Informationsschnittstelle in komplexen Anwendungen
Von Nadin Jurisch, Marketing Manager, microsensys GmbH
Ein klassisches RFID-System besteht aus RFID-Transponder, RFID-Schreib-/Lese-Gerät und einem Host, welcher die gesendeten und empfangenen Daten manuell verarbeitet. Verbreitete RFID-Anwendungen sind in der Logistik oder Instandhaltung zu finden. Auch einfache Zutrittskontrollen oder Objektidentifikationen werden häufig realisiert. Zur Realisierung von komplexeren Anwendungen wie Automatisierungsprozessen (Prozess- und Industrieautomation), Maschinensteuerungen oder autark ablaufenden Erfassungsreihen ist der Einsatz eines sogenannten RFID-Servers ratsam.
RFID-Server sind Geräte, die eine Vernetzung von vielen RFID-Reader-Modulen ermöglichen und sowohl die Datensteuerung als auch Datenbereitstellung regeln. Bei einem Einsatz der RFID-Technologie sollte zunächst geklärt werden, ob eine gesteuerte oder autarke beziehungsweise standalone Arbeitsweise des Servers gewünscht ist. Ein embedded Computer auf Basis von OS Microsoft Windows CE 6.0 und einer integrierten Real Time Clock, 128 MB SDRAM, 64 MB Flash Disc und einem SD/MMC Slot für bis zu 4 GB-Speicherkarten ermöglicht beide Varianten. Je nach Größe des Netzwerks sind die Reader-Module direkt mit dem Server verbunden oder über sogenannte Power & Bus Converter (PBCs) gebündelt zum Server geführt. Die gesammelten Daten werden verarbeitet und per http, User Datagram Protocols (UDPs), Microsoft Message Queuing (MSMQ) oder XML-Files bereitgestellt.
Getaggte Bienenvölker
Ein Beispiel für eine Stand-alone-Variante ist ein System des Unternehmen Microsensys. Mit diesem System wird das Verhalten von Bienenvölkern untersucht. Die Bewegungen der Bienen aus dem Bienenstock hinaus und in den Bienenstock hinein können identifiziert und gespeichert werden. Jede Biene ist mit einem kleinen Transponder gekennzeichnet. Mindestens ein Reader wird am „Eingang“ des Bienenstockes installiert und ist mit einem Server verbunden. Passiert eine Biene den Eingangsbereich, wird die UID des Transponders gelesen und mit entsprechendem Zeitstempel an den Server gesendet. Eine DataCapture- Software sammelt alle Daten der angeschlossenen Lesegeräte und verarbeitet diese in XML-Dateien für den Export via Speicherkarte oder USB-Interface. Die so gesammelten Daten können an anderer Stelle ausgewertet und in bereits bestehende Datenbanken importiert werden.
Server als Schnittstelle
Auch in der Prozessautomatisierung kann ein RFID-Server zum Einsatz kommen. Die erforderliche Datensammlung erfolgt durch mehrere RFID-Reader-Module, die über Nahbereich- Bus-Systeme vernetzt sind. Die Daten, welche der Server sendet und empfängt, werden über PBCs und CAN-Bus- Systeme verteilt. Diese werden in Echtzeit via User Datagram Protocol, kurz UDP bereitgestellt. Auch via UDP kann ein übergeordnetes System Steuerungssignale zurück an den RFID-Server geben. Der Einsatz von RFID-Servern kann Programmierarbeiten reduzieren, hardwarenahe Programmierung entfällt sogar. Der Server ist Informationsschnittstelle und versorgt übergeordnete Systeme oder Anwender autark mit aufbereiteten Datenpaketen.

Einblick in AutoID/RFID: microsensys GmbH
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