„Living Lab" erprobt vernetztes Wohnen der Zukunft
Ein Ernährungsassistent klärt den Verbraucher über die Nährinhalte einer Mahlzeit auf, ein Kochassistent schlägt kalorienarme Gerichte vor. Der „intelligente" Energieassistent visualisiert den Energieverbrauch und unterstützt den Verbraucher aktiv beim Energiesparen. Ein Gesundheitsassistent kümmert sich darum, dass die Bewohner fit und gesund bleiben. So oder ähnlich sieht das smarte Wohnen der Zukunft aus.
Im Jahr 2007 wurde am DAI-Labor der Technischen Universität Berlin im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Projekts „Service Centric Home (SerCHo)" gemeinsam mit den T-Labs der Deutsche Telekom ein Showroom eröffnet, der eine vollständig vernetzte Wohnungsinfrastruktur mit digitalen Assistenzsystemen zur Verfügung gestellt.
Ausgehend von den im Rahmen des SerCHo-Projektes erzielten Ergebnissen, wurde das Innovationszentrum „Connected Living" ins Leben gerufen. Ziel des Innovationszentrums ist einerseits die marktreife Weiterentwicklung der SerCHo-Technologien bestehend aus Home Service Plattform, Service Provider Plattforum und Service Development Kit zu den sogenannten Connected Living Technologies, bestehend aus Connected Living Box, App-Store und SDK, und andererseits die Entwicklung und Etablierung eines neuen Standards, der es Geräten unterschiedlicher Hersteller und Branchen erlaubt, Informationen austauschen zu können. Dadurch können Partner aus Bereichen wie Medien, Energie, Gesundheit oder Sicherheit Produkte für Connected Living Technologies entwickeln.
Unter Leitung von Prof. Sahin Albayrak erforscht und entwickelt das DAI-Labor Technologien zur Realisierung einer neuen Generation von Smart Services und Smart Systems. In dem Förderprojekt „Service Centric Home" (SerCHo) wurde sowohl aktive als auch passive RFID-Infrastruktur erprobt, die in Verbindung mit digitalen Assistenzsystemen Bewohner zukünftig bei alltäglichen Aktivitäten im Haushalt unterstützt. Diese RFID-Technologien werden im Rahmen von Connected Living Projekten weiter eingesetzt.
„Die aktive RFID dient zur Personenortung. Mithilfe eines speziellen Schlüssels erhalten die Personen Zutritt zur Wohnung und sind auf 25 Zentimeter genau lokalisierbar. Das System passt sich der Situation des Nutzers an, beispielsweise werden Küchen-spezifische Anwendungen gestartet, wenn sich die Person in der Küche aufhält", erklärt Prof. Albayrak. In einem anderen Szenario werden mittels passiver RFID-Tags im Fußbodenbelag Bewegungsprofile erfasst, um beispielsweise zu erkennen, wenn Bewohner gestürzt sind und bewegungslos auf dem Boden liegen. Gerade für Anwendungen im Bereich Gesundheit und Ernährung ist laut Prof. Albayrak der Bedarf und damit die Bereitschaft zur Investition groß: „Durch Connected Living wird eine höhere Lebensqualität geboten, besonders für das altersgerechte Wohnen. Intelligente Assistenten können vor allem älteren Menschen mehr gesundheitliche und persönliche Sicherheit gewähren, sei es bei Stürzen, Bränden oder Einbrüchen."
Zukünftig könnten auch NFC-Handys zur Lokalisierung von Objekten und zur Aktivierung individueller Funktionen genutzt werden. Die Zuordnung des Geräts zur Person erfolgt dann per Device-ID. Weiter kann Connected Living, sobald ein neues Gerät integriert ist, Apps für Assistenzfunktionalitäten empfehlen, die auf der Service Provider Plattform zum Download zur Verfügung stehen. „Diese Funktion wird notwendig für die Unterstützung des Verbrauchers und die Etablierung des gesamten Eco-Systems am Markt sein", so das Fazit von Prof. Albayrak.
Bild: Next Generation Media 2007


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






