2011 wird Rekordjahr für den Wirtschaftsbereich Logistik
Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) sieht angesichts der Daten und Fakten keinen Grund, ihre gemeinsam mit der Arbeitsgruppe für Supply Chain Services in Nürnberg im April veröffentlichte Prognose für den Logistiksektor zu korrigieren. Das gab die BVL im Rahmen des 28. Deutschen Logistik-Kongresses in Berlin bekannt. Unter dem Motto „Flexibel - sicher - nachhaltig" tauschen sich die Teilnehmer aus Industrie, Handel, den Logistikdienstleistungen und der Wissenschaft über grundsätzliche Themen der Logistik und aktuelle Fragestellungen aus.
Der Umsatz des Wirtschaftsbereichs Logistik dürfte sich 2011 bei 220 Milliarden Euro bewegen. Damit wird 2011 das bisherige Rekordjahr 2008 übertreffen, als der Umsatz bei 218 Milliarden Euro lag. Die Beschäftigtenzahl dürfte sich bei rund 2,8 Millionen bewegen. Für 2012 ist ein weiteres - wenn auch gedämpftes - Wachstum sowohl beim Umsatz als auch bei den Beschäftigten wahrscheinlich. Eine genauere Prognose ist jedoch schwierig, da die Entwicklung im Wirtschaftsbereich Logistik gekoppelt ist an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Szenarien zwischen 220 und 230 Milliarden Umsatz erscheinen für 2012 realistisch sowie eine weitere Zunahme der Beschäftigtenzahl um rund 50 000.
Der Vorsitzende des Vorstands der BVL, Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner, ging in seiner Eröffnungsrede auf die aktuellen wirtschafts-, währungs- und finanzpolitischen Entwicklungen ein. „Neben Fakten spielen derzeit Emotionen eine große Rolle", so Klinkner. Auffällig sei, dass die Erwartungen der deutschen Wirtschaft für die nächsten zwölf Monate insbesondere bei Industrie und Handel schon seit einem Jahr verhaltener angegeben werden - ohne dass die Lage sich im Zeitablauf verschlechtere. Er bezog sich dabei auf den jedes Quartal von der Bundesvereinigung Logistik veröffentlichten Logistik-Indikator. „Die Logistik in Deutschland erfreute sich ein knappes Jahr lang einer besonders positiven Konjunktur", fuhr Klinkner fort. „Diese ist nicht gebrochen, aber sie erfordert jetzt besonders sensibles Agieren." Robuste und flexible Lieferketten sowie Wachsamkeit gegenüber den globalen Entwicklungen seien die richtigen Werkzeuge.
Ein Risiko für weiteres Wachstum und unternehmerischen Erfolg, das im derzeitigen Krisenszenario häufig wenig Beachtung findet, kommt allerdings gerade aus dem Bereich Human Resources. Eine Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen der BVL im Sommer 2011 ergab, dass derzeit 75 Prozent der im Bereich Logistik tätigen Unternehmen Schwierigkeiten haben, offene Stellen adäquat zu besetzen. 73 Prozent der Befragten erwarten für die Zukunft durch den Fachkräftemangel bedingte Einbußen.
Träger des diesjährigen Deutschen Logistik-Preises der BVL ist die Geberit Logistik GmbH. Die Jury zeichnete das Unternehmen für das Projekt „Radikaler Umbau einer Konzernlogistik" aus. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen der Gala-Veranstaltung am Abend des ersten Tages des 28. Deutschen Logistik-Kongresses.
Bild: Bundesvereinigung Logistik e.V.


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