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Kontaktloses Zahlen im Handel – wohin geht die Reise?

Artikel | von FEIG ELECTRONIC | 25. September 2013
Eine Anwendung, bei der eine schnelle Bezahlung mittels kontaktloser Medien besonders vorteilhaft ist, ist das Sanifair-System. Eine Anwendung, bei der eine schnelle Bezahlung mittels kontaktloser Medien besonders vorteilhaft ist, ist das Sanifair-System. BILD: FEIG ELECTRONIC

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Großer Nutzen für kleine Händler

Der Ausbau kontaktloser Bezahlsysteme in Deutschland verläuft bisher langsam. Im Interview mit „RFID im Blick“ spricht Andreas Löw, Marketing und Kommunikation, Feig Electronic, über die aktuelle Marktsituation und die Anwendungspotenziale von kontaktlosen Readern im Handel.

Herr Löw, mit Girogo ist ein neuer „Spieler“ unter den deutschen Bezahlsystemen am Markt, doch Händler zögern noch mit dem Einsatz. Daher die Frage an Sie: Wie sehen Sie die Zukunft des kontaktlosen Bezahlens in Deutschland?

Verglichen mit dem Ausland liegt Deutschland in Bezug auf die Verbreitung kontaktloser Bezahllösungen sicher noch zurück. Hierzulande stehen aber vor allem junge Menschen der neuen Technologie offen gegenüber. Für kontaktloses Bezahlen ist „Girogo“ ein Katalysator, weil die Transaktionskosten sehr gering sind. Auch andere Marktteilnehmer, wie Kreditkartenunternehmen, könnten von einer steigenden Akzeptanz kontaktlosen Bezahlens profitieren, wenn Kunden auch im Ausland auf die gewohnte Kontaktlosfunktion zurückgreifen möchten, dort aber nur mit Kreditkarte zahlen können. Um Girogo nutzen zu können, muss ein Händler lediglich ein entsprechendes Lesegerät kaufen und dieses an sein bestehendes Kassensystem anbinden. Da bis zu Beträgen von 20 Euro keine PIN-Eingabe erforderlich ist, stehen kleinere Geschäfte beim Einsatz im Fokus, die zu Spitzenzeiten ein starkes Kundenaufkommen haben, wie beispielsweise Cafés an Bahnhöfen und Flughäfen. Diese Händler profitieren von Mehrverkäufen durch beschleunigte Bezahlvorgänge. Feig Electronic plant, ein entsprechendes Lesegerät zum Einsatz am POS auf den Markt zu bringen.

Für Automatenterminals bietet Feig Electronic bereits Reader für die kontaktlose Bezahllösung Girogo. Wo ist der Einsatz konkret geplant?

Die Anwendungsvielfalt ist im Automaten- oder Unattended- Bereich sehr hoch. In Vending-Automaten für Snacks oder Getränke, aber auch in Kaffeeautomaten, die in Kantinen fest verbaut oder mobil schnell aufgestellt sind, können die Lesegeräte zum Einsatz kommen. Auch hier ist die Zeitersparnis der entscheidende Faktor. Ein weiterer großer Einsatzbereich ist der Zigarettenautomat. Mit dem Lesegerät lässt sich eine Altersverifikation durchführen, da auf jeder Girogo-Karte auch das Alter des Nutzers hinterlegt ist. Darüber hinaus gibt es Anfragen von Packstationen bei Paketdiensten, die oft mit Vandalismus an den Barcodelesern zu kämpfen haben. Eine weitere Applikation sind Pfandrückgabeautomaten: Die Gutschrift des Pfandbetrags kann automatisiert auf die Karte erfolgen.

Welche weiteren Anwendungsbereiche sind für kontaktlose Bezahlfunktionen an Automaten in Zukunft denkbar?

Sollte das einheitliche Verfahren für Euro-Zahlungen im europäischen Binnenmarkt SEPA umgesetzt werden, darf nicht mehr mit Karte bezahlt werden, ohne dass der Kunde eine explizite Willensäußerung anzeigt. Damit wäre es auch nicht mehr möglich, beim Ein- und Ausfahren aus dem Parkhaus die EC-Karte einzuführen und das Geld abbuchen zu lassen. Eine kontaktlose Bezahllösung könnte Abhilfe schaffen: Beim Einfahren hält der Karteninhaber seine Bezahlkarte vor das Lesegerät und die Ankunftszeit wird dem Rechner des Parkhauses gemeldet. Bei der Ausfahrt hält er die Bezahlkarte vor ein Bezahlterminal, das mit dem Rechner verbunden ist und anhand der Zeitspanne zwischen Ein- und Ausfahrt den Preis ermittelt. Durch erneutes Vorhalten der Karte wird die Willensäußerung bekundet und der Vorgang ist abgeschlossen. Zu dieser Lösung erhalten wir interessierte Anfragen.

Der Beitrag ist in der Juliausgabe 2013 des Fachmagazins „RFID im Blick“ erschienen.

Letzte Änderung am Mittwoch, 25 September 2013 12:05