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RFID im Blick

Die Logistik ist ein Enabler der Industrie 4.0 | Interview mit Prof. Dr. Michael Schenk

Interviews | von PR RFID im Blick | 21. Januar 2015

Die Veränderungen in der Industrie und in der Logistik basieren auf dem zunehmenden Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien

Industrie 4.0 ist nichts, was isoliert in einer Branche stattfindet. Veränderungen des Konsumentenverhaltens im Privaten haben starke Auswirkungen auf Entwicklungen in der Logistik und der Industrie, so Prof. Dr. Schenk. Dennoch wären insbesondere global agierende Unternehmen gefordert, aktiv zu werden, um den Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb zu halten. Im Interview mit „RFID im Blick“ stellt er beispielhaft die Verknüpfungen von Veränderungen in unterschiedlichen Bereichen vor, welche Rolle die Logistik im Umfeld einer industriellen Evolution einnimmt, und erläutert, warum auch ein Heizungsmonteur von Technologien der Industrie 4.0 profitieren kann.

Prof. Dr. Michael Schenk, Institutsleiter, Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, im Gespräch mit Jan Phillip Denkers, „RFID im Blick“

Herr Prof. Dr. Schenk, ist die allgegenwärtige Präsenz des Begriffs „Industrie 4.0“ eine Chance zur Veränderung und zum Aufbruch?

Prof. Dr. Michael SchenkProf. Dr. Michael Schenk Die offensive Diskussion zur Industrie 4.0 ist richtig und wichtig. Wir müssen uns bewusst werden, wie sehr Informations- und Kommunikationstechnologien nicht nur das berufliche, sondern auch das private Umfeld verändern werden. Ein Beispiel: 2014 wird der deutsche Einzelhandel fast 40 Milliarden Euro im E-Commerce erwirtschaften. Ein Kunde, der online einkauft, will seinen Kauf mit einer hohen logistischen Leistung verbunden wissen, bis hin zur Bestimmung des exakten Lieferzeitpunktes. Wenn jedoch auf der anderen Seite die Produkte immer kundenindividueller werden, können dies die fertigenden Unternehmen nicht vorhalten. Darauf muss sich die Industrie in einigen Bereichen einstellen – Produkte so zu konzipieren, dass die Kundenindividualität in den letzten Fertigungsschritten liegt und dass diese automatisiert erfolgen. Zusammengenommen ist dies nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was die Gesamtheit der Industrie 4.0 ausmacht, verdeutlicht aber die weitreichenden Auswirkungen der Veränderungen.

Wer muss Vorreiter der Industrie 4.0 sein?

Alles, was unter dem Begriff Industrie 4.0 subsumiert wird, zielt auf eine Steigerung der globalen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Daher ist es an den von Deutschland aus international agierenden Unternehmen und Konzernen, die ersten Schritte in Richtung Industrie 4.0 zu gehen, da sie als erste von veränderten Anforderungen betroffen sind. Aber Industrie 4.0 ist nicht nur ein Thema für Großkonzerne, auch kann selbst ein Monteur, der seinen Kunden eine Fernwartung ihrer Heizung anbietet, im kleinsten Umfeld von Lösungen der Industrie 4.0 profitieren.

„Nutzt ein Maschinenbauer Aktorik und Sensorik in seinen Produkten, kann er seinen Kunden neue Geschäftsmodelle anbieten. Der nötige Schritt dazu ist, aus den mittels innovativer Technologien erfassten Informationen nutzbares Wissen abzuleiten.“

Gibt es parallel zur Industrie 4.0 auch eine Evolution in der Logistik?

Auf jeden Fall – die Logistik wird gefordert sein, Prozesse und Arbeitsabläufe hinsichtlich Flexibilität und Intelligenz noch stärker kundenorientiert auszurichten. Das funktioniert vergleichbar zur Industrie nur durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien. Wer erfolgreich am Markt bleiben will, muss sich selbst verändern, um mit der Evolution der Industrie und einem veränderten Konsumentenverhalten Schritt halten zu können. Zahlreiche Logistikdienstleister entwickeln bereits heute, beispielsweise in Kooperation mit dem Fraunhofer IFF, Konzepte, welche die so genannte „letzte Meile“ betreffen. In diesem Teil der Logistik besteht noch ein umfangreicher Bedarf der Entwicklung neuer und innovativer Modelle sowie Methoden in der Online-Tourenplanung. Auf diesem Weg wird die Logistik jedoch zu einem Enabler der Industrie 4.0.

Industrie und Logistik unterliegen einem starken Wandel – betrifft die Veränderung auch verwandte Wirtschaftsbereiche?

Auf den Export bezogen, ist es in der Industrie von hohem Interesse, Betriebsdaten von ausgelieferten Maschinen und Anlagen zu erhalten. Aus diesen Daten könnten Rückschlüsse auf die Qualität der Maschine abgeleitet werden, um die Produktion der Maschinen kontinuierlich zu optimieren. Nutzt ein Maschinenbauer Aktorik und Sensorik in seinen Produkten, kann er seinen Kunden neue Geschäftsmodelle anbieten. Der nötige Schritt dazu ist, aus den mittels innovativer Technologien erfassten Informationen nutzbares Wissen abzuleiten. Erhält ein Maschinenbauer über eine integrierte Sensorik die Information, dass ein Teil in einer Maschine beim Kunden verschlissen ist, kann der Hersteller die Drosselung der Produktion empfehlen und gewinnt so Zeit, das passende Ersatzteil zu liefern – eine zustandsbasierte Instandhaltung wird einer der zentralen Aspekte der Industrie 4.0 sein.

Welche Grundlagen müssen für eine Verwirklichung von Industrie 4.0 vorhanden sein?

Heutige Betriebsmittel – Maschinen, Anlagen und Werkzeuge – sind zum Teil noch nicht Industrie-4.0-fähig. Sie verfügen noch nicht über die notwendige Mess- und Kommunikationstechnik sowie geeignete Funktionsmodelle. Ein zweiter großer und herausfordernder Bereich sind Standards in der Informations- und Kommunikationstechnologie, die es zwingend zu setzen gilt. Ohne etablierte Datenübertragungsstandards sind intelligente Systeme in der Produktion und Logistik nicht darstellbar. Drittens erreichen die Treiber der Industrie 4.0 in der Breite die Beteiligten nur, wenn sie vermitteln können, dass innovative Konzepte einem Sicherheitsgedanken Rechnung tragen. Wenn Wissen entsteht, muss sichergestellt werden, dass dieses nicht in fremde Hände gerät. Ebenfalls muss ein Zugriff von außen auf Fertigungen und Systeme unbedingt verhindert werden.

Letzte Änderung am Freitag, 10 April 2015 10:37

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