Home Gesundheit und Medikamentensicherheit RFID-Tags bei 130 Grad im Sterilisator

RFID-Tags bei 130 Grad im Sterilisator

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Weil OP-Bestecke wenig Anbringungsfläche besitzen, ist eine sehr kleine Transpondergröße notwendig.Effizientere Überwachung von Medizinprodukten

Für die Dampfsterilisation von Operationsbestecken und anderen Instrumenten schreibt das Standardverfahren des Deutschen Arzneibuchs eine Temperatur von mindestens 121 Grad Celsius bei 1 bar Überdruck (= 2bar absolut) bar für 20 Minuten vor. Gängig für viele Medizingeräte und chirurgische Instrumente sind Programme mit 134 Grad Celsius bei 2 bar Überdruck. Zur besseren und effizienteren Überwachung der Sterilisation von Medizinprodukten arbeiten Forscher der FH Münster an einem neuen Konzept, welches die Erfassung der Bestecke und insbesondere des Sterilisationsprozesses mittels RFID-Komponenten innerhalb des Sterilisators vorsieht.

„In Krankenhausprozessen werden an vielen Stellen Medienbrüche deutlich. Informationen werden nicht, verspätet oder falsch weitergegeben. In der Sterilisation sind wir auf Lösungsmöglichkeiten gestoßen, gängige Prozesse ökonomischer und datentechnisch sicherer zu machen", erläutert Prof. Dr. Uvo Hölscher, Leiter des Zentrums für Medizintechnik und Ergonomie.

„Wir arbeiten daran, die Informationen im Inneren des Autoklaven elektronisch aufzunehmen und das möglichst bei jedem einzelnen Produkt, um diese Informationen dann dem Patientendatenmanagement zur Verfügung zu stellen", so Prof. Hölscher weiter. Barcodes kommen laut Prof. Hölscher für diese Aufgabe nicht in Frage, da für das optische Auslesen die freie Sicht nur mittels einer aktiven Positionierung der Werkzeuge gegeben sei. Die technischen Anforderungen seien hoch: „Die Medizinprodukte werden mindestens fünf Minuten bei 130 Grad im Wasserdampf behandelt. Technikfeindlicher könnte die Umgebung nicht sein. Gewisse Produkte vertragen zudem nur eine bestimmte Anzahl an Sterilisationszyklen. Viele Bauteile aus Kunststoff haben nur eine endliche Lebensdauer. Der RFID-Tag könnte die Zahl der Sterilisationszyklen mitzählen und so helfen, die riskante Weiterbenutzung nach Ablauf der Lebensdauer zu unterbinden.", erklärt der Forscher weiter.

Derzeit sucht das Zentrum für Medizintechnik und Ergonomie nach Industriepartnern, die an dieser Technologie Interesse haben.

Lesen Sie die komplette Dokumentation " Was leistet RFID auf dem Healthcaresektor" in der Juniausgabe von "RFID im Blick".

Bild: babsi_w (Fotolia.com)

 

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