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RFID im Blick

RFID im Opel Test Center | ein Bericht von „RFID im Blick“

Artikel | von PR RFID im Blick | 06. Dezember 2013
RFID im Opel Test Center Rodgau: Das Test Center als „Innovationskeimzelle“ RFID im Opel Test Center Rodgau: Das Test Center als „Innovationskeimzelle“ BILD: Opel

Testcenter

Im Test Center Rodgau nutzt Opel innovative RFID-Lösungen um die Sicherheit im Betrieb zu erhöhen und Testprozesse zu optimieren

30.000 Kilometer täglich spulen die Testfahrer, Ingenieure und Event-Teilnehmer rund um die Uhr auf den aktuell 60 Kilometern umfassenden Strecken auf dem Testgelände mitten im Wald bei Rodgau, zirka eine halbe Stunde südöstlich von Frankfurt am Main entfernt, ab. Der Ausbau des Geländes wird derzeit umfassend vorangetrieben. „Trotz des hohen Fahrzeugaufkommens hatten wir noch nie einen Stau an den Zufahrtspunkten zu den einzelnen Strecken“, berichtet Dr. Matthias Schollmaier, Direktor der Opel Test Center bei einem Vorortbesuch von „RFID im Blick“. „Wir nutzen bereits seit längerer Zeit ein HF-RFID-System, um die Schranken an den Strecken zu steuern. Aktuell stellen wir auch im Zuge des Geländeausbaus auf die UHF-Technologie um, die uns zahlreiche weitere Möglichkeiten bietet“, ergänzt Dietmar Terhörst, IT-Verantwortlicher im Test Center.

Von Jan Phillip Denkers, „RFID im Blick“

Ein Abend Anfang November. Es ist dunkel, die Strecken sind leicht feucht. Dennoch bleibt Dr. Matthias Schollmaier ruhig am Lenkrad. Während er über die verschiedenen Beschaffenheitsmodule der Teststrecken fährt, berichtet er über die Zukunft des Opel Test Centers in Rodgau. Allein in den letzten acht Jahren wurden rund 120 Bauprojekte am Standort entwickelt und umgesetzt. Durch den Zukauf von 180.000 Quadratmetern Fläche von der Stadt Rodgau lassen sich die Teststreckenkilometer in den nächsten Jahren von heute 60 auf rund 100 in ein paar Jahren ausweiten. Opel, der Hersteller, der sich noch vor ein paar Jahren in finanziellen Schwierigkeiten befand, investierte in den Zeiten der Krise dennoch in den Ausbau des Test Centers und steckt auch jetzt mehrere Millionen Euro nicht nur in neue Teststrecken und Infrastruktur wie Gebäude und Entwicklungshallen, sondern auch in innovative RFID-Anwendungen. „Letztendlich überzeugte unser Konzept, das sowohl auf den Ausbau der Testmöglichkeiten für den Opelkonzern baut, als auch auf die Erweiterung des Event-Angebotes hier auf dem Gelände. Diese Öffnung eines Test Centers nach außen wurde anfangs von kritischen Stimmen begleitet. Wir wurden gefragt, wie wir die Sicherheit auf den Strecken bei erhöhtem Fahrzeugaufkommen gewährleisten werden und wie wir den Prototypenbetrieb regeln, sodass keine Informationen nach außen gelangen“, sagt Dr. Schollmaier rückblickend.

Sicherheit hat Vorrang

Eine durchdachte Zufahrtskontrolle ist essentiell für den reibungslosen und sicheren Betrieb auf dem Testgelände. Da die Testfahrer rund um die Uhr auf dem Gelände unterwegs sind und die Teststrecken nicht vollständig überblickbar sind, musste eine robuste Lösung gefunden werden. „Für den Fall, dass sich auf einer Strecke ein Unfall ereignet hat, ein Fahrzeug liegen geblieben ist oder Mäharbeiten stattfinden, muss die Zufahrt zu diesen Streckenteilen begrenzt werden, sonst steigt das Risiko, sollten zusätzliche Fahrzeuge auf diesen Streckenteil einfahren“, beschreibt Dr. Schollmaier die Ausgangslage und führt weiter aus: „Selbstverständlich könnten wir Funkgeräte oder Handys verwenden, um die Fahrer auf dem Gelände zu informieren, dennoch bleibt das Risiko, dass das Handy ausgeschaltet ist oder das Funkgerät nicht gehört wird. Aus Gründen der Sicherheit konnten und wollten wir dieses Risiko nicht eingehen.“

RFID wurde die Lösung

Beim Joggen, so berichtet Dr. Schollmaier, kam er auf die Idee, Technologien wie RFID einzusetzen, um Zufahrten auf dem Gelände zu steuern: „Aus dieser Idee entwickelte sich schrittweise das Grundgerüst unseres heutigen Elektronischen Prüffeld Managements, in das neben RFID auch GPS, WLAN, Datenlogger und Bordcomputer integriert sind. Dieses EPM erleichtert uns den Testbetrieb erheblich.“ Bereits seit längerer Zeit kamen aktive RFID-Transponder für die Zufahrtskontrolle zum Einsatz, so Dietmar Terhörst: „Diese batteriebetriebenen Transponder kosteten damals rund 1.000 D-Mark. Diese Kosten waren eine große Motivation, nach einer günstigeren Alternative zu suchen. Passive HF-Tags mit einem Preis von damals rund einem Euro erwiesen sich als eine gute Lösung. Die von uns verwendeten Transponder waren eine HF-Speziallabel in Postkartengröße, die hinter die Windschutzscheibe gelegt oder in die Spiegelgehäuse geklebt wurden. Mit einer speziellen Antenne ermöglichte uns diese HF-Lösung Lesereichweiten von rund zwei Metern.“

Technologieumstellung wird notwendig

Die seit 2007 genutzte HF-Lösung wird heute allmählich zum „Auslaufmodell“, so Dietmar Terhörst: „Wir haben zu Beginn rund 2.000 der HF-Speziallabels gekauft, die mehrfach genutzt werden. Mittlerweile haben wir mehr als 13 000 Fahrzeuge in unserer Datenbank, die gemeldet waren und hier auf den Strecken zugriffsberechtigt waren oder noch sind. Die HF-Labels nachzuordern wird zunehmend schwieriger. Daher haben wir uns auch nach einer neuen Lösung umgesehen.“

Der Hersteller J.H. Tönnjes E.A.S.T. bettet UHF-Transponder in ein „Ideplate“ genanntes Kennzeichen ein. So ist eine Erfasung bei hohen Geschwindigkeiten zuverlässig möglich, ebenso ein schneller Wechsel der Kennzeichen zwischen Fahrzeugen.Der Hersteller J.H. Tönnjes E.A.S.T. bettet UHF-Transponder in ein „Ideplate“ genanntes Kennzeichen ein. So ist eine Erfassung bei hohen Geschwindigkeiten zuverlässig möglich, ebenso ein schneller Wechsel der Kennzeichen zwischen Fahrzeugen.

UHF sorgt für neue Herausforderungen

„Seit 2012 stellen wir auf UHF-Technologie um. Ein großer Vorteil für uns dabei ist, dass wir bei den UHF-Transpondern mehr Möglichkeiten haben, was die Programmierung der Tags mit Daten betrifft“, berichtet Terhörst. Der Einsatz der UHF-Technologie sorgte allerdings auch wieder für neue Herausforderungen: „Bei der HF-Lösung ist es klar, dass der Transponder, der von dem Lesegerät an der Schranke erkannt wird, auch zu dem Fahrzeug gehört, das direkt davor steht. Durch die mögliche hohe Lesereichweite der UHF-Technologie kann jedoch auch der Transponder eines Fahrzeuges erkannt werden, das möglicherweise hinter dem direkt an der Schranke befindlichen Fahrzeug steht. In unsere Überlegungen für eine neue Lösung sind auch GPS- oder WLAN-Anwendungen eingeflossen. Allerdings müssen wir auf eine Genauigkeit von unter fünf Metern kommen, wenn ein einzelnes Fahrzeug erkannt werden soll.“ Auch metallbedampfte Windschutzscheiben können die korrekte Erfassung der UHF-Transponder beeinflussen. „Da zunehmend mehr Kunststoffe an den Fahrzeugen verbaut werden, haben wir Punkte eruiert, an denen die Transponder gut lesbar angebracht werden können. Wir testen und verwenden auch Kennzeichen von Tönnjes, in die ein UHF-Transponder eingebettet ist und das Blech des Kennzeichens als Antenne nutzt. Das ist insbesondere bei Events mit Fremdfahrzeugen eine elegante Lösung, anstatt den Fahrzeugen ein Label aufzukleben.“ Trotz der neuen physikalischen Herausforderung, die die UHF-Technologie mit sich bringt, setzt Opel im Test Center Rodgau voll auf UHF „Da geht der Markt hin“, ist sich Dietmar Terhörst sicher.

Lesen Sie weiter über Bodenantennen für die Hochgeschwindigkeitserfassung, den „Drei-Antennen-Trick“, den Einsatz von Multiplexern, die Datenerfassung per RFID beim Tanken und Waschen in der Novemberausgabe 2013 des Fachmagazins "RFID im Blick".

BVB meets Opel @ Testzentrum Dudenhofen

Letzte Änderung am Montag, 16 Dezember 2013 10:00
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