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Wie Marc O’Polo seine Textillogistik mithilfe der RFID-Technologie optimiert

Use Cases | von Kathrein | 07. Juli 2014
„Unsere Prozesse sind mit RFID deutlich effizienter als früher. Das merkt der Kunde zum Beispiel ganz konkret, wenn er an der Kasse nicht mehr lange warten muss.“Jana Hildenbrand, Director Sales Support Marc O‘Polo „Unsere Prozesse sind mit RFID deutlich effizienter als früher. Das merkt der Kunde zum Beispiel ganz konkret, wenn er an der Kasse nicht mehr lange warten muss.“Jana Hildenbrand, Director Sales Support Marc O‘Polo BILD: Marc O’Polo

Blusen zählen leicht gemacht

Die Modemarke Marc O’Polo ist eine der führenden Marken im Premium Casual Segment mit mehr als 2.600 Stores und Handelspartnern. Angesichts kurzer Kollektionszyklen und wechselnder Trends ist die Logistik eine der zentralen Aufgaben im Unternehmen. Wichtig sind Flexibilität, Kundenorientierung und vor allem Schnelligkeit. Um die Prozesse zu perfektionieren, setzt Marc O’Polo künftig auf RFID. Die dafür benötigte Technik wird im Wesentlichen von Kathrein geliefert.

Von Thomas Brunner, Head of Sales, Kathrein RFID

Vom Store-Tagging zum Source-Tagging

Marc O’Polo ist einer der Vorreiter bei der Anwendung von RFID in der Modebranche, denn das Unternehmen hat – im Gegensatz zu Kaufhäusern mit vielen verschiedenen Marken – alle Prozesse in der eigenen Hand. So lässt sich der große Vorteil, die Ware entlang der gesamten Lieferkette berührungslos zu verfolgen, tatsächlich nutzen. „Wir hatten ursprünglich gar nicht daran gedacht, RFID für die komplette Logistik einzusetzen“, erläutert Jana Hildenbrand, Director Sales Support bei Marc O’Polo. Es sei zunächst nur darum gegangen, das System in den eigenen Stores zu installieren, um die Warenverfügbarkeit, den Kassiervorgang und die Warensicherung zu optimieren. Bei der Projektplanung habe man dann schnell festgestellt, dass der RFID-Einsatz auch die Prozesse der gesamten Supply Chain optimieren kann. Mittlerweile bekommt jedes einzelne Produkt nach Fertigstellung in der Fabrik ein individuelles RFID-Etikett und kann damit vom Werk bis in den Laden verfolgt werden.

Lieferungen im Handumdrehen überprüft

„Früher mussten wir immer glauben, was auf dem Lieferschein steht, denn ein detailliertes Überprüfen hätte zu viel Zeit und Manpower gekostet“, so Jana Hildenbrand. „Künftig können wir ganz einfach feststellen, ob eine Lieferung beispielsweise tatsächlich die avisierten 2.000 Blusen enthält.“

Das Zentrallager wird dafür mit einer neuen Eingangsschleuse ausgestattet. Die Kartons fahren ungeöffnet an einem Krai-Lesegerät vorbei: die RFID-Tags an der Ware werden automatisch erfasst und es steht unmittelbar fest, ob die Angaben auf dem Lieferschein korrekt sind. Vor Projektstart hat Marc O’Polo zunächst durchgerechnet, welche Investitionen getätigt werden müssen und welchen finanziellen Nutzen die RFID-Technik bringt. Fazit: Es muss eine sehr hohe Investition getätigt werden, doch bereits im dritten Jahr nach Realisierung werden sich sich die Ausgaben amortisiert haben.

Seidenschals im Stresstest

Marc O’Polo kann durch den Einsatz der RFID-Technik seine Ware von der Produktion über den Transport bis zum Verkaufsort verfolgen. Die RFID-Etiketten an den Produkten ermöglichen eine genaue Übersicht über den Wareneingang und -bestand.Marc O’Polo kann durch den Einsatz der RFID-Technik seine Ware von der Produktion über den Transport bis zum Verkaufsort verfolgen. Die RFID-Etiketten an den Produkten ermöglichen eine genaue Übersicht über den Wareneingang und -bestand. (BILD: Marc O’Polo)
Mitte 2012 ging die Modemarke zusammen mit einer Unternehmensberatung daran, die richtigen Partner für das Projekt zu suchen. Für die technische Ausstattung standen verschiedene Anbieter zur Wahl. „Wir haben dann ein Test-Szenario aufgebaut, wie es bei uns in der Praxis vorkommt“, schildert Peter Teufel, Director IT bei Marc O‘Polo, das Vorgehen. „Bei Stresstests haben wir beispielsweise untersucht, wie die Technik ein Paket mit 200 Seidenschals ausliest, die eng aufeinander liegen. Eine Leserate von 100 Prozent ist unter solchen Bedingungen nicht zu gewährleisten, aber der Wert sollte so nah an 100 Prozent wie möglich sein. Das Kathrein-System hat dieses Ziel erreicht und war zudem vom Preis-Leistungsverhältnis her überzeugend.“ Auch habe eine Rolle gespielt, wie sich die Antennen, die das Signal der RFID-Transponder an der Ware erfassen, möglichst unauffällig in den Stores integrieren lassen. „Mit Kathrein war es möglich, hier verschiedene Optionen zu nutzen“, ergänzt Teufel.

Kürzere Wartezeiten an der Kasse

Abgesehen von der Logistik hat der Einsatz von RFID die erhofften Vorteile im Store erbracht: Mit einem mobilen Handlesegerät lassen sich die Kleidungsstücke und Accessoires rasch erfassen. Mitarbeiter können dadurch viel einfacher feststellen, welche Waren in welcher Größe aus dem Lager geholt werden müssen. Auch an der Kasse geht es schneller: Die Mitarbeiter scannen nicht mehr Barcodes einzeln ab. Und weil der RFID-Tag auch zur Warensicherung dient, muss nicht wie früher noch ein Hart-Etikett entfernt werden. Der Kunde legt seine Artikel auf den Tresen, diese werden automatisch erfasst und der Kauf wird nach Bezahlung bestätigt – das System weiß automatisch Bescheid, dass die Ware rechtmäßig den Laden verlässt.

Herausforderung Diebstahlschutz

Die Diebstahlsicherung ist technisch gesehen eine Herausforderung für RFID. Das System muss erkennen, ob beispielsweise eine Hose im Eingangsbereich auf Warenträgern präsentiert wird oder bereits auf dem Weg nach draußen ist. „Wir reden hier von einem komplizierten Bewegungsprofil eines RFID-Transponders“, erläutert Thomas Brunner, Sales Manager bei Kathrein RFID. Dazu sind in jedem Marc O’Polo-Store vier Antennen an der Decke angebracht, die unentwegt Daten sammeln. Alle in den Shops angebrachten Antennen lieferte das Unternehmen Kathrein. Eine spezielle Software wertet diese aus und kann durch verschiedene Parameter bewerten, ob jemand offenbar lange Finger machen oder eine Hose nur seiner Frau am Regal gegenüber zeigen möchte.

Prozesse und Räumlichkeiten müssen angepasst werden

Bei allen Vorteilen, die RFID hat, gibt es auch ein paar Stolpersteine. „Man darf nicht davon ausgehen, dass alles nur einfacher und schneller geht“, hat Jana Hildenbrand festgestellt. Zum Beispiel müssen bauliche Gegebenheiten in den Läden berücksichtigt werden. Ohne entsprechende Anpassungen kann es beispielsweise leicht passieren, dass Artikel aus dem Lager mit eingelesen werden, wenn lediglich der Bestand im Store selbst erfasst werden soll. Bei einer Inventur muss sichergestellt sein, dass sich an jedem Artikel ein Etikett befindet, und dass vor allem keine losen Etiketten im Store liegen. „Es ist nicht so, dass einer mal eben durch den Laden schwebt und schon ist die Inventur gemacht“, sagt die RFID-Projektleiterin von Marc O’Polo. Wichtig sei, manche Prozesse bewusst etwas zu verlangsamen und vor allem die Mitarbeiter eingehend zu schulen, damit sie die Technik verstehen. Marc O’Polo will den Rollout der RFID-Technik über alle Stores bis zum Sommer abschließen, was der Branche nicht verborgen geblieben ist. Es gebe bereits erste Anfragen anderer Unternehmen, sagt Jana Hildenbrand, „aber wir sammeln erst mal unsere Erfahrungen und dann können wir später vielleicht Vorträge zu dem Thema halten“.

Letzte Änderung am Mittwoch, 21 Oktober 2015 17:36
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