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CeBIT-Chef Frank Pörschmann im Interview

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Messechef Frank Pörschmann blickt auf die CeBIT zurück„Die Boom-Jahre der New Economy werden sich nicht wiederholen", sagt Frank Pörschmann, Chef der CeBIT.´Die ITK-Welt hat sich weiterentwickelt, ist erwachsen geworden, resümiert der Manager der größten ITK-Messe der Welt. Was heißt das für die CeBIT? Welchen Aufgaben stellt sich die Messe zukünftig? Für wen will sie eine Plattform sein? Fazit: Start-up Pakete sollen die Teilnahme an der Messe ankurbeln. Sich differenziert auf einen breiten Markt einstellen, lautet das Credo.

Herr Pörschmann, 339 000 Besucher aus 90 Nationen lautet die Bilanz der CeBIT 2011 - eine Steigerung von 1,5 Prozent gegenüber 2010. Wie zufrieden sind Sie als Chef der CeBIT mit dem diesjährigen Ergebnis?

Ich bin sehr zufrieden mit der diesjährigen Veranstaltung. Doch wichtiger - gerade für mich als CeBIT-Chef - ist, dass unsere Kunden zufrieden sind. Und das sind sie offensichtlich. Alle Beteiligten sprechen von einer starken CeBIT 2011. Mit den richtigen Themen, hochkarätigen Meinungsführern und einem hohen Zuspruch aus dem Ausland hat die CeBIT in diesem Jahr eindrucksvoll ihre Stärken demonstriert und gezeigt, wie kraftvoll das Herz der digitalen Welt schlägt. Um nur ein Beispiel zu nennen: In den insgesamt 45 Stunden Messelaufzeit wurden sieben Millionen Geschäftskontakte realisiert. Entscheidend für den positiven Verlauf war auch die gute Stimmung, die vom ersten CeBIT-Tag an auf dem Messegelände spürbar war. Die CeBIT 2011 hat wieder für Begeisterung in der internationalen ITK-Branche gesorgt.

Besonders erfreulich ist auch die Tatsache, dass uns mehr als 60 Prozent der beteiligten Unternehmen bereits während der CeBIT 2011 signalisiert haben, auch 2012 wiederzukommen - ein Zuwachs von sieben Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Mitglieder des AutoID-Industrieverbands AIM, der für uns den AutoID/RFID Solutions Park organisiert, äußerten sich sehr zufrieden über die CeBIT 2011 und planen, 2012 wieder dabei zu sein.

CeBIT-Chef Frank Pörschmann im Interview
CeBIT-Chef Frank Pörschmann im Interview
„Die Boom-Jahre der New Economy werden sich nicht wiederholen", sagt Frank Pörschmann, Chef der CeBIT.´Die ITK-Welt hat sich weiterentwickelt, ist erwachsen geworden, resümiert der Manager der größten ITK-Messe der Welt.

 

 

 

Ist die strategische Schärfung des Profils der CeBIT 2011 durch die vier Themenplattformen aus Ihrer Sicht aufgegangen?

Unsere Strategie, die wir gemeinsam mit den Ausstellern entwickelt haben, ist aufgegangen. Die Clusterung der Themen in die vier Segmente pro, lab, gov und life hat sich bewährt und weist den Weg in die Zukunft. Auch die CeBIT life war eine gelungene Premiere und hat eine solide Basis geliefert für eine neue Plattform des digitalen Lifestyles, die wir weiter ausbauen werden.

Mit 4 200 Ausstellern lag auch diese Zahl über dem Vorjahreswert, aber dennoch deutlich unter dem der Boom-Jahre. Hat die CeBIT die Talsohle durchschritten oder sind die überzogenen Erwartungen der Vorjahre einem neuen Realismus gewichen?

Die Boom-Jahre der New Economy werden sich nicht wiederholen. Die ITK-Branche hat sich weiterentwickelt und ist „erwachsen" geworden. Bereits im Jahr 2001 zeichnete sich ab, dass nach dem so genannten Platzen der Internet-Blase keine Rekorde mehr erzielt werden. Die gesamte ITK-Industrie befindet sich in einer Dekade der Konsolidierung. Waren beispielsweise vor rund zehn Jahren noch mehr als 40 namhafte Server-Hersteller aktiv, so teilen sich derzeit gerade noch sieben Unternehmen den Markt.

Auch wir selbst haben erfolgreich einen Transformationsprozess abgeschlossen. Die Deutsche Messe hat sich vom „Flächenvermieter" zum Dienstleister für Geschäftsanbahnung entwickelt. Und dieses Geschäftsmodell werden wir weiter ausbauen.

Wichtig für eine Leitveranstaltung wie die CeBIT ist nicht die Anzahl der vertretenen Unternehmen, sondern die umfassende Darstellung der aktuellen und zukünftigen Themen der ITK-Industrie sowie die Präsenz der internationalen Entscheider und Einkäufer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Auch der Anspruch an die Besucher hat sich gewandelt. Im Fokus der CeBIT-Aussteller stehen mittlerweile die Qualität und die zielgerechte Zuführung der Besucher. Nur, wenn die richtigen Kunden den Stand aufsuchen und entsprechende Geschäftsgespräche führen, ist der Messeauftritt erfolgreich. Auf der CeBIT 2011 waren beispielsweise mehr als 500 CIOs internationaler Konzerne, die ein jährliches Einkaufsvolumen von mehr als 50 Milliarden Euro repräsentieren, vertreten.

Auch die Besucher streben nicht nach einer möglichst hohen Zahl an ausstellenden Unternehmen. Sie erwarten auf einer CeBIT zielgenaue Lösungen für die aktuellen Themen der Informations- und Kommunikationstechnik. Und genau das wird ihnen auf der CeBIT in Hannover geboten.

Sie hatten für die CeBIT 2011 das Ziel formuliert, Technologie und ITK erlebbar zu machen. Inwieweit tragen Sonderschauen wie das CeBIT Forum AutoID/RFID diesem Ziel Rechnung?

Sonderschauen und Foren sind effektive Instrumente, um Themen der ITK-Industrie anwendungsorientiert und praxisnah darzustellen. Das CeBIT-Forum AutoID/RFID und auch der AutoID/RFID Solutions Park haben dazu beitragen, IT-Trends verständlich, nachvollziehbar und erlebbar zu machen.

Gerade Forumsveranstaltungen sind effiziente Mittel, um über Technologien und Prozesse aufzuklären, um weiterzubilden und der Branche neue Impulse zu verleihen. Das Forum AutoID/RFID hat auf der CeBIT 2011 in acht Themenschwerpunkten aufgezeigt, welche AutoID-Trends die Welt von morgen bestimmen. Es hat Anwender und Anbieter zusammengebracht und die Entstehung branchenübergreifender Netzwerke gefördert.

Erstmals haben wir den Bereich AutoID/RFID in diesem Jahr gemeinsam mit dem Ausstellungssegmant „Telematics & Automotive World" in Halle 7 durchgeführt. Diese thematische Nähe kam bei den Ausstellern und Besuchern gut an, zumal gerade der Schwerpunkt Automotive in der AutoID/RFID-Branche an Bedeutung gewinnt. Er war auch eines der Highlights im Programm des CeBIT-Forums AutoID/RFID.

Wird es auch in 2012 einen Sonderbereich ‚AutoID/RFID' inklusive Forum geben?

Es wird auch 2012 einen Sonderbereich geben, denn das Thema AutoID/RFID gewinnt an Dynamik und gilt als wesentlicher Treiber von Zukunftsprojekten. Vor allem bei der Entwicklung von Mega-Trends wie beispielsweise urbanen Technologien spielt AutoID/RFID eine entscheidende Rolle. Zu dem Sonderbereich AutoID/RFID gehört natürlich das Forum, das auch in diesem Jahr gezeigt hat, wie wichtig es ist, neben der klassischen Ausstellung eine Plattform für Vorträge und Diskussionen, zum Gedankenaustausch und zum Networking anzubieten.

Welche Neuerungen sind im Bereich AutoID/RFID in 2012 angedacht? Inwieweit ist eine Erweiterung des Themen-Portfolios geplant?

Wir werden gemeinsam mit unseren Partnern und Ausstellern weiter am Konzept des Forums AutoID/RFID und des AutoID/ RFID Solutions Parks arbeiten. Ziel ist es, für die CeBIT 2012 einen entsprechenden Themenplan zu entwickeln, der aktuelle und zukünftige Anwendungsszenarien der AutoID/RFID-Branche reflektiert und der Branche eine optimale Plattform für ihre Geschäftsanbahnung bietet.

Wie gedenkt die Deutsche Messe im kommenden Jahr nicht nur mehr Global Player als Aussteller zu gewinnen, sondern die CeBIT auch für kleinere und mittelständische Firmen noch attraktiver zu machen?

Tatsache ist, dass rund 80 Prozent aller an der CeBIT beteiligten Firmen kleine und mittlere Unternehmen sind. Vor allem die kleinen Unternehmen übernehmen mittlerweile immer stärker die Rolle des Innovationsmotors und sind deshalb gerade für Konzerne und Global Player attraktive Partner, um ITK-Entwicklungen voran zu treiben.

Um die CeBIT als Plattform für alle Marktteilnehmer interessant zu machen, entwickeln wir Instrumente, die es auch einem kleinen Unternehmen oder einem Start-up mit geringem Marketing-Budget ermöglichen, sich an der CeBIT zu beteiligen.

Gerade für junge Firmen und Erstaussteller bieten Sonderschauen und Gemeinschaftspräsentationen Chancen, um sich mit vergleichsweise geringem Aufwand gemeinsam mit thematisch verwandten Unternehmen auf der CeBIT zu präsentieren. Für den Gemeinschaftsstand AutoID/RFID Solutions Parks beispielsweise offerieren wir ein Beteiligungs-Paket, das Standfläche mit Standaufbau, Möblierung und Beschriftung im speziell entwickelten Design sowie Service- und Marketing-Leistungen beinhaltet. Mit unserem „Fair-package-Angebot" wollen wir Kunden die Möglichkeit geben, Kosten und Aufwand zu sparen.

 

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