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RFID im Blick

Pilotprojekt bei Edeka: Edeka-Hessenring mit 500 Filialen führt NFC-Payment ein

Use Cases | von PR RFID im Blick | 09. Februar 2016
Startschuss der kontaktlosen Girocard (VR-Bankcard) bei Edeka am 13. Oktober 2015: Wolfgang Osse, Vorstand der Kasseler Bank, Hans-Richard Schneeweiß, Geschäftsführer der Edeka Handelsgesellschaft Hessenring, Hans-Christian Reuß, Vorstand der Volksbank Göttingen und Michael Hohmann, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Baunatal (v.l.n.r.) Startschuss der kontaktlosen Girocard (VR-Bankcard) bei Edeka am 13. Oktober 2015: Wolfgang Osse, Vorstand der Kasseler Bank, Hans-Richard Schneeweiß, Geschäftsführer der Edeka Handelsgesellschaft Hessenring, Hans-Christian Reuß, Vorstand der Volksbank Göttingen und Michael Hohmann, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Baunatal (v.l.n.r.) BILD: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR)

3.000 kontaktlose Transaktionen im ersten Monat

Edeka als größtes Lebensmittelhandelsunternehmen in Deutschland ist der erste Pilotanwender, der im Oktober 2015 in der Region Kassel-Göttingen die Einführung der kontaktlosen Girocard der VR-Banken gestartet hat. Rund 50 Händler sind bereits angeschlossen. Im Interview mit „RFID im Blick“ zieht Dirk Schwarze, Geschäftsbereichsleiter Finanzen und IT, Edeka-Hessenring, ein erstes Resümee und erklärt, dass nur ein technisch standardisierter Weg die Marktdurchdringung fördert.

Dirk Schwarze, Geschäftsbereichsleiter Finanzen und IT, Edeka-Hessenring, im Interview mit „RFID im Blick“

Herr Schwarze, einige der Top-10-Handelsunternehmen in Deutschland rollen aktuell das kontaktlose Bezahlen mit Kreditkarte aus. Warum hat sich Edeka für die Einführung der kontaktlosen Girocard entschieden?

Edeka-Hessenring wurde als Handelspartner der VR-Banken als Pilotanwender für die Region Kassel-Göttingen ausgewählt. Ziel war es, in der Mitte Deutschlands zu starten, genau in unserem Vertriebsgebiet. Wir sind zudem von dem Produkt Girocard überzeugt. Dafür gibt es einige gute Gründe: Es ist unabdingbar, dass wir uns vom teuren Bargeld verabschieden. Daher forcieren wir das bargeldlose Bezahlen. Die Girocard ist vor allem wegen ihrer Verbreitung das Mittel der Wahl. Fast jeder Erwachsene besitzt sie. Wir wickeln bereits rund 35 Prozent des Kartenzahlungsvolumens in Euro elektronisch ab. Die „Hemmschwelle“ der Karteninhaber ist daher gering, weil das Medium im Geschäft oder am Bankautomaten ohnehin genutzt wird.

Dirk SchwarzeDirk Schwarze „Wir sind auf einem guten Weg. Aber nur mit einer höheren Marktdurchdringung der Girocard und standardisierten Verfahren wird kontaktloses Bezahlen in Deutschland flächendeckend ein Erfolg.“

Der Pilot läuft seit gut vier Monaten. Ein erstes Resümee: Wie wird das Angebot angenommen und wie viele Transaktionen wurden bereits kontaktlos getätigt?

Bereits im ersten Monat hatten wir 3.000 kontaktlose Transaktionen. Das ist noch nicht übermäßig viel, aber wir fangen ja auch gerade erst an. Im Pilotgebiet gibt es aktuell 130.000 herausgegebene Karten – 2,5 Prozent haben wir bei uns bereits zum Einsatz gebracht. Ein ganz guter Start, wie ich finde.

Dennoch zahlen rund zwei Drittel immer noch bar. Warum sollten Kunden, die bisher auch noch nicht die Karte nutzen, ausgerechnet zur kontaktlosen Karte greifen?

Wir verzeichnen in den vergangenen Jahren einen stetig steigenden Anteil an Kartenzahlern, nicht in großen Sprüngen, aber stetig wachsend – und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen. Wichtig ist, dem Kunden das Bezahlen mit Karte möglichst einfach zu machen. Ein wesentlicher Punkt ist, dass die kontaktlose Karte unabhängig vom Betrag wie die „normale“ Girocard genutzt werden kann, unter 25 Euro sogar ohne PIN. Das Aufladen entfällt, der Betrag wird direkt vom Konto abgebucht. Dies senkt die Hemmschwelle für die Nutzung der Karte ungemein. Hinzu kommt die Beschleunigung des Bezahlvorgangs – ein Vorteil, der sich sowohl für den Kunden als auch den Händler vor Ort positiv niederschlagen wird.

Wie viel schneller ist das kontaktlose Bezahlen? Bringt eine Sekunde aus Handelssicht wirklich direkte Effekte?

Definitiv ja, das ganze Handling entfällt: Die Karte der Kassierkraft reichen, einstecken, warten. Faktisch sind es nur ein paar Sekunden, gefühlt ist der kontaktlose Bezahlvorgang jedoch schneller und vereinfacht. Besonders für die Zahlung von Kleinbeträgen ohne PIN-Eingabe unter 25 Euro bedeutet es wirklich einen Geschwindigkeitsvorteil. Oft werden genau diese Beträge bar bezahlt. Das Zusammenzählen von Centstücken ist gerade bei langen Schlangen ein Stressfaktor für Endkunden und Kassierkraft. Hier sehen wir die größten Effekte.

Trotzdem, wie wollen Sie Kunden, die nicht die Affinität zur Karte besitzen, das kontaktlosen Zahlen schmackhaft machen? „Ein Heißgetränk umsonst“ - Wirbt Edeka mit ähnlichen Aktionen?

Dies liegt in der Entscheidungshoheit jedes Marktleiters beziehungsweise Eigentümers des Marktes, der an dem Pilotprojekt teilnimmt. Ich halte es aber auch für schwierig, allein durch die kontaktlose Karte eine nennenswerte Anzahl an neuen Kunden zu überzeugen, bargeldlos zu zahlen. Ein Käufer, der grundsätzlich der Kartenzahlung misstraut, wird sich auch nicht für das Thema ‚kontaktlos‘ interessieren. Aber ich bin überzeugt: Im Laufe der Zeit wird der Anteil steigen. Dies ist einfach ein Gewöhnungsprozess. Was wir jedoch tun ist, dass wir gleich im November gemeinsam mit dem BVR Promotionaktionen wie Gewinnspiele gestartet haben, um Endkunden im Markt das Thema näher zu bringen.

Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und 50 Händler sind aktuell beteiligt. Was ist das angestrebte Ziel nach zwei Jahren?

Wir haben bereits 100 Prozent unseres Marktpotenzials ausgeschöpft. Das heißt: Alle unseren mittleren und großen Händler im Pilotgebiet, die bisher mit EC-Terminals gearbeitet haben, sind mit Kontaktlos-Terminals ausgestattet. Übrigens auch unser neu eröffneter Markt in Göttingen. Jetzt liegt es an dem Erfolg des Projektes – und daran, ob der BVR die Entscheidung trifft, weitere Banken aufzuschalten.

Inwieweit treibt Edeka das Thema NFC-Payment voran?

Die Händlerschaft ist nicht der Haupttreiber. Jetzt schauen wir erst einmal, wie sich das Projekt entwickelt. Wenn uns das Projekt überzeugt, werden wir natürlich darauf einwirken, dass der BVR das Thema weiter voranbringt und hoffen, dass sich weitere Bankorganisationen anschließen werden. Diese haben sich bisher noch mit vornehmer Zurückhaltung positioniert. Im Moment reden wir nur über Karten der VR-Banken – regional schwankt die Marktdurchdringung zwischen einem Drittel und der Hälfte. Wir brauchen aber eine größere Kartenbasis im Markt. Diese ist entscheidend für das Endkundenpotenzial. Je mehr Banken sich dem Thema öffnen, desto schneller wird ein Erfolg sichtbar.

Was wäre denn ein Erfolg aus Ihrer Sicht?

Ganz klar die Zufriedenheit der Kunden und eine höhere Akzeptanz, ein schnellerer Bezahlvorgang und weniger Bargeld. Das ist die Nutzenkette, die wir uns erhoffen. Aber wir haben uns keine feste Prozentzahl auf die Agenda geschrieben, an der wir den Erfolg messen. Die Geldkarte im Raum Hannover ist ja, wie Sie wissen, eher schwach gelaufen. Alles was besser läuft, ist bereist ein Erfolg.

Was läuft Ihrer Meinung nach jetzt besser?

Dass die Karte nicht aufgeladen werden muss. Das ist aus meiner Sicht der entscheidende systemische Vorteil, der Hemmnisse abbaut, das Bezahlsystem zu nutzen.

Ist Mobile Payment ebenfalls eine flächendeckende Option oder stehen Sie dieser eher kritisch gegenüber?

Prinzipiell ist Mobile Payment eine Option, die Frage ist nur: Entwickelt sich ein Standard oder ist der Kunde auf eine unternehmensbezogene Lösung angewiesen? Zahlt der Nutzer beim Händler A mit App A und beim Händler B mit App B, fördert dies nicht die breite Marktdurchdringung. Nur mit einem standardisierten Bezahlvorgang, mit dem ähnlich der Karte bei jedem Händler gezahlt werden kann, sehe ich eine reelle Chance für die flächendeckende Verbreitung.

Werden Sie die Edeka-App trotzdem weiter für Mobile Payment und die individuelle Kundenansprache nutzen?

Ja, natürlich wird die Edeka-App weiter genutzt. Solange es keinen anderen Standard gibt. Und sie spricht die Fans der Marke an. Das eine schließt das andere aber auch nicht aus. Auch die Girocard ist bankenbezogen individualisiert. Nur der technische Weg für Mobile Payment muss standardisiert sein, um eine einfache Bedienung für den Endkunden zu gewährleisten. Dann kann Bezahlen per Handy zum Erfolg werden.

Letzte Änderung am Dienstag, 09 Februar 2016 10:59

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