EPC/RFID im GS1-System
Von Elisabeth Kikidis, Senior-Projektmanagerin AutoID/RFID bei GS1 Germany
Zahlreiche Unternehmen nutzen bereits RFID, zum Beispiel zur Bestandskontrolle oder um die Regalverfügbarkeit zu verbessern. Allerdings konzentrieren sich die Einsatzbereiche bislang auf logistische Anwendungen und spezifische Branchen wie den Textilsektor. Wie sich die RFID-Technologie mithilfe der GS1-Standards schrittweise durchsetzen kann, erarbeiten Experten aus Industrie, Handel und Dienstleistung.
Automatische Identifikation muss sich kurz- und mittelfristig lohnen
Der Sprung von der Strichcodetechnologie hin zur Transpondertechnik mittels Elektronischem Produkt-Code (EPC) erfordert eine Vielzahl an Voraussetzungen. Dazu zählen eine flächendeckende Implementierung von Basistechnologien ebenso wie die Fortsetzung wichtiger Entwicklungsarbeiten bei der Transpondertechnologie und dem EPC-Informationsnetzwerk. Aus unternehmerischer Sicht ist jedoch entscheidend, dass sich die automatische Identifikation nicht nur langfristig sondern auch kurz- und mittelfristig lohnt.
Praxisorientierter Leitfaden
Um immer wiederkehrende Fragen nach dem Zusammenspiel der verschiedenen GS1-Strichcodesymbologien mit EPC/RFID zu beantworten, überarbeiteten die Experten der führenden Entwicklungsgremien von GS1 Germany einen praxisorientierten Leitfaden, der die Vereinbarkeit von etablierten und neuen Standards beschreibt. Wie die Prognosen des technologischen Wandels am Beispiel der GS1-Datenträger aussehen, schildert der folgende Auszug aus dem Expertenpapier „GS1-Standards – Ein Lösungsportfolio weist in die Zukunft“:
Unterschiedliche Datenträger - ein einheitliches Gesamtkonzept
Alle GS1-Datenträger, das heißt Barcodes und Transponder, sind in einem langfristig ausgelegten, einheitlichen Gesamtkonzept integriert. Dateninhalt und Datenträger müssen dabei voneinander getrennt betrachtet werden. Abhängig davon, welches GS1-Ident, zum Beispiel GTIN für Artikel oder NVE für logistische Einheiten, in welcher Anwendung und mit welchen Zusatzinformationen verschlüsselt werden sollen, stehen bestimmte Datenträger zur Auswahl.
Point-of-Sale: Nichts läuft ohne Barcode & Co.
Der EAN-13 ist nach wie vor der Standard für die automatische Datenerfassung am Point-of-Sale. Seit 2010 ergänzt der GS1 DataBar den EAN-13- Strichcode. Die Einführung des EPC-Transponders auf Artikelebene im Lebensmitteleinzelhandel ist nach allgemeiner Einschätzung nicht vor 2025 zu erwarten. Insofern schafft der GS1 DataBar die Voraussetzung, künftig auch serialisierte GS1-Ar tikelidentnummern wie sie im EPCTransponder codiert sind, flächendeckend zu verarbeiten. In speziellen Branchen wie beispielsweise im Textilsektor und im Cash & Carry-Bereich hat der EPC-Transponder schon heute Bedeutung auf Artikelebene.
GS1 DataMatrix und EPC/RFID eröffnen neue Perspektiven
Zur Teile- oder Komponentenkennzeichnung steht vor allem der GS1 DataMatrix zur Verfügung, parallel wird EPC/RFID insbesondere in Produktionsprozessen weiter an Bedeutung gewinnen. Aufgrund seiner technologischen Eigenschaften und internetbasierten Datenabfragemöglichkeiten über das EPCglobal-Netzwerk ergeben sich zudem innovative Anwendungsfelder beim E-Commerce und Mobile Commerce. Beispiele hierfür sind Maßnahmen zum Plagiatschutz oder zur Reduzierung von Schwundraten.
Logistik: GS1-128 setzt Maßstäbe
Der GS1-128-Strichcode ist der Standard für die automatische Datenerfassung in logistischen Applikationen. Durch seine weite Verbreitung in der Konsumgüterwirtschaft und bei Logistikdienstleistern sind die Warenwirtschaftssysteme fast aller Beteiligten flächendeckend darauf eingestellt. Wo kooperative und technologische Rahmenbedingungen wie beispielsweise eine flächendeckende Implementierung von RFID auf Basis des EPC ausgereift sind, kommt bereits heute EPC/RFID zum Einsatz.
Die GS1-Datenträger im Wandel der Zeit
Ob und wann optische Datenträger durch EPC/RFID ersetzt werden können, bleibt schwer zu sagen. Bis dahin bieten die Hightech-Codes GS1 DataBar und GS1 DataMatrix großen Nutzen zu geringen Kosten: Sie dienen als Wegbereiter der transaktions- und ereignisgetriebenen Informationslogistik, indem sie einfach implementierbare Lösungen bieten, die zwar noch nicht alle Funktionalitäten eines RFID-Systems abdecken, aber schon wirtschaftlich messbare Vorteile erzielen. Wer EPC/RFID noch nicht nutzen kann, aber frühzeitig entsprechende Weichen stellen will, setzt künftig auf GS1- Strichcodes statt auf willkürlich gewählte Insellösungen.
Das Expertenpapier „GS1-Standards - Ein Lösungsportfolio weist in die Zukunft“ kann kostenlos unter www.gs1-germany.de heruntergeladen werden. Konkrete Impulse und Handlungsempfehlungen zur Erschließung von kurz- und mittelfristigen Potenzialen mittels EPC/RFID gibt das Team von GS1 Germany

Einblick in AutoID/RFID: GS1 Germany GmbH
Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






