Papierfabrik setzt Roll-Tracking-System ein
Die Kübler und Niethammer Papierfabrik Kriebstein hat mit einem Roll-Tracking-System eine RFID-basierte Echtzeit-Lagersteuerung umgesetzt. Die Papierfabrik ist ein Hersteller für gestrichene Recyclingpapiere. Die jährliche Produktion von bis zu 87 000 Tonnen Papier im Rollenformat erfolgt auftragsbezogen. Die Zwischenlagerung sowie Verladung und Versand von über 100 000 Rollen zum Kunden wird aus der Fertigwarenlagerhalle abgewickelt, welche rund 7 000 Tonnen Papier aufnehmen kann.
Die Anforderungen an die Logistik im Lager seien vielfältig. Auftragsbezogen variieren die Papierrollen in Gewicht und Durchmesser. Kleinstrollen mit einem Durchmesser von 31 Zentimeter bis Großrollen von über 2 Meter müssen systematisch möglichst platzsparendend entsprechend der Liefertermine an geeignete Lagerplätzte gebracht sowie ein- und ausgebucht werden. Es werden je Tag über 400 Rollen disponiert und umgeschlagen. Durch die Entwicklung eines Software gestützten dynamischen Lagersystems auf Basis der RFID-Datenerfassung konnte eine maximale Ausnutzung des gesamten Raumes erreicht und gleichzeitig die Umschlagzeiten je Warentransport gesenkt werden.
Das RFID-basierte Roll-Tracking-System (RTS) besteht aus einer Softwareumgebung, einem RFID- Lesegerät, RFID-Datenträgern und digitalen Terminals. Somit kann das System als ganzheitliche Lösung frei skalierbar eingesetzt werden. Im ersten Schritt werden in einer RFID-Kennzeichnungsstation alle fertig produzierten Rollen mit RFID-Transpondern ausgestattet und mit einer Identifikation verheiratet. Jede Rolle erhält ihre eindeutige Kennung auf Basis des EPC-Codes. Das vollständig in die Steuerung der Anlage integrierte System arbeitet dabei ohne Benutzereingriffe vollautomatisch.
Über ein flächendeckendes Netz aus über 5 000 speziell entwickelten RFID-Bodentranspondern lokalisiert jeder Stapler seine Position im Lager. Die Stapler sind im Führerhaus mit digitalen Terminals ausgestattet. Damit erhalten die Staplerfahrer ihre Instruktionen, beispielsweise, welcher Lagerplatz angefahren werden soll. Die Bodentransponder wurden speziell für die Anforderungen des Roll-Tracking-Systems in enger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen smart-TEC entwickelt.
Sobald eine Rolle aufgenommen, transportiert oder abgesetzt wird, registriert das RTS die Rolle und deren aktuelle Position. Selbst wenn mehrere Rollen kaminartig gestapelt sind, ermöglicht die Logik des Roll-Tracking-System eine eindeutige Identifikation. Jede Bewegung wird kartografisch erfasst. Etwa 700 000 Informationen werden täglich im Zentralsystem verarbeitet.
Die permanente Erfassung aller Vorgänge ermöglicht jederzeit ein transparentes Bild über alle Vorgänge im Warenfluss und stellt Auswertungen für strategische Entscheidungen bereit. Ein abschließende Erfassung und Ausbuchung aus dem Zentralsystem erfolgt, wenn die Rollen bei Warenauslieferung zur Spedition über ein RFID-Gate, das in die Rolltore integriert ist, letztmalig erfasst werden.
Bild: smart-TEC GmbH & Co. KG


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






