• Anwendungsbereich








    Keine Auswahl

    Schlagwortsuche

    Technologie






RFID im Blick

RFID „auf Eis gelegt“ beim Modehaus Stöcker: Die nicht realisierbare POS-Einbindung war der Knackpunkt

Use Cases | von PR RFID im Blick Global | 01. März 2016
„Die nicht realisierbare POS-Einbindung war der Knackpunkt“ „Die nicht realisierbare POS-Einbindung war der Knackpunkt“

Nach erfolgreichem RFID-Start kamen die Probleme – Fehlende Einbindung des POS machte Vorteile zunichte – Neustart in 2016?

2013 entstand ein moderner Neubau des Modeund Sporthauses Stöcker im österreichischen Eferding bei Linz mit einer Verkaufsfläche von rund 5.500 Quadratmetern. Ideale Voraussetzungen eigentlich, um ab der Neueröffnung eine ganzheitliche RFID-Lösung für das Instore-Management einzusetzen. Eigentlich deshalb, weil eine Lösung zwar installiert wurde, sich jedoch im realen Betrieb als nicht optimal erwies. Das Warenbestandsmanagement, der Kaufprozess und die Artikelsicherung sollten optimiert werden, so die ursprünglichen Ziele. Über die Gründe, die zum Abschalten der Installation führten und wie es RFID-mäßig jedoch in 2016 weitergehen könnte, darüber sprach „RFID im Blick“ mit Geschäftsführer Peter Stöcker.

Peter Stöcker, Geschäftsführer, Mode- und Sporthaus Stöcker, im Gespräch mit „RFID im Blick“

Der Plan in 2013

Mitarbeiter sollten mittels RFID-Handhelds in regelmäßigen Abständen Warenbestände im Lager sowie im Verkaufsraum erfassen. Manuelle Zählprozesse sollten überflüssig werden. Umfangreiche (Software-)Werkzeuge zur Berichterstattung sollten dem Verkaufspersonal zusätzlich einen besseren Überblick über die verfügbaren Artikel ermöglichen. Die Nachschubsteuerung hätte so optimiert werden können. Das Konzept des offenen Raumes sollte auf Basis nicht benötigter Gates an den Ein- und Ausgängen unterstützt werden. Als Alternative zu konventionellen Diebstahlüberwachungssystemen sollte das System Alarm schlagen, sobald eine Person mit nicht bezahlten Artikeln eine ausgewiesene Zone am Ladenausgang verlässt.

Knackpunkt Kasse

„Die grundsätzliche Idee, RFID zu nutzen, war damals und ist auch noch heute richtig“, davon ist Peter Stöcker überzeugt. Jedoch traten nach der Inbetriebnahme des Systems im täglichen Einsatz Hürden auf. Hürden, die das Modehaus gemeinsam mit seinen Technologie- und Integrationspartnern in der Planung nicht berücksichtigt hatte. „Uns fehlte eine Anbindung an das Kassensystem.“ Diese wurde nicht etwa vergessen, sondern war 2013 mit der damals installierten POS-Software schlichtweg nicht möglich, so der Geschäftsführer: „Die fehlende Integration der Kassen hätte zu zwei parallelen Bestandsdatenbanken geführt. Eine, in der die mittels RFID erfassten Daten gespeichert waren und die Datenbank des Warenwirtschaftssystems.“

Peter StöckerPeter Stöcker „RFID ist – wenn die Technik richtig und vollständig implementiert wird – eine 100-prozentige Verbesserung für unsere Prozesse. RFID eröffnet neue Möglichkeiten, Abläufe im Store zu gestalten, die es ohne diese Technologie nicht geben würde. Dennoch muss eine vollständige Integration am Anfang stehen.“

Keine 100-prozentige Erfassung am POS

Es war nicht zu 100 Prozent ersichtlich, ob alle Waren, die auf dem Kassentresen lagen, auch erfasst wurden. „Da unsere Waren nicht vollumfänglich mit RFID-Tags gekennzeichnet sind, wurde der Mehraufwand an der Kasse zum KO-Kriterium. Alle Artikel mussten zum Teil doppelt eingelesen werden.“ Insbesondere in Stoßzeiten erzeugte der RFID-Einsatz somit mehr Arbeit, obwohl RFID eigentlich auch dazu gedacht war, den Arbeitsaufwand zeitlich zu verringern. Mehr Zeit für die Beratung der Kunden zu haben war das originäre Ziel“, so Peter Stöcker.

Bestandsdaten, die nicht vorhandene Basis

Die unterschiedlichen Daten zum Bestand aus zwei unterschiedlichen Datenbanken waren laut Peter Stöcker schlussendlich der Grund dafür, dass sämtliche Optimierungsmöglichkeiten nicht umsetzbar waren. „Das Bestandsmanagement funktioniert nicht, wenn der Abgleich mit der Warenwirtschaft nicht gegeben ist. Da hakt es exakt an der gleichen Stelle wie bei der Kassenintegration. Wir müssten zwei Systeme parallel fahren. Und im Zweifelsfall nehmen wir den aussagekräftigeren Datenbestand. Der stammt aus der bestehenden Warenwirtschaft. Es macht also auch an dieser Stelle nur Sinn, wenn RFID zu 100 Prozent vollintegriert ist.“

Start in 2013 – Neustart in 2016?

Die gemeinsam mit Technologiepartnern entwickelte und integrierte RFID-Lösung sollte sämtliche Verkaufsprozesse im Laden unterstützen. Angefangen bei der Registrierung von Warenein- und -ausgängen über das Bestandsmanagement bis hin zum Kassiervorgang und eine Diebstahlerkennung – all diese Funktionen sollten ermöglicht werden. „Von den ursprünglich geplanten Funktionen nutzen wir heute lediglich die Diebstahlerkennung.“ Und diese Diebstahlerkennung funktioniert aktuell auch nur eingeschränkt, da das System zur vollen Funktion einen zu 100 Prozent getaggtem Warenbestand benötigt.

Dennoch ist Peter Stöcker von den grundsätzlichen Vorteilen der RFID-Technologie für den Handel überzeugt. So sehr, dass in 2016 ein Neustart anstehen könnte: „Wir nehmen einen neuen RFID-Anlauf, wenn wir auf ein aktuelles Warenwirtschaftssystem umgestellt haben. Das wird im Laufe des Jahres 2016 der Fall sein.“

Lessons learned

„RFID als isolierte Lösung kann in einem kleinen Handelsbetrieb, wie wir es als Modehaus sind, absolut nicht funktionieren. Entweder man schafft es RFID vollumfänglich einzuführen oder man lässt es komplett. Diese Erfahrung mussten wir machen“, erläutert Peter Stöcker und schaut jedoch weiter auf die Vorteile: „Mit RFID könnten wir im Verkaufsprozess zusätzliche Daten generieren. Das ermöglicht Analysen, welche Teile in welcher Größe und Farbe wie oft anprobiert und wie oft gekauft werden. Daten aus der Warenbewegung könnten genutzt werden, um die Warenpräsentation auf der Fläche zu optimieren. Aber das sind dann erst die nächsten Schritte. Am Anfang steht die 100-prozentige Bestandskontrolle.“

Der Blick voraus

„Ob wir im Zuge eines RFID-Neustarts möglicherweise auch auf eine festinstallierte RFID-Infrastruktur setzen werden, hängt davon ab, wie die Vorstufen weitergehen. Dazu gehört die Anforderung, dass wir von unseren Zulieferern einen möglichst hohen Anteil an getaggter Ware erhalten. Wesentliche Vorteile von RFID sehe ich dann bei der Warenübernahme. Ist die Ware noch nicht getaggt, rechnet sich der Invest für festinstallierte Antennen und Reader aus meiner Sicht nicht. Der Aufwand für das manuelle Taggen müsste zusätzlich geleistet werden“, blickt Peter Stöcker voraus. „Das Thema RFID ist wichtig und wird uns auch weiterbringen. Aber dazu müssen auf breiter Front die Voraussetzungen geschaffen werden. Ein vollständig vertikales Unternehmen mit eigenen Shops und eigener Infrastruktur tut sich da möglicherweise leichter. Dennoch schauen wir einem zukünftigen RFID-Einsatz positiv entgegen.“

Letzte Änderung am Dienstag, 01 März 2016 11:45

RFID tomorrow 2016

RFID tomorrow 2016Mo, 19.- Di, 20. September
Van der Valk Airporthotel, Düsseldorf, Deutschland
20 Technologievorträge | 40 Anwendervorträge
35 Aussteller | 35 SpeedLabs der RFID-Anbieter mit Live-Demos

Download des RFID-Kongressprogramms 2015:DownloadYour Download

Jetzt bestellen

Sponsor

 

RFID tomorrow

RFID tomorrow 2016

Kompendium

Company + Application Guide RFID | NFC | Smart Cards

Bestellungen

Fachmagazin RFID im Blick

Kontakt

Kontakt RFID im Blick

Aktuelle Seite: Home RFID-Wissen Use Cases RFID „auf Eis gelegt“ beim Modehaus Stöcker: Die nicht realisierbare POS-Einbindung war der Knackpunkt