge im Einsatz, bei denen dank modernster Telematik diese aufwendige Nacharbeit entfällt. „state-of-the-art“-Kommunikationstechnik sowie eine robuste und leistungsfähige Sensorik ermöglichen das vollautomatische Erfassen, Verarbeiten und Übermitteln dieser Daten.
Systemlösungen für unterschiedliche Problemstellungen
Gegen Schnee, Eis und Streusalz immun
Bei dem Telematikprojekt für die Winterdienstfahrzeuge galt es, nicht nur deren Position über GPS festzustellen, sondern ebenfalls die jeweiligen Betriebsarten zu protokollieren. Daher mussten neben der Positionserfassung auch die jeweiligen Räumschild- und Streueinsätze sowie die verbrauchte beziehungsweise noch vorhandene Streugutmenge von dem Afusoft-System automatisch erfasst, aufgezeichnet und verschlüsselt zur Nachbearbeitung in die Dienststelle beziehungsweise Straßenmeisterei gefunkt werden. Winterliche Temperaturen, Feuchtigkeit, Schmutz, Schnee und Streusalz sowie Erschütterungen und Stöße stellen dabei sehr hohe Anforderungen an die verwendeten Bauteile. So entschieden sich die Konstrukteure für einen robusten Sensor von Contrinex zur Erkennung der Räumschildposition.
Große Erfassungsabstände trotz Edelstahlhülse
Der induktive Näherungsschalter der Serie 700 ist durch eine Edelstahlhülse aus einem Stück geschützt, die auch die aktive Fläche umgibt. Dadurch erreicht der Sensor in der verwendeten Variante mit PUR-Kabel die höchsten Schutzarten IP68 & IP 69K und ist nicht nur staubund wasserdicht, auch aggressive Streusalze können dem Sensor nichts anhaben. Dank des von Contrinex patentierten Condet-Verfahrens für induktive Näherungsschalter werden dabei dennoch große Erfassungsabstände, welche die Werte herkömmlicher Hochleistungssensoren mit Kunststoffkappe erreichen oder sogar übertreffen sowie ein minimaler Reduktionsfaktor bei leitenden Nichteisenmetallen erreicht. Mit einem Betriebstemperaturbereich von Minus 25 bis Plus 70 Grad Celsius ist der Schalter zudem auch für winterliches Wetter geeignet.
Optimiertes Flottenmanagement
Der induktive Sensor ist bündig so an der Fahrzeugfront positioniert, dass er bei hochgefahrenem Räumschild schaltet. Da der Räumschild im Einsatz - abhängig von Schneehöhe und Bodenunebenheiten - häufig nur teilweise heruntergefahren wird, bot sich dieses Ruhestromprinzip an. Wird der Schild gesenkt, schaltet der Sensor und in der Software wird ein Bit gesetzt, das zusammen mit der erfassten Zeit und Position eine eindeutige Bestimmung des Räumbeginns und -orts ermöglicht. Auf die gleiche Weise wird auch das Ende des Räumens durch Schalten des Sensors erfasst. Zusammen mit den anderen erfassten Betriebsdaten und deren verschlüsselter GPRS-Übertragung und Protokollierung lassen sich nicht nur alle Einsätze der gesamten Winterdienstflotte nachprüfbar belegen. Die so gewonnenen Daten lassen sich auch sehr einfach in Datenbanken oder Tabellenkalkulationen exportieren und dienen dann der Optimierung des Flottenmanagements, der Routenplanung und der Streugutlogistik.
Dank Edelstahlgehäuse sicher in rauen Umgebungen
Die Näherungsschalter der Serie 700 hat Contrinex als Hersteller von Sensoren im Hochleistungs- und Standardsegment explizit für den Einsatz in rauen Umgebungen entwickelt. Alle Sensoren der Serie werden aus einem einzigen Edelstahlstück inklusive der aktiven Fläche gefertigt und bieten sowohl große Erfassungsabstände als auch einen minimalen Reduktionsfaktor bei leitenden Nichteisenmetallen. Die mit V2A-Edelstahl umhüllten Sensoren erreichen bei Kabelanschluss die Schutzarten IP68 & IP69K und sind damit vielseitig einsetzbar. Dank des Condet-Verfahrens erkennen diese Sensoren Aluminium genauso gut wie Stahl und erreichen Schaltabstände bis zu 40 Millimeter bei relativ hohen Schaltfrequenzen. Für den Umgang mit Reinigungsund Desinfektionsmitteln, chloridhaltigen Medien oder organischen Säuren bietet Contrinex die Sensoren auch aus V4A-Stahl (DIN 1.4435, AISI 316L) an. In der Ausführung mit dem lebensmittelechten TPE-S- oder PURKabel erreichen die Sensoren ebenfalls die höchsten Schutzarten IP68 & IP69K und sind damit auch gegen Hochdruck- und Dampfstrahlen resistent - vor allem in der Nahrungsmittelindustrie mit ihren strengen Hygiene- und Reinigungsvorschriften ein wichtiger Faktor. Die Schaltabstände sind bei den besonders korrosionsbeständigen Ausführungen indes die gleichen wie bei den V2A-Ausführungen.

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