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Echtzeit statt Steinzeit durch den Einsatz von RFID-Technologie

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Inventur und Produktion bei Natursteinfabrikant

Natursteinanbieter steigert Informationsqualität und Prozesstransparenz durch den Einsatz von RFID-Technologie

Von Andreas Löw, Leiter Marketing, Feig Electronic GmbH

10 000 Blöcke aus Naturstein und bis zu 900 000 Platten aus Marmor, Granit, Onyx und Halbedelstein bevorratet das Unternehmen Antolini Luigi & C. SpA, einer der größten Anbieter von Natursteinen, auf seiner Lagerfläche in Sega di Cavaion bei Verona. Das Unternehmen fertigt aus den Rohmaterialien Möbel, Bad- und Küchenelemente, Wände sowie Fußböden. Eine große Herausforderung stellte schon immer die Inventarisierung des vorhandenen Materials und die Verortung im jeweiligen Verarbeitungsprozess dar. Inventurarbeiten waren stets sehr zeitaufwendig und an eine konkrete Abbildung des Produktionsprozesses zu Analyse- und Informationszwecken war lange Zeit nicht zu denken. Durch die Einführung einer RFID-Lösung von Feig Electronic mit Lesegeräten und verschiedenen UHF-Transpondern konnte die für die Inventur benötigte Zeit massiv gesenkt und eine vollständige Transparenz innerhalb des Produktionsprozesses erzielt werden.

Vom Natursteinblock zur qualitativ hochwertigen Steinplatte

Das aus der ganzen Welt angelieferte Naturstein-Material wird bei Antolini Luigi unter freiem Himmel auf einer etwa 200 000 Quadratmeter großen Fläche gelagert. Der gesamte Produktionsprozess, um aus Natursteinblöcken qualitativ hochwertige Steinplatten zu machen, wird den Umständen entsprechend von Feuchtigkeit und sehr viel Steinstaub begleitet. Aus diesem Grund waren Barcodes für die Kennzeichnung des Materials stets gänzlich ungeeignet. „Das hatte zur Folge, dass bis zum Einsatz moderner RFID-basierter Autoident-Technologie einzig und allein die Vorarbeiter aus dem Gedächtnis heraus wussten, wo sich welches Material zu welchem Zeitpunkt befand“, erinnert sich Marco Ferlini, EDP-Manager bei Antolini Luigi.

Spezielle UHF-Transponder kleben auf jeder Natursteinplatte.
Spezielle UHF-Transponder kleben auf jeder Natursteinplatte.


Barcodes ungeeignet

Darüber hinaus standen sofort und jederzeit verfügbare sowie verlässliche Daten über den Bestand des Materials als Grundlage zur Optimierung logistischer Prozesse nicht zur Verfügung. Somit waren die Produktionsprozesse wenig transparent, sodass kaum jemand wusste, welche Platten sich gerade an welcher Stelle des Produktionsablaufs befanden. Ferner waren Inventuren sowie Soll-Ist- Vergleiche zwischen dem Bestand und dem zu erwarteten Output in der Produktion überaus zeitaufwendig und erforderten den Einsatz zahlreicher Mitarbeiter.

Klar definierte Anforderungen für messbare Prozessoptimierung

„Unsere größte Herausforderung bestand in den immer größer werdenden Warenflüssen sowie in den Anforderungen der Kunden nach immer schnelleren Lieferzeiten in Verbindung mit individuellen Gestaltungswünschen“, erklärt Ferlini. Das Unternehmen kam nicht mehr um die Implementierung einer performanten Autoident- Lösung herum.

UHF-Transponder für große Lesereichweiten

Dabei umfasste das Pflichtenheft zum einen die genaue und zeitnahe Kenntnis über die Höhe des Lagerbestands und zum anderen einen transparenten Überblick über die im Herstellungsprozess befindlichen Produkte und deren genauen Zeitpunkt der Fertigstellung. Darüber hinaus sollte der Abgleich der Daten aus der Produktionssteuerung und des Managementsystems (Soll-Ist- Vergleich) jederzeit möglich sein. Gleichzeitig wurde eine Software-Lösung entwickelt, die nicht nur den gesamten Produktionsprozess abbildet, sondern auch die Produkte auf ihrem kompletten Weg bis hin zum Endkunden begleitet.

Mit Identifikation und Transparenz zur Produktivitätssteigerung

Zwei Faktoren im Projektzyklus waren für die Umsetzung einer anforderungsgerechten Lösung von grundlegender Bedeutung. Zum einen musste die Software- Lösung zur Abbildung aller relevanten Daten aus der Produktionssteuerung und dem Managementsystem implementiert werden. Zum anderen ging es darum, das gesamte Material im Lagerbereich sowie während des Produktionsprozesses mit Transpondern zu versehen und somit eindeutig identifizieren zu können. Für die Software-Lösung erbrachte der Systemintegrator F.C.S. Solutions eine auf die Bedürfnisse von Antolini Luigi zugeschnittene Lösung. UHF EPC Gen2-Transponder werden an eingehende Natursteinblöcke angehängt. Um bereits geschnittene Platten zu identifizieren, klebt man die Transponder auf die dünne Innenseite der Platten. Dafür mussten spezielle Tags mit einem besonderen Kleber ausgewählt werden. Bei der Kennzeichnung der Metallgestelle für den Transport einzelner Platten in die Verkaufsfilialen werden wiederum sogenannte „Mount-on-metal-tags“ verwendet, auf denen die einzelnen Platten-ID‘s noch einmal zusammengefasst sind.

RFID durchleuchtet Produktionsprozess und Supply-Chain

Durch den flächendeckenden Einsatz der RFID-Technologie ergeben sich für Antolini Luigi verschiedene Effizienzgewinne innerhalb der Supply-Chain und innerhalb des Produktionsprozesses. Sobald beispielsweise ein Natursteinblock angeliefert wird, kann er mit einem UHF-Transponder versehen werden. Danach lagert ihn das Unternehmen entweder ein oder er wird umgehend in den Produktionsprozess verbracht. Hier werden die Blöcke zunächst in einzelne Platten zersägt und anschließend mit UHF-Transpondern gekennzeichnet. Diese enthalten die jeweiligen Produktionsdaten wie Material, Herkunft, Produktionsdatum und weiteres. Insgesamt umfasst der komplette Produktionsprozess etwa 100 verschiedene Produktionsschritte. Durch den aufgebrachten Transponder sind alle noch verbleibenden Produktionsschritte nachvollziehbar, sodass eindeutige Aussagen im Hinblick auf die derzeitige Qualität des Produkts getroffen werden können.

Optimierte Inventur innerhalb eines Tages

Durch die Hinterlegung aller Produktionsdaten im Managementsystem ist eine schnelle und effiziente Inventur in Echtzeit möglich. Die Inventurzeiten für die Natursteinblöcke haben sich auf drei bis vier Stunden reduziert. Vorher benötigten die Mitarbeiter zwischen 35 und 40 Stunden. Eine komplette Inventur aller Materialien lässt sich heute innerhalb eines Tages durchführen. In der Vergangenheit mussten bis zu 15 Tage aufgewendet werden. Durch den Abgleich der Daten aus dem Managementsystem mit den „Just-in-Time“-Daten aus der Produktionssteuerung und -überwachung sind zudem Optimierungen der logistischen Prozesse möglich. Letztendlich wird durch die Einführung der RFID-Technologie auch der Verkaufsprozess nachhaltig vereinfacht. „Kunden können sich auf dem riesigen Freigelände einzelne Platten reservieren lassen oder sie sofort kaufen“, sagt Ferlini. Hierzu beschriften die Verkäufer die jeweiligen Transponder mithilfe eines Handheld-Readers einfach mit dem Vermerk „Reserviert“ oder „Verkauft“. Daraus resultiert eine eindeutige Zuordnung.

Pflichtenheft erfüllt – Der Real Case läuft problemlos

Mit der Kennzeichnung der Natursteinblöcke und der einzelnen Platten mit UHF-Transpondern konnten zusammen mit der Implementierung der Software-Lösung alle Anforderungen an das System erfüllt werden. Hierzu gehört die Hinterlegung des exakten Lagerbestands in Echtzeit, die genaue Information über die Erfassung und Erledigung einzelner Produktionsschritte sowie letztlich auch eine signifikante Reduzierung der Inventurzeiten.

The company Antolini Luigi & C. SpA, one of the largest suppliers of natural stone, stocked 10,000 blocks of stone and up to 900,000 slabs of marble, granite, onyx and semi-precious stone at its warehouse space in Sega di Cavaion in Verona. The company produces furniture, bathroom and kitchen items, walls and floors from the raw materials. A major challenge always present is the inventory of existing material and the location of the material in each manufacturing process. Inventory work was always very time consuming, and a concrete illustration of the production process for analysis and information purposes was not thought out for a long time. Introducing the RFID solution from Feig Electronic of readers and various UHF transponders could reduce the inventory time significantly and full transparency can be achieved within the production process.
Andreas Löw, Leiter Marketing, Feig Electronic GmbH
 

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