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Europäische Kommission: Neue Vorschriften für Zahlungsdienste zum Nutzen von Verbrauchern und Einzelhändlern

Pressemeldungen | von PR RFID im Blick | 05. August 2013

Um den Zahlungsverkehrsmarkt der EU fit für den Binnenmarkt zu machen und das Wachstum der EU-Wirtschaft zu fördern, hat die Europäische Kommission am 24. Juli 2013 zwei Legislativvorschläge angenommen:

  • einen Vorschlag zur Änderung der Zahlungsdiensterichtlinie und
  • einen Vorschlag für eine Verordnung über Interbankenentgelte für kartengestützte Zahlungsvorgänge

Hierzu Binnenmarkt- und Dienstleistungskommissar Michel Barnier: „Der Zahlungsverkehrsmarkt der EU ist fragmentiert und mit jährlichen Kosten von mehr als 1 % des EU-BIP bzw. 130 Mrd. EUR auch teuer. Das kann sich unsere Wirtschaft nicht leisten. Unser Vorschlag wird Internet-Zahlungen für Einzelhändler und Verbraucher billiger und sicherer machen und so den digitalen Binnenmarkt fördern. Darüber hinaus werden die bei den Interbankenentgelten vorgeschlagen Änderungen ein zentrales Hindernis zwischen den nationalen Zahlungsverkehrsmärkten beseitigen und den ungerechtfertigt hohen Gebühren ein Ende setzen.“

Die geänderte Zahlungsdiensterichtlinie bringt für den Zahlungsverkehrsmarkt der EU eine Reihe wichtiger neuer Elemente und Verbesserungen mit sich:

  • Sie erleichtert die Nutzung kostengünstiger Internet-Zahlungsdienste und erhöht deren Sicherheit, indem sie die neuen, so gen. Zahlungsauslösedienste in ihren Anwendungsbereich aufnimmt. Dabei handelt es sich um Dienste, die zwischen dem Händler und der Bank des Käufers angesiedelt sind und kostengünstige und effiziente elektronische Zahlungen ohne Kreditkarte ermöglichen. Diese Dienstleister werden nun den gleichen hohen Regulierungs- und Aufsichtsstandards unterliegen wie alle anderen Zahlungsinstitute. Gleichzeitig werden die Banken und alle anderen Zahlungsdienstleister die Sicherheit von Online-Transaktionen erhöhen und zu diesem Zweck bei Zahlungen für eine sichere Authentifizierung ihrer Kunden sorgen müssen.
  • Die Verbraucher werden besser vor Betrug, Missbrauch und sonstigen Problemen (wie einer strittigen oder fehlerhaften Zahlungsausführung) geschützt sein. Bei nicht autorisierten Kartenzahlungen werden sich die Verluste der Verbraucher künftig sehr in Grenzen halten und nicht über 50 EUR hinausgehen (gegenüber derzeit 150 EUR).
  • Bei Überweisungen und Finanztransfers außerhalb Europas sowie bei Zahlungen in Nicht-EU-Währungen werden die Rechte der Verbraucher durch die vorgeschlagene Richtlinie gestärkt.
  • Sie wird neue Anbieter und die Entwicklung innovativer Mobiltelefon- und Internetzahlungen in Europa fördern und damit der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit der EU zugutekommen.

In Verbindung mit der geänderten Zahlungsdiensterichtlinie wird die Verordnung über Interbankenentgelte diese Entgelte bei Zahlungen, die Verbraucher mit ihrer Debit- oder Kreditkarte leisten, deckeln und bei den genannten Karten zusätzliche Gebühren untersagen. Derartige Zusatzgebühren werden von einigen Händlern für Kartenzahlungen erhoben und sind insbesondere beim Kauf von Flugtickets gängige Praxis. Werden bei Zahlungen mit Verbraucherkarten die Interbankenentgelte gedeckelt, gehen die Kosten der Händlern bei Kartenzahlungen erheblich zurück, so dass zusätzliche Gebühren nicht länger gerechtfertigt sind.

Quelle: www.Europa.eu

Letzte Änderung am Montag, 05 August 2013 14:45