RFID-basiertes Mehrweg-Ladungsträgermanagement im Automotive-Bereich
Von Frank Meyer-Niehoff, Geschäftsführer, und Rüdiger Sierp, Projektmanager, Felix Schoeller Supply Chain Technologies GmbH & Co. KG
Ladungsträgermanagement (LTM) ist für viele Unternehmen im industriellen Umfeld ein Schlüsselelement der innerbetrieblichen Logistik. Es umfasst die Planung, Steuerung und Kontrolle aller Tätigkeiten, die für eine effektive Versorgung mit Ladungsträgern, also sowohl kundenindividuellen Transportbehältern als auch standardisierten Paletten, erforderlich sind. Noch wichtiger erscheint diese Effizienz, wenn mehrere Unternehmen Ladungsträger in einem Mehrwegkreislauf gemeinschaftlich nutzen. Durch Medien- und Systembrüche fehlt einem Großteil der Hersteller die Transparenz, wo sich welche Ladungsträger befinden, ob diese auf dem eigenen Werksgelände verfügbar - sprich frei oder belegt sind - und wann diese vom Kunden, Lieferanten oder Logistik-Dienstleister zurückfließen.
Mit den gleichen Problemstellungen sieht sich auch der Automotive-Bereich konfrontiert. Sowohl zum innerbetrieblichen Transport und zur Lagerung der hergestellten Komponenten als auch für den Transport zum Sequenziercenter und in die Fertigungsstraße der OEMs werden branchentypische Mehrwegladungsträger aus Metall und Kunststoff verwendet. Vielfach ist unklar, wo sich wie viele und welche Mehrwegladungsträger befinden - diese unklare Bestandssituation erzeugt einen hohen manuellen Dispositionsaufwand.
Zielsetzung des LTM
Die Optimierung der innerbetrieblichen Verwaltung und Verfolgung von hergestellten Einzelelementen wie beispielsweise Karosserie-Elementen, Innenraumverkleidungen oder Antriebskomponenten sowie die Optimierung der Mehrwegladungsträger-Kreisläufe sind Ziele des hier beschriebenen Business Cases. Wesentliche Zielsetzungen im Bereich des Ladungsträgermanagements sind die Sicherstellung der Verfügbarkeit mit einem Minimum an Ladungsträgern, die vollständige Transparenz über Bestände und Warenströme, um letztlich die eigene Logistikkostenstruktur zu optimieren. Die jeweilige Anzahl und der jeweilige Wert der Mehrwegladungsträger wurden durch den Auftraggeber ermittelt. Sowohl die lediglich innerbetrieblich genutzten Ladungsträger als auch die im entsprechenden Kundenprojekt angeschafften individuellen Ladungsträger wurden mit einem passiven UHF-Tag versehen. Auf dem Tag wurde EPC-konform eine Serialisierung und Identifizierung nach GTIN-Standard durchgeführt. Bei jeder logistischen Bewegung werden die Transportgestelle anhand von fest installiertem RFID-Equipment (Antennen und Reader) gelesen, diese Bewegungssätze wurden in der angeschlossenen Middleware protokolliert.
Transparenz gewährleistet
Durch die berührungslose Identifikation in Echtzeit konnte die Disposition erheblich erleichtert werden. Es wurde eine größtmögliche Transparenz geschaffen, wobei jeder Anwender von intuitiven Auswertungen innerhalb der Web-Plattform des Supply-Chain-Monitoring- Tools profitiert. Hier sind zum Beispiel Auswertungen verfügbar, die den Bestand der Mehrweg-Ladungsträger pro Sorte, Materialnummer, Belegt-Kennzeichnung und Lagerort visualisieren.
Der Auftraggeber erreichte nach Projektabschluss folgende Zielstellungen zur Optimierung der Mehrwegladungsträger- Kreisläufe:
- Erhöhung der Transparenz der Verfügbarkeit von MWL-Trägern (frei oder belegt)
- Nachvollziehbarkeit von Bestandsveränderungen
- Reparaturüberwachung der kundenspezifischen MWL-Träger mit Kostenbelastung des Verursachers
- Reduzierung der Sortenvielfalt der Ladungsträger, dadurch Reduktion unnötiger Bestände
- Reduzierung von Schwund und Neubeschaffungen
Optimierte Materialfluss-Steuerung
Der gemeinsame Abschluss eines langfristigen Servicevertrags stellt eine regelmäßige Hard- und Softwarewartung durch das Unternehmen Felix Schoeller Supply Chain Technologies sowie die Funktionsgarantie mit Austausch der Verschleißteile sicher. Die kombinierte Nutzung der RFID-Technik und des Supply-Chain-Monitoring- Tools ermöglicht dem Auftraggeber im Gesamtprozess von der Einzelteil-Rohfertigung über die Weiterverarbeitung, Veredelung, Qualitätskontrolle, Montage und Endkontrolle bis zur Versandabwicklung eine Optimierung sowohl für die Materialfluss-Steuerung der Einzelteile als auch der Mehrweg-Ladungsträger.
For many companies carrier management is a key element of their logistics process within the industrial environment. It includes the planning, management and control of all operational and administrative activities necessary to ensure an efficient supply of carriers, e.g. transport containers or pallets.
Efficient carrier management is even more important if several companies use the same multi-use carriers within a multi-usecycle. For example, the automotive sector faces such problems as metal and plastic multi-use carriers are used for internal transport and storage of the product components, as well as for the transport to sequence centres and in the production line of industry-specific OEMs.
The optimisation of the in-house management and tracking of individual product elements such as car body elements, interior and engine components and the optimisation of the multi-use cycle were aims of the described business case.
The scheduling was simplified immensely thanks to the real time contact-free identification and maximum transparency was achieved by using a web based supply chain monitoring tool. The customer’s processes to control the flow of the individual component as well as the multi-use carriers were optimised by combining RFID technology with the web based supply chain monitoring tool.

Einblick in AutoID/RFID: Felix Schoeller Supply Chain Technologies GmbH & Co. KG
Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






