Home Praxisberichte Transparenz bei der Wartungskontrolle von Versorgungsnetzen

Transparenz bei der Wartungskontrolle von Versorgungsnetzen

Drucken

Stadtwerke Münster nutzen RFID-Softwarelösung von Euro I.D. Identifikationssysteme

Von Jos Fransen, Geschäftsführer, Euro I.D. Identifikationssysteme GmbH & Co. KG

Kontrolle der Absperrarmaturen im unterirdischen Versorgungsnetz der Stadtwerke Münster mittels passiver kunststoffgekapselter LF-Transponder
Kontrolle der Absperrarmaturen im unterirdischen Versorgungsnetz der Stadtwerke Münster mittels passiver kunststoffgekapselter LF-Transponder

Unseren Rasenmäher haben wir selbst im Griff. Das Auto bringen wir regelmäßig in die Werkstatt. Wie sieht es aber in Großanlagen und bei Versorgungsnetzen aus? Die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches beispielsweise schreibt eine jährliche Prüfung des gesamten Netzes vor. Wie bei jeder Wartung ist es unabdingbar die Wartungspläne einzuhalten. Das heißt, nach einer bestimmten Laufzeit müssen definierte Punkte kontrolliert, abgeschmiert, getauscht, etc. werden. Bisher wurde das mit manuellen Einträgen und Häkchen auf Papier erledigt. Die Zukunft bringt aber deutlich mehr Funktionalität, Flexibilität und Sicherheit.

In Großanlagen sind alle Leitungen, Aggregate, Schieber, etc. mit entsprechender Beschilderung gekennzeichnet. Werden diese Schilder nun mit Transpondern ausgestattet, was durchaus auch nachträglich erfolgen kann, so lassen sich die Tags für die automatische Erkennung des Wartungspunktes sowie die Kontrolle der durchzuführenden Wartungsschritte nutzen. Selbstverständlich ist es auch möglich, die Schieber, Kanalöffnungen oder andere Gegenstände direkt mit Transpondern zu kennzeichnen.

Mobile RFID-Lösung bei den Stadtwerken Münster

Ein aktuelles Beispiel: Zur Wartung des rund 859 Kilometer langen unterirdischen Gasleitungs- und rund 100 Kilometer langen Fernwärmenetzes setzen die Stadtwerke Münster eine RFID-basierte Lösung ein. Die Hardund Software lieferte Euro I.D. Identifikationssysteme. Aufgrund der positiven Erfahrung wird diese sukzessive erweitert, wie Urs Reitis, Gruppenleiter Betrieb Gas, Fernwärme und Contractinganlagen bei den Stadtwerken Münster, erklärt. Die Stadtwerke Münster, Träger der öffentlichen Versorgung der Stadt sowie Betreiber des münsterschen Hafens und der Straßenbeleuchtung, versorgen Geschäfts- und Privatkunden des Stadtgebiets mit Gas, Strom, Trinkwasser und Fernwärme sowie Verkehr.

Manuelle Listen sind dank RFID passé

Bereits vor zwei Jahren hat der lokale Energieversorger eine RFID-Lösung eingeführt, um die Dokumentation der Wartungsarbeiten entlang des Netzes zu vereinfachen. „Hintergrund ist, dass durch die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches einmal im Jahr eine Prüfung des gesamten Netzes vorgesehen ist. Früher wurden sämtliche Wartungsarbeiten mittels Listen, teilweise mit manuellen Einträgen und Häkchen auf Papier, durchgeführt. Dies war nicht mehr zeitgemäß und der administrative Aufwand zu groß“, erläutert Reitis die Motivation.

400 Transponder auf über 800 Kilometern Gasnetz

Insgesamt sind im über 800 Kilometer langen Gasnetz 400 sogenannte Absperrarmaturen installiert. Alle 400 Armaturen sind mit einem Transponder ausgestattet. Dabei handelt es sich um sehr robuste Read-only-Tags, welche in die Straßenkappen der Armaturen hineingelegt beziehungsweise mittels eines Kabelbinders in diesen befestigt wurden. Auch für die rund 700 Armaturen des Fernwärme- Primärnetzes wird die Lösung bereits seit einem Jahr genutzt, wie Reitis erklärt. Die Dokumentation der Wartung erfolgt über herkömmliche Laptops, welche per USB-Anschluss mit einem zusätzlichen Lesegerät ausgestattet wurden, und auf denen eine speziell für die Stadtwerke programmierte Software installiert ist. Die Hard- und Software lieferte das Unternehmen Euro I.D. Identifikationssysteme.

Software-basierte Wartungsdokumentation

Beispiel für Schieberkontrolle im Fernwärmenetz.
Beispiel für Schieberkontrolle im Fernwärmenetz.

Wird der Transponder gelesen, öffnet sich für die Schieberkontrolle im Fernwärmenetz beispielsweise folgendes Szenario:
Angezeigt werden die fixen Daten des Wartungspunktes. Die Standardfehler oder Wartungsschritte werden per Klick in dem jeweiligen Kästchen abgehakt. Zusätzliche Beobachtungen lassen sich im freien Text dokumentieren. Beim Abschluss wird automatisch ein Protokoll erstellt. Lassen sich die Daten, beispielsweise im geschützten PDF-Format, nicht mehr ändern, kann dieses Dokument zur Vorlage bei den Behörden genutzt werden.

Im Bereich Wartung kann der Vorgang sich so gestalten

Objekt: Pumpe Filterstation 3
Wartung1: Lager schmieren
Wartung2: Lüfter reinigen
Wartung3: Filter kontrollieren
Hier werden dann, wie bei der Schieberkontrolle, die Wartungsschritte per „Abhaken“ bestätigt. Selbsverständlich ist diese Technik auch im Bereich Reparatur einsetzbar.

Vorteile auf einen Blick

Bei diesen Vorgehensweisen ergeben sich folgende Vorteile:

  • Detaillierte Vorbereitung der Wartung
  • Automatische Erkennung des Wartungspunktes
  • Automatische Erfassung von Datum/Uhrzeit der Wartung
  • Automatischer Aufruf des Wartungsplanes gemäß abgelaufener Betriebszeit
  • „Abhaken“ der einzelnen Schritte auf dem Terminal
  • Warnung bei ausgelassenen Schritten
  • Schnelles Erfassen von Standardfehlern
  • Schnelles Erfassen der Standardschritte zur Fehlerbeseitigung
  • Automatische Dokumentation freier Texte
  • Automatische Erstellung des Prüfberichtes
  • Auflistung der ausstehenden Wartungen, ect

In der digitalen Zukunft angekommen

Für die Stadtwerke Münster hat sich die Lösung so bewährt, dass bereits eine Erweiterung geplant wird: „Aufgrund der positiven Erfahrungen werden wir in 2011 die Anwendung im Bereich Fernwärme ausweiten, hier sind weitere 900 Armaturen mit Tags zu versehen“, gibt Reitis einen Ausblick. Die Vorteile der RFID-Lösung gegenüber der früheren manuellen Wartungsdokumentation liegen für ihn klar auf der Hand: „Dadurch erhalten wir eine viel bessere und schnellere Übersicht. Hinzu kommt, dass wir unserer Dokumentationspflicht viel einfacher als früher und heute nun auch digital nachkommen können“.

Die Lösung ist auch als SaaS (Software as a Service) verfügbar

Dabei läuft das Programm auf externen, gespiegelten Servern, die selbstverständlich gegen unbefugte Zugriffe geschützt sind, und wird über einen Internet-Browser bedient. Vorteil ist, dass die Daten von jedem Rechner (stationär oder mobil) zugänglich sind und mit den entsprechen Zugriffrechten bearbeitet werden können. Gerade wenn unterschiedliche Parteien auf die Daten zugreifen müssen, bietet sich SaaS als ideale Lösung an.

For the maintenance of approximately 859 km long, underground gas mains and 100 km long district heating networks, the Stadtwerke Münster is using an RFID-based solution. All 400 valves are equipped with a transponder. At the same time, it was a matter of very robust read-only tags, which were put into the street caps of the valves and was secured using a cable tie. The solution was already used for a year on the 700 valves of the primary district heating network. The documentation of the maintenance is performed on conventional laptops, which were equipped with a USB port with an additional reader and which has installed a specially programmed software for the utility. The hardware and software was provided by the company Euro I.D. Identifikationsysteme.
Jos Fransen, Geschäftsführer, Euro I.D. Identifikationssysteme GmbH & Co. KG
 

Jahreskongress 2012

Aktuelle Ausgabe

Maiausgabe 2012: Themenspezial RFID-Reader und RFID-Systemintegratoren

Maiausgabe 2012: Themenspezial RFID-Reader und RFID-Systemintegratoren Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...

Aprilausgabe 2012: Logistik sicher im Griff

Aprilausgabe 2012: Logistik sicher im Griff

Titelstory
Ohne zuverlässige Logistik, ohne optimierte Warenprozesskette und ohne die Möglichkeit Komponenten eindeutig zuzuordnen,...



Medienpartnerschaften

OMNICARD 2012: 17. - 19. Januar, Der ultimative Kongress für die Smart Card/Smart Objects Community!

RFID-Jahreskongress

Spezialausgaben

rib_mnchen2011_titelseite
rib_aim2011_titelseite