Bundesweiter Rollout bis 2013 ist beschlossen
Noch in diesem Jahr startet die phasenweise Einführung eines einheitlichen DRK-Blutspendeausweises mit integriertem RFID-Chip. Besonderes Augenmerk des Projektes lag auf der Nutzerakzeptanz, der Datensicherheit und der Wirtschaftlichkeit. Über das Projekt wird Christine Butzengeiger, Leiterin des Zentralbereichs EDV und Organisation des DRK-Blutspendedienstes West, auf dem Jahreskongress „Der Weg in die Zukunft mit AutoID/RFID“ berichten, welches das Fachmagazin "RFID im Blick" am 13. September in Hamburg veranstaltet.
Im Rahmen der EURO ID 2011, wo das Projekt bereits vorgestellt wurde, sprach „RFID im Blick" mit Dr. Ralf Knels, Leiter des Institutes Cottbus des DRKBlutspendedienstes Ost: „Aus Gründen des Datenschutzes dürfen die wirtschaftlich jeweils eigenständigen DRK-Dienste keine gemeinsame Datenbank unterhalten. Damit wurden Spender, die in einer anderen Region beim DRK Blut spenden wollten, immer wieder von den EDV-Systemen als Erstspender angesehen", erläutert Dr. Knels die Hintergründe. „Jetzt lassen sich die für eine gemeinsame Nutzung erforderlichen Daten auf dem RFID-Chip des Ausweises ablegen, sodass der Spender selber über die Nutzung seiner Daten entscheiden kann. Das Auslesen des Chips ist übrigens nicht ‚im Vorbeigehen', sondern nur mit Hilfe von mit Sicherheitsschlüsseln geschützten Lesegeräten möglich."
Um die datenschutzrechtlichen Aspekte zu berücksichtigen, entschied die Arbeitsgruppe „Einheitlicher Spenderausweis" unter der Leitung von Dr. Wolfgang Stangenberg, Ärztlicher Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Mecklenburg-Vorpommern, eine umfangreiche Akzeptanzanalyse sowie ein Pilotprojekt durchzuführen. Als Ergebnis wurde fast zeitgleich mit der EURO ID der Rollout beschlossen, wobei voraussichtlich die DRK-Blutspendedienste West und Ost mit dem Routineeinsatz beginnen dürften.
In den Pilotphasen 2010 in Essen und im ersten Quartal 2011 in Berlin mit jeweils 1 000 Pilotanwendern wurde zum einen die Lesetechnik im Zusammenspiel mit den Softwaresystemen getestet, zum anderen die Interoperabilität der Ausweise in den unterschiedlichen Regionen, wie Dr. Knels erklärt. Betrachtet wurde weiterhin die zuverlässige Übertragung der Datenformate an die Kartenersteller und auch die Akzeptanz und Praktikabilität beim Personal konnten nachgewiesen werden. „Es wird von Routineprozessen entlastet und hat mehr Zeit für die Spender. Darüber hinaus wird die Karte auch nicht wesentlich teurer als bisher", nennt Dr. Knels als Vorteile.
Auf dem RFID-Chip gespeichert sind die Personendaten (Name, Vorname, Geburtsdatum, Wohnanschrift, Blutgruppe) sowie die Anzahl an Spenden in den DRK-Blutspendediensten und das Datum der letzten Spende. Mit Ausnahme der Blutgruppe sind keine medizinischen Daten hinterlegt. „Wenn der Spender die Region wechselt, ist sofort einsehbar, ob genügend Zeit zwischen den Spenden liegt." Insgesamt werden jährlich circa 4,3 Millionen Vollblutspenden in Deutschland geleistet, davon rund 80 Prozent bei den DRK-Blutspendediensten.
„Ich bin sehr glücklich, dass wir nicht überstürzt, sondern nach reiflicher Betrachtung eine Lösung gefunden haben. Und das unter Beachtung von Datenschutz- und wirtschaftlichen Aspekten. Jetzt können Ausweisinhaber in allen Regionen unkompliziert Blut spenden. Das Anmeldeprozedere vereinfacht sich, die Karte lässt sich an verschiedenen Stationen unproblematisch auslesen, ohne dass eine optische Lesung wie bei Barcodes nötig ist. Somit kann zum Beispiel die Karte zum Auslesen in der Ausweishülle belassen werden", so das Fazit von Dr. Knels.
Lesen Sie mehr zum Thema 'RFID in der Medizin' in der Juniausgabe von "RFID im Blick".
Weitere Informationen zum Jahreskongress „Der Weg in die Zukunft mit AutoID/RFID“ finden Sie hier.


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






