Effiziente Steuerung von Ladungsträgern mittels RFID
Von Frank Bücker, Leiter Kunststoff-Vertrieb Projektmanagement, Paul Craemer GmbH
Die richtige Lösung für die Palettenlogistik kann je nach Prozesskette und Art der Anwendung sehr verschieden sein und macht individuelle Lösungen erforderlich: Handelt es sich um einen offenen Pool, ist der Einsatz beschränkt auf die reine Intralogistik oder findet die Palettenlogistik in einem geschlossenen Kreislauf statt? In Kunststoffpaletten integrierte UHF EPC Gen2 Transponder ermöglichen eine lückenlose Information über Warenströme, die Optimierung von Transportabläufen und die Steuerung der Paletten in der Intralogistik.
Eine komplizierte Warensteuerung, intransparente Abrechnungssysteme, die Bindung vieler Mitarbeiter aus allen Abteilungen an das Thema ‚Palettentausch‘ sowie eine Vielzahl von Systemen, die für alle Beteiligten einen großen Aufwand darstellen – bisher erwies sich der Tausch von Ladungsträgern als schwieriges Thema. Der Pooldienstleister Palpool vermietet basierend auf RFID- und Webportal- Technologie Kunststoffpaletten für geschlossene Kreisläufe. Die Transponder werden so in den Palettenfuß eingebracht, dass sie prozesssicher vor äußeren Einflüssen geschützt und für die gesamte Lebensdauer mit dem Ladungsträger verbunden sind. Jeder Ladungsträger verfügt über zwei UHF-Tags mit Identifikationsnummer unter Abbildung einer GRAI 96 im EPC- Standard.
Mieten, Kaufen, Leasen...
Ob die Paletten gemietet oder gekauft werden sollen, muss individuell entschieden werden. Welches Beschaffungskonzept das richtige ist, gibt die logistische Anwendung vor. Voraussetzung für die Nutzung des Beschaffungskonzeptes Mieten oder Kaufen ist idealerweise ein geschlossener Kreislauf. Branchenlösungen, wie sie sich beispielsweise in der Fleischindustrie durchgesetzt haben, stellen in einem offenen Pool bisher noch die Ausnahme dar. Jede dieser EHI-Paletten entspricht diesem definierten Standard und ist mit dem auffälligen roten EHI-Zeichen am Palettenfuß gekennzeichnet. Eine Mietlösung eignet sich unter anderem besonders für einen schnellen Warenumschlag, bei dem die Paletten nur kurz im Lager verweilen, oder für die Abdeckung von Spitzenzeiten, nach denen die Ladungsträger direkt wieder abgegeben werden können. Die Unternehmen haben so die Möglichkeit, flexibel zu reagieren. Bei dem Pooldienstleister Palpool ist durch den RFID-Einsatz das gesamte Palettenpoolsystem transparent gestaltet, alle Beteiligten können sich jederzeit einen Überblick über die Bestände und somit auch die Kosten verschaffen. Das Beschaffungskonzept ‚Kauf‘ ist vor allem dann interessant, wenn es sich um reine intralogistische Anwendungen handelt, bei denen die Kontrolle über den Verbleib des Ladungsträgers jederzeit gegeben ist. Dies kann beispielsweise alle Anwendungen innerhalb eines Werkes umfassen.
Darüber hinaus bietet sich das Leasing als Finanzierungskonzept für den Fall an, dass die Investition in Ladungsträger nicht vorgesehen oder möglich ist. Hier greifen alle Vorteile des klassischen Leasings.
Bedarfsgerechte Anmietung
Die Leistungen eines Dienstleisters in Anspruch zu nehmen, ist immer eine bedarfsabhängige Frage. Ab welcher Stückzahl beziehungsweise Umlaufgeschwindigkeit die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister interessant wird, lässt sich nicht pauschalisieren. Beim Handling einer geringen Palettenstückzahl ist die Effizienz fraglich, aber auch hier können bestimmte Faktoren für den Dienstleister sprechen. Grundsätzlich richtet sich das Angebot an Unternehmen, die bedarfsgerecht entsprechende Mengen anmieten und die Paletten nach dem Einsatz möglichst schnell wieder abgeben möchten. Dementsprechend kann der Anwender Kosten reduzieren. Durch die Kombination mit der RFID-Technologie entstehen weitere Möglichkeiten, beispielsweise die Übermittlung produktrelevanter Daten.
Lückenlose Palettenverfolgung
Eine lückenlose Erfassung aller Paletten erfolgt durch das Einscannen mittels Handheld. Anschließend fließen die Daten über die Dockingstation via GPRS direkt in ein Internetportal. Dies ermöglicht eine transparente und auf den Tag genaue Abrechnung jeder einzelnen Palette. Die Abbildung des aktuellen Bestands der Ladungsträger erfolgt nahezu in Echtzeit über das Portal. Durch diese Dienstleistungsstruktur können die logistischen Kreisläufe mit einem Modell abgebildet werden. Serienmäßig ausgestattet sind die Paletten mit UHF-RFID-Tags (868 MHz) gemäß des EPC Gen 2 Standards. Projektbezogen können aber auch weiterhin HF-Transponder oder jegliche Transponder anderer Frequenzbereiche verwendet werden. Das Unternehmen Paul Craemer hat hierfür ein eigenes Antennendesign entwickelt, welches speziell auf die Performance der Paletten abgestimmt ist. Bei einer Lesereichweite von bis zu drei Metern ist die Pulkerfassung für den realen Gabelstaplerbetrieb möglich. Das Potenzial der Transponder wird zukünftig für immer mehr Branchen das ausschlaggebende Argument sein, die Entscheidung für das Palettenmanagement mit RFID-Technologie zu treffen.
Nachhaltigkeit und Wertschöpfung
Im Zuge sinkender Rohstoffressourcen und der Forderung, den CO2-Gehalt in Europa um 30 Prozent zu senken, steigt der Bedarf nach einer Alternative, die eine höhere Langlebigkeit und Funktionalität als die bisherige Holzhalbpalette bietet. Als Vorreiter im Bereich der Kunststoffpalette hat Craemer aber auch den Anspruch an sich selbst: Das Unternehmen will und muss die Entwicklung weiter vorantreiben. In der Gesellschaft findet ein allgemeines Umdenken statt und damit ändert sich auch das Verhalten des Verbrauchers, der genau hinschaut, welchen Carbon Footprint ein Produkt trägt. Dabei geht Craemer neue Wege in der Produktion, beispielsweise durch den schonenden Umgang mit Ressourcen und dem kontrollierten Einsatz recycelbarer Werkstoffe, die dem Kreislauf wieder zugeführt werden können. Zudem will das Unternehmen in die Forschung und Entwicklung neuer Werkstoffe und Produktionsverfahren investieren. Denn auch Kunststoff selbst steht nicht unbegrenzt zur Verfügung. Ein weiteres Argument ist die Preisstabilität, die sich durch die Aufbereitung zu vernünftigen Kosten erzielen lässt. Die Frage lautet nicht mehr: Was kann gemacht werden, sondern was muss gemacht werden? Und wie viel Geld muss investiert werden? Das bedeutet auch, andere Prozesse zu finden.

Einblick in AutoID/RFID: Paul Craemer GmbH
Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






