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KEMAS: RFID-basierte Wäscheübergabesysteme für den Textilkreislauf

Artikel | von KEMAS | 03. März 2014
RFID-Technologie ermöglicht die flexible Bereitstellung von Berufskleidung nach Bedarf. RFID-Technologie ermöglicht die flexible Bereitstellung von Berufskleidung nach Bedarf. BILD: KEMAS

Mehrwerte durch intelligente Vernetzung

Mehr als 18 Millionen Patienten wurden 2012 in deutschen Krankenhäusern vollstationär behandelt. Rund eine halbe Million Betten stehen dafür zur Verfügung. Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache in Bezug auf die täglich benötigten Mengen an Wäsche – allein für die Betten. Um diese Mengen bereitzuhalten und gleichzeitig den Reinigungskreislauf im Blick zu behalten, bedarf es innovativer Lösungen. Das Unternehmen Kemas ist ein Pionier bei der Entwicklung sicherer Übergabelösungen. Mit UHF-RFID-basierten Versorgungspunkten, nicht nur für Gesundheitseinrichtungen, entwickelt das seit 1991 im sächsischen Oberlungwitz ansässige Unternehmen Systeme, die neben der Textilausgabe zahlreiche Mehrwerte ermöglichen. „Die zusätzlichen Nutzenpotenziale entstehen durch die Verknüpfung von Systemen und Prozessen“, sagt Reinhard Knörnschild, Senior Sales Manager bei Kemas, im Gespräch mit „RFID im Blick“.

Herr Knörnschild, Kemas bietet unterschiedliche Systeme an, um eine transparente Nachverfolgung von Berufsbekleidung, Bettbezügen und anderen Textilien im Logistikkreislauf zu ermöglichen. Wie unterscheiden sich die Lösungen?

Die Lösungen von Kemas lassen sich grob in zentrale und dezentrale Versorgungspunkte unterteilen. Für eine zentrale Ausgabe haben wir eine „Raumlösung“ entwickelt, bei der die Mitarbeiter über eine Schleuse einen Wäscheraum betreten. Sie identifizieren sich am Schleuseneingang. Nach der Entnahme von Bekleidung aus den Regalen wird jedes Teil durch in der Schleuse installierte RFID-Antennen erfasst und verbucht. Wird eine dezentrale Lösung benötigt, stellen wir flexibel positionierbare Ausgabeschränke auf. Dadurch können beispielsweise Wegezeiten deutlich verkürzt werden. RFIDAntennen in den Schleusen und Schränken generieren Informationen, die neben einer verbesserten Bestandskontrolle und einem transparenteren Prozess zwischen Wäscherei und Kunde zahlreiche Mehrwerte bieten.

Reinhard KnörnschildReinhard Knörnschild, Senior Sales Manager Kemas:
„Eine ‚smarte‘ Wäscheausgabe auf UHF-RFID- Basis hat großes Potenzial für zahlreiche Mehrwerte auch außerhalb des eigentlichen Textilkreislaufes.“

„Die zusätzlichen Nutzenpotenziale entstehen durch die Verknüpfung von Systemen und Prozessen.“

Welches Potenzial können Krankenhäuser und Textildienstleister durch die Nutzung RFID-basierter Wäscheausgabesysteme ausschöpfen?

Prozesse im Wäschekreislauf – sei es bei der Flachwäsche oder bei Dienstbekleidung – werden erst durch RFID wirklich transparent. Die vorhandenen und benötigten Bestände werden in Echtzeit sichtbar. Die Krankenhäuser erlangen eine Übersicht, wie viel Wäsche an welchen Stellen benötigt wird. Auch kann sich die Wäscheversorgung besser auf Stoßzeiten einrichten. Mit Blick auf die Berufsbekleidung ermöglicht RFID die Umstellung von personenbezogener Kleidung auf Poolkleidung. Nur wer verschmutzte Wäsche abgibt, erhält gereinigte Bekleidung. Das reduziert die Umlaufmenge und damit die Kosten. Eine durch RFID gewährleistete, permanente Inventarisierung ermöglicht Dienstleistern und Endkunden über die Software einen Einblick in die Bestände in Echtzeit. Für beide Seiten ist es finanziell ein Gewinn. Das Krankenhaus bezahlt nur die Wäsche, die genutzt wird, und die Wäscherei muss weniger kontrollieren, reparieren und neu beschaffen.

Die Kosten einer UHF-RFID-basierten Übergabelösung sind hoch, die Kalkulationen der Textildienstleister und Krankenhäuser jedoch sehr knapp bemessen. Wie rechnen sich die Investitionen dennoch?

Die Kosten für die Systeme sind nicht gering, das ist richtig, jedoch sorgen aussagekräftige Nutzungsdaten aller Textilien für Kalkulationssicherheit. Wer Systeme von Kemas nutzt, hat mit einer durchdachten Software im Hintergrund keinen Aufwand für eine doppelte Datenpflege. Der Ausschluss von Medienbrüchen bei der Vernetzung mit vorhandenen ERP-Systemen stellt sicher, dass beispielsweise Daten aus der Personaleinsatzplanung in die Berechnung der benötigten Wäschemengen mit einfließen. Die effiziente Bewirtschaftung wird möglich und führt zu einer Kosteneinsparung. Die exakte Dokumentation der Wechselzyklen der Mitarbeiterbekleidung ist zusätzlich ein großes Plus für das Hygienemanagement.

Mehr Transparenz, verringerte Kosten, verbesserte Hygiene – sind diese Mehrwerte nicht überzeugende Argumente genug?

Für die reine Wäscheausgabe mag das ausreichend sein. Aber heute stehen Textildienstleister in einem starken Wettbewerb. Krankenhäuser lagern ihre Wäschereien immer stärker aus. Die zu verteilenden Aufträge umfassen ein immenses wirtschaftliches Potenzial. Die Herausforderung der Dienstleister ist, sich bei einem vergleichbaren Leistungsportfolio von Marktbegleitern zu differenzieren. Wie etabliert sich ein Dienstleister also am Markt? Ganz einfach, indem er seinen Kunden Mehrwerte anbietet, die über die reine Wäscheversorgung hinausgehen. Da in diesen Lösungen von Kemas UHF-RFID-Technologie genutzt wird, ist das Generieren von Nutzungsdaten möglich. Werden diese Daten nun softwareseitig mit anderen Systemen verknüpft, sind smarte Anwendungen denkbar.

Welche Anwendungen haben Sie dabei im Blick?

Da möchte ich ein Beispiel aus der Lebensmittelindustrie anführen: Aufgrund strenger Hygieneauflagen steht das Thema Bekleidung stark im Fokus. Die RFID-basierte Wäscheausgabe ermöglicht eine genaue Dokumentation der Bekleidungswechsel. Diese Dokumentation dient dem Nachweis, dass die Hygieneauflagen eingehalten werden. Ein Kunde, bei dem wir aktuell eine Wäscheausgabelösung realisieren, muss zusätzlich die Ausgabe von Messern dokumentieren, die in der Produktion benötigt werden. Diese werden über einen weiteren Schrank ausgegeben. In der Software sind beide Ausgabesysteme verknüpft. Nach Schichtende wird jedes Messer vom System überprüft, erst dann darf es zurückgegeben werden. Dadurch wird verhindert, dass auch kleinste Teile des Messers, die vielleicht in der Produktion abgebrochen sind, in die hergestellten Lebensmittel gelangen. Die softwareseitige Verwaltung der Ausgabesystem-Daten sorgt für einen Qualitäts- und Sicherheitsgewinn. Zahlreiche weitere Kombinationen von Anwendungen sind denkbar. Zum Beispiel die Verbindung von Wäscheausgabe und Führerscheinkontrolle. Meldet sich ein Mitarbeiter zur Kleiderausgabe am Terminal an, kann die Software prüfen, ob der Führerschein des Mitarbeiters kontrolliert werden muss. Dies ist bei der Nutzung von Poolfahrzeugen regelmäßig nötig und kann dann direkt am Terminal der Wäscheausgabe erfolgen. So werden Prozesse zusammengeführt, was den Aufwand minimiert.

Letzte Änderung am Montag, 03 März 2014 10:36
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