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„Der EPC-Standard bietet alle Voraussetzungen“ | Interview mit Jörg Bald, Waldemar Winckel

Artikel | von Winckel | 14. Mai 2014

Automotive: Markteinschätzung

Harmonisierung schafft die Grundlage für eine effektive und erfolgreiche Zusammenarbeit

Der EPC-Standard bietet alle Voraussetzungen, damit alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette erfolgreich und effektiv miteinander arbeiten können, sagt Automotive: Markteinschätzung Jörg Bald, Geschäftsführer, Winckel. Die Einigung auf die gemeinsame Nutzung des Standards wird jedoch nicht ohne Diskussionen vonstatten gehen.

Jörg Bald, Geschäftsführer, Winckel, im Interview mit Anja Van Bocxlaer, „RFID im Blick“

Sie sagen, EPC wird der Standard sein, an dem sich Unternehmen der Automobilindustrie orientieren werden. Wie kommen Sie darauf?

Jörg BaldJörg Bald Das Unternehmen Winckel ist bereits seit vielen Jahren in der Automobilbranche tätig. Und wir haben selbst an der Spezifikation mitgewirkt. Der EPC ist ein globaler Standard, an dem sich die Masse orientieren wird. Auch viele andere Industriezweige haben sich auf den EPC-Standard geeinigt. Einfach, weil er die Interoperabilität der RFID-Systeme innerhalb der Wertschöpfungskette sicherstellt. Auch das Gros heutiger RFID-Reader ist nach den EPC-Spezifikationen entwickelt. Daher glaube ich, dass auch in der Automobilindustrie eine Einigung erzielt werden kann. Aber diese wird nicht ohne Diskussionen ablaufen.

„Die Diskussion um die Standardisierung wird sich noch verschärfen, wenn die Automobilzulieferer verstärkt RFID für ihre eigenen Prozesse nutzen möchten“.

Wie lange, schätzen Sie, wird es dauern, bis sich ein einheitlicher Standard in diesem Bereich etabliert hat?

Sicher noch einige Jahre. Und die Diskussion wird sich noch verschärfen, wenn die Zulieferer verstärkt RFID für ihre eigenen Prozesse nutzen möchten. Dieser Wunsch ist deutlich erkennbar. Zudem gibt es klare technische Anforderungen, beispielsweise für die Anbringung von Transpondern, die sich aus dem Prozess ergeben. Dadurch wird auch der Druck auf der Anwendungsseite, sich mit Standardisierungen auseinanderzusetzen, steigen. Ein standardisiertes Vorgehen bedeutet, dass Zulieferer nicht verschiedene Transponder an demselben Bauteil, an unterschiedlichen Anbringungsorten, applizieren müssen, sondern einen Tag nutzen, der zu allen Systemen kompatibel ist.

Was raten Sie Ihren Kunden?

Wir raten unseren Kunden, wenn möglich, den EPC-Standard zu nutzen oder sich zumindest daran zu orientieren. Grundsätzlich ist es sehr sinnvoll, sich zu einem frühen Zeitpunkt mit RFID auseinanderzusetzen. Auch sind die Unternehmen in einer guten Ausgangsposition, die sich rechtzeitig gemeinsam an einen Tisch setzen und überlegen: Wie können beide, Zulieferer und Hersteller, den gleichen Transponder nutzen?

Wie viel Prozent der Zulieferer beschäftigen sich bereits mit RFID?

Nach unseren Erfahrungen setzt sich der überwiegende Teil bereits mit RFID auseinander. Aber nicht alle Projekte, die vor zwei bis drei Jahren konzipiert wurden, sind auch umgesetzt worden. An realen Projektumsetzungen arbeiten schätzungsweise 15 Prozent. Ich denke, der Markt zieht jetzt erst an.

Neben der Kompatibilität wird bei den Beratungsgesprächen sicherlich auch der Chippreis diskutiert....

Nahezu alle EPC-Schemata sehen in der Grundvariante eine 96 bit Codierung vor. Daher verwendet die Masse Chips mit 128 bit EPC – ohne oder allenfalls mit wenigen bit User Memory. Chip- und Inlayhersteller richten ihr Produktprogramm darauf aus. Damit sind dies natürlich auch die günstigsten am Markt erhältlichen Produkte. 256 und mehr bit EPC Memory und/oder ein größerer User Memory sind selbstverständlich teurer, werden in der Regel aber auch nur in bestimmten Anwendungen benötigt.

Welche Faktoren bestimmen den Preis eines RFID-Transponders?

Der Preis wird maßgeblich durch die anwendungstechnischen Anforderungen an den Transponder bestimmt. Ein Inlay für fünf Cent ist nicht mit einem industrietauglichen Produkt vergleichbar, das sich durch Spezialmaterial, spezielle Klebstoffe oder eine On-Metal- Ausführung auszeichnet. Vielfach müssen wir erkennen, dass bei der Konzeption der Verbrauchsmaterialien die Belange einer optimierten Produktion kaum berücksichtigt werden. Gerade hierdurch lässt sich aber oftmals der Preis erheblich reduzieren. Ich würde mir wünschen, dass bei der Neuanschaffung eines RFID-Systems auch der Produzent der Verbrauchsmaterialien bei der Frage miteinbezogen wird: Was lässt sich technisch und wirtschaftlich sinnvoll produzieren?

Wie will Winckel den automobilen Zuliefermarkt adressieren?

Wir sind im Automotive-Sektor bereits sehr gut unterwegs, etwa 20 bis 25 Prozent macht dieser anteilig an unserem Geschäft aus. Priorisiertes Ziel ist es, unsere Rolle als führender Komplettanbieter für RFID-basierte Informationslösungen schwerpunktmäßig in diesem Bereich weiter auszubauen. Nicht zuletzt darauf ist auch die strategische Kooperation mit unserem Partner Nofilis ausgerichtet. Unter Verwendung der Komponente ‚CrossTalk‘ können wir durch zusätzliche Kompatibilitäts- und Synergieeffekte für Zulieferer ausgesprochen interessante Angebote kommunizieren. Zudem nutzen wir das gemeinsame Potenzial intensiv, indem wir auf das Know-how von insgesamt rund 70 Mitarbeitern mit unterschiedlichsten Kompetenzen zurückgreifen können.

Letzte Änderung am Mittwoch, 14 Mai 2014 12:27
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Ron Jäger

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