Home Rubriken Interviews Frank Münch von Zetes über mobile AutoID-Lösungen und globale Herausforderungen

Frank Münch von Zetes über mobile AutoID-Lösungen und globale Herausforderungen

Drucken

Frank Münch ist ein Geschäftsführer und Ingenieur, der sich am wohlsten außerhalb des Tellerrandes fühlt. Mutig offenbart er Meinungen zu globalen Zusammenhängen, ruft Mitarbeiter zum kreativen Teamwork auf und ist gleichzeitig dankbar für den Halt, den er in seiner Familie genießt. Ein moderner Manager ohne Allüren, der sich nicht scheut auch Persönliches Preis zu geben und Offenheit als hohes Gut ansieht.

Herr Münch, erlauben Sie gleich zu Beginn des Interviews eine persönliche Frage: „Verantwortung", was beinhaltet dieser Begriff für Sie?

Die Beantwortung ist nicht leicht. Verantwortlichkeit hat viele Gesichter. Die Verantwortung für die eigene Familie. Die Verantwortung gegenüber globalen Fragestellungen. Eine Sichtweise zu haben und eine Meinung zu vertreten, auch das gehört dazu. Die Fürsorge für Mitarbeiter und Kollegen. Ich rede beispielsweise mit meinen Mitarbeitern über Wandel, Orientierung und Wettbewerb und plädiere in diesen Gesprächen für eine mehrdimensionale Sichtweise. Auch das ist eine Perspektive der Verantwortlichkeit. Zetes beschäftigt allein in Deutschland knapp 70 Mitarbeiter. Die Verantwortung, welche ich trage, ist daher komplex. Ich muss einen guten Job machen, damit diese Menschen ein Auskommen, ein Zuhause, eine Vision haben, ihren Kindern einen Urlaub finanzieren können. Verantwortung übernehmen gehört zum erfolgreich sein dazu.

„Wer nur zentriert arbeitet, verliert den Blick über den Tellerrand hinaus. Anders gesagt: Der Erfolg braucht die kreative ganzheitliche Betrachtung."
 Frank Münch Country Manager, Zetes GmbH
Frank Münch Country Manager, Zetes GmbH

Stichwort „Erfolg": Unternehmen aus Europa, speziell aus dem deutschsprachigen Raum, genießen global einen sehr guten Ruf. Woran liegt das?

Firmen aus dem deutschsprachigen Raum wird häufig mit einem hohen Erwartungsdruck begegnet. Das Image ist hervorragend, also steigt auch der Leistungsdruck. Sie müssen qualitativ und zuverlässig sein. Das sind Stärken, speziell auch auf dem Sektor der RFID-Technologie. Kritisch fällt mir aber auch auf, dass wir parallel zum Perfektionismus auch offener für kreative und spontane Lösungsansätze sein sollten. Wir sind bekannt für Korrektheit und Ingenieurskompetenzen, weniger für kreative Ideale.

Was bedeutet für Sie „kreativer sein"?

Da führe ich gleich ein Beispiel an: Unser Sandwichmodell. Wir sollten als Berater und Integrator der RFID-Technologie immer den ganzen Prozess und die Gesamtheit des Kundenumfeldes im Blick haben. Bildlich heißt das, wenn wir mit roher Kraft punktuell auf ein Sandwich drücken, presst der Inhalt auf den Boden. Der Misserfolg ist vorprogrammiert. Die Beziehung zum Kunden sollte immer auf einer ganzheitlichen Betrachtung beruhen. Nur dann können alle Faktoren in die Lösung einfließen. Wer nur zentriert arbeitet, verliert den Blick über den Tellerrand hinaus. Anders gesagt: Der Erfolg braucht die kreative ganzheitliche Betrachtung.

Systemintegration - „made by Zetes"

Waren, Produkte und Behälter zu kennzeichnen, zu identifizieren und rückzuverfolgen ist eine notwendige und tägliche Pflichtübung vieler Unternehmen. Vom Mittelständler bis zum Großunternehmen. In einfachen und hoch komplexen Prozessen. Zetes setzt als Systemintegrator diese automatische Identifizierung für Unternehmen um. Seit 1984 mehr als 15 000 Mal - allein in Deutschland. International sind es mit seinen Niederlassungen in 14 Ländern Europas weitaus mehr Kunden, die auf die umfassende Expertise von Zetes vertrauen. Mit mehr als 900 Mitarbeitern erzielte Zetes in 2010 einen konsolidierten Umsatz von 216,7 Millionen EUR. Das börsennotierte Mutterunternehmen Zetes Industries mit Sitz in Brüssel entwickelt und vertreibt Auto-ID-Lösungen für den Handel, die Fertigungsindustrie, Transport und Logistik, Postal-Services und zur Personenidentifizierung. Den Impuls für diese Branchenlösungen geben die jeweiligen Kunden-Prozesse entlang ihrer Supply Chain. Denn Raum zur Optimierung gibt es immer: schneller beim Kunden sein, preisaggressiver gegen den Wettbewerb antreten, kostengünstiger mit niedriger Fehlerquote arbeiten.

Zetes-Kunden profitieren von bewährten und innovativen Technologien: von Barcode und Datamatrix über RFID, Smartcards, Voice bis hin zu biometrischen Verfahren für die Identifizierung von Personen. Neben eigens entwickelten Soft- und Hardwarelösungen bietet Zetes auch ausgewählte Produkte namhafter Partner an.

Handel
Hand und Augen frei. Kommissionierung im Handel mit Voice.
Hand und Augen frei. Kommissionierung im Handel mit Voice.
Ob Groß- oder Einzelhändler, Online-Shop, Multi-Channel-Versandhandel oder Distributionszentren der Handelsunternehmen - alle müssen ihre Geschäftsidee gegen eine Reihe von Wettbewerbern durchsetzen. Besser, schneller und kostengünstiger anbieten kann nur derjenige, der seine internen und externen Geschäftsabläufe intelligent gestaltet. Für alle Bereiche im Handel sind Identifizierungsverfahren gefragt, um über Bestände und Lieferstati bestens informiert zu sein. Im Bereich der Kommissionierung setzen viele Handelsunternehmen auf Voice-Steuerung, damit „Hände und Augen frei" für andere Tätigkeiten sind. 1D/2D-Barcodes, Datamatrix, RFID, optische Barcode-Bulkerfassung garantieren Fehlerfreiheit und schnelleren Durchlauf.

 

Industrie
Herstellende Betriebe haben viele Ansatzpunkte zur Identifizierung: in der Produktion, beim Behältermanagement, im Fuhrpark, beim Wareneingang, im Lager und beim Warenausgang
Herstellende Betriebe haben viele Ansatzpunkte zur Identifizierung.
Die Identifizierung von Material, Halbfertigprodukten und deren Behältern ist für eine Just-In-Time-Materialversorgung und auch für ein Kanban-Nachschubkonzept unabdingbar. Ziel ist es, die gesamte Wertschöpfungskette auf allen Fertigungsstufen kostenoptimal zu steuern. Kontinuierliche Prozess-Optimierung in der Fertigung ist ohne die automatische Identifizierung des Materials nicht möglich. Darüber hinaus stellen Markenpiraterie und Fälschungen besondere Herausforderungen für die Kennzeichnung dar. Diese fangen bereits bei der Produktionslinie an.

 

Logistik
Das Wesentliche im Blick. Ergonomische Staplerterminals sind in allen Bereichen logistischer Abwicklung nicht mehr wegzudenken.
Das Wesentliche im Blick. Ergonomische Staplerterminals sind in allen Bereichen logistischer Abwicklung nicht mehr wegzudenken.
Mit einer Vielzahl von Lösungen für alle Bereiche der Lieferkette ermöglichen AutoID-Lösungen Unternehmen der Transport- und Logistikbranche sämtliche Prozesse optimal aufeinander abzustimmen. Gewünschte Effekte: Reibungsfreiheit zwischen vor- und nachgelagerten Stufen und der optimale Einsatz von Ressourcen, nämlich dort, wo sie gebraucht werden. Tracking & Tracing, Kommissionierung mit Voice oder Staplerterminals mit anwenderfreundlicher Software und robusten Handhelds sind nur einige der Technologien, die tagtäglich zum Einsatz kommen. Außerdem werden Lesegeräte und Drucker, Mobile Applications wie beispielsweise permanente Temperaturkontrolle während des Transportes auf Basis von RFID genutzt. Aktuell sehen sich Unternehmen durch die sinnvolle Verknüpfung mehrerer AutoID-Lösungen in die Lage versetzt,alle Prozesse optimal aufeinander abzustimmen, um weitere Einsparungspotenziale zu realisieren. Die multimodale Kombination mehrerer Lösungen ist stark im Kommen.

 

Medizin
Auch Pharmagroßhändler setzen auf die eindeutige Identifizierbarkeit von Arzneimitteln bevor sie zur Apotheke geliefert werden.
Auch Pharmagroßhändler setzen auf die eindeutige Identifizierbarkeit von Arzneimitteln, bevor sie zur Apotheke geliefert werden.
Speziell Pharmahersteller sehen sich mit aktuellen Anforderungen an die Kennzeichnung von Arzneimitteln konfrontiert. Medikamente müssen zweifelsfrei identifiziert werden. Das Original soll mit 100-prozentiger Sicherheit von der Fälschung unterschieden werden. Bereits in anderen europäischen Ländern gesetzliche Pflicht, müssen sich deutsche Pharmaunternehmen aufgrund der zukünftigen gesetzlichen Richtlinien heute schon mit IT-Lösungen zur Serialisierung von Medikamenten auseinandersetzen. Applikatoren in Hochgeschwindigkeits-Produktionslinien, Datamatrix-Kennzeichnung und -Kontrolle, Serialisierung und Etikettierung sowie manipulationssichere Versiegelungen sind hochaktuelle Themen.
 

Jahreskongress 2012

Aktuelle Ausgabe

Maiausgabe 2012: Themenspezial RFID-Reader und RFID-Systemintegratoren

Maiausgabe 2012: Themenspezial RFID-Reader und RFID-Systemintegratoren Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...

Aprilausgabe 2012: Logistik sicher im Griff

Aprilausgabe 2012: Logistik sicher im Griff

Titelstory
Ohne zuverlässige Logistik, ohne optimierte Warenprozesskette und ohne die Möglichkeit Komponenten eindeutig zuzuordnen,...


Social Media

@rfidimblick RFID im Blick bei XING RFID im Blick at LinkedIn RFID im Blick at YouTube

Marktplatz

Zetes GmbH

Kontakt: Robert Feller
Tel.: (+49) 40- 532888 0

Handbuch

Einblick in AutoID/RFID 2012

Unternehmensberichte

Aus einem Guss: Produktionssteuerung mit RFID-Systemen von Siemens

Aus einem Guss: Produktionssteuerung  mit RFID-Systemen von Siemens

RFID ist längst ein wichtiges Mittel zur Steuerung moderner Fertigungskonzepte wie der auftragsbezogenen Massenfertigung (mass cus...

Die Bibliothek der Zukunft

Die Bibliothek der Zukunft

Bibliotheken unterliegen einem permanenten Wandel. Dabei ist die Auswahl der „richtigen" Medien wohl schon lange nicht mehr der ei...

More:

Interviews

RFID-Lösungen von Nordic ID in den Modeläden der Welt zu Hause

RFID-Lösungen von Nordic ID in den Modeläden der Welt zu Hause

Laut Lothar Struckmeier, Geschäftsführer der deutschen Niederlassung des RFID-Anbieters Nordic ID, r...


Medienpartnerschaften

OMNICARD 2012: 17. - 19. Januar, Der ultimative Kongress für die Smart Card/Smart Objects Community!

RFID-Jahreskongress

Spezialausgaben

rib_mnchen2011_titelseite
rib_aim2011_titelseite