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RFID-Schlüssel gegen Produktfälschungen

Artikel | von Serfides | 08. April 2013
Laut einer Studie der Internationalen Handelskammer (ICC) von 2011 wird sich der weltweite ökonomische und soziale Schaden durch Fälschung und Piraterie 2015 auf mehr als 1,7 Billionen US-Dollar summieren. Laut einer Studie der Internationalen Handelskammer (ICC) von 2011 wird sich der weltweite ökonomische und soziale Schaden durch Fälschung und Piraterie 2015 auf mehr als 1,7 Billionen US-Dollar summieren.

Softwarelösung von Serfides verlagert Schutzmechanismen ins Back-end

Die OECD beziffert allein den internationalen Handel mit Fälschungen und Piraterie waren auf jährlich mehr als 200 Milliarden US-Dollar. Besonders von Produktpiraterie betroffene Branchen sind die Elektronikindustrie, der Maschinenbau, die Pharmabranche und der Bekleidungshandel. „Je wertvoller die Marke, desto größer die Angriffswahrscheinlichkeit. Optische Merkmale schrecken Fälscher jedoch in der Regel nicht ab“, erklärt Richard Doll, Geschäftsführer von Serfides gegenüber „RFID im Blick“. Das Unternehmen hat sich daher auf eine Lösung zur Bekämpfung der Produktpiraterie spezialisiert, die RFID-Technologie in einem patentierten Verfahren mit Krypto-Schlüsselpaaren verbindet.

„Viele Hersteller kommen bei dem Tempo, mit dem sich Fälschungen verbreiten, nicht hinterher. Dies war der Anstoß für uns, eine Lösung zu entwickeln, die auf zweigeteilten elektronischen Identifikationsmerkmalen basiert, die jedem einzelnen zu schützenden Produkt zugeordnet und mit Echtzeit-Informationen aus dem Durchlauf durch die Lieferkette verknüpft werden“, erläutert Doll das Konzept. Das Item Ident Management System (IIDS) verlagert eine Komponente des Identifikationsmerkmals vom Produkt weg in das Daten-Backend im Unternehmen. Der Vorteil sei, dass es wesentlich einfacher sei, die entscheidenden Komponenten der Identifikationsmerkmale im eigenen Hause unangreifbar zu machen als auf Tausenden Artikeln, die in der Lieferkette unterwegs sind.

Zweigeteilte elektronische Identifikationsmerkmale

„Wir generieren einen eineindeutigen Schlüssel, der nur einmal pro Produkt existiert und der dann aufgeteilt wird. Der Public-Key eines Schlüsselpaares wird auf dem RFID-Tag am Produkt abgelegt. Der dazugehörige Private-Key wird mit den Produktdaten verknüpft im Backend-System des Anwenders hinterlegt“, so Doll. „Ganz wesentlich dabei ist, dass Kunden weiterhin mit der EPCglobal-Seriennummer arbeiten können. Wir schreiben unser Merkmal auf den freien Bereich des Chips. Immer wenn der RFID-Tag ein Gate oder einen Kontrollpunkt in der Supply-Chain passiert, wird eine Historie auf dem Chip hinterlegt. Optional lässt sich in einem Zwischenschritt der Schlüssel mittels der Historie updaten und erneut auf dem Chip ablegen.“ Für das System können laut Doll handelsübliche Reader und passive RFID-Tags verwendet werden. Einzige Voraussetzung ist ein Chip-Speicher ab 32 Byte aufwärts. Die Schnelligkeit der Datenverarbeitung hängt von den verwendeten Readern ab.

Vorteile gegenüber optischen Merkmalen

Die RFID-Lösung hat laut dem Geschäftsführer entscheidende Vorteile: „Optische Produktschutzmerkmale wie Hologramme sind zum einen nicht wie die RFID-Lösung pulkfähig. Zum anderen ist ihre Echtheit äußerlich nicht erkennbar. Weiter lässt sich eine Seriennummer anhand des Aufbaus der Nummernkreise ‚erraten‘, wenn man nur genügend gleiche Produkte vor sich hat. All diese Punkte schließen wir aus. Ein aufgeteiltes Merkmal kann ein Fälscher nicht erraten, wenn er das Konzept dahinter nicht kennt.“

Produktschutz als Mittel zur Kundenbindung

Serfides führt mit branchenspezifischen ROI-Modellen auch Schadensermittlung beim Kunden durch: „Dabei haben wir Fälle identifiziert, in denen sich das System auch lohnen würden, selbst wenn ein Unternehmen noch gar nicht über Supply-Chain-Optimierungen nachgedacht hat“, so Doll. Weiter ließe sich das System für die Kundenbindung nutzen. Über ein NFC-fähiges Handy könnte der Kunde zukünftig die Echtheit der gekauften Produkte selbst überprüfen. Das System kann durch Plausibilitätsprüfungen feststellen, ob es sich um ein kopiertes Merkmal handelt, wenn es mehrfach im System existiert. Bisher fokussiert Serfides mit dem System auf den deutschsprachigen Raum. „Produktpiraterie ist jedoch ein internationales Thema. Wir haben bereits erste Gespräche geführt, welche den Markt in den nächsten Jahren in Richtung USA öffnen können“, so der Ausblick des Geschäftsführers.

Letzte Änderung am Montag, 08 April 2013 14:30