„RFID im Blick“ Reportage: Chip, NFC und Smart Card 02/2015

Anja Van Bocxlaer

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RFID im Blick

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RFID-Strategie der Chiphersteller. Wie verändert NFC die Welt? Multiapplikation auf der Smart Card.

Eines ist sicher: Wer sich nicht mit der RFID-Technologie auseinandersetzt, kann den Anschluss schnell verlieren

Chip, NFC und
Smart Card 2015Von Dunja Kandel, „RFID im Blick

Welche Visionen und Produktstrategien in 2015 verfolgen die Chiphersteller?

Wie sehen Anbieter von Testlösungen, Entwickler und Hardwareanbieter die Chancen für NFC-Anwendungen und Services? Was ist notwendig, um Bezahlverfahren sicher zu machen und Lösungen zu etablieren, die interoperabel und nutzerfreundlich sind?

Ticketing, Loyalty, Payment oder Zutrittskontrolle – der Markt für kontaktlose Karten wächst und damit die Anwendungen. Speziell im Transport- Sektor deutet sich Wachstum für kontaktlose Technologien an.

Der ID-Markt wächst in 2015 bis zu 15 Prozent

Advanide erwartet steigende Nachfrage nach kontaktlosen Smart Card ICs

AdvanideHolger Winterhalter, Head Secure Access bei Advanide, im Gespräch mit „RFID im Blick“

„Wir sehen mittel- bis langfristig sehr hohes Potenzial im Loyalty-Bereich. In diesem Segment werden Applikationen von Magnetstreifenkarten zu Smart Cards migrieren.“

Der gesamte ID-Markt wird im Jahr 2015 mit 10 bis 15 Prozent wachsen, ist Holger Winterhalter, Head Secure Access bei Advanide, überzeugt. Speziell in den Märkten Transport, Access Management und Loyalty sieht der Distributor von Halbleiterprodukten für die Smart- Card- und RFID-Industrie hohes Wachstumspotenzial. Die Migration auf kontaktlose Technologien wird die Nachfrage nach sicheren kontaktlosen Smart-Card- Technologien stark steigern. Im IC-Bereich nimmt der Bedarf nach mehr Sicherheit und Speichergröße zu.

Low-Power-Chips für Wearables und Sensorik

Intel will mit Lösungen für das Internet der Dinge über den reinen Chip-Ansatz hinauswachsen

Intel IoT Ignition LabRalf Gräfe, Manager des Intel IoT Ignition Lab, im Interview mit „RFID im Blick“

„Das IoT ist eine höhere Entwicklungsstufe von RFID-Anwendungen, die aber Aspekte von M2M oder Mobilgeräten vereinen.“

Bis 2020 sollen 40 Milliarden Geräte mit dem Internet verbundenen sein – von Wearables bis zu industriellen Systemen, so die Vision von Intel. Grundlage sind Low-Power-Chips für Sensoren, Wearables wie Kleidung oder Fitness-Tracker und andere Hardware. Wie viele IT-Unternehmen bereitet sich der Halbleiterhersteller auf den Wachstumsmarkt „Internet der Dinge“ vor – mit Lösungen für Smart Grids, Smart Cities, Gebäudeautomation oder das Gesundheitswesen.

 

FRAM und RFID

Nicht nur in Industrie, Medizin oder Logistik sind FRAM-basierte Tags gefragt, auch abseits der großen Märkte will Fujitsu Semiconductor das Business beschleunigen

Fujitsu Semiconductor EuropeJozsef Miho, Product Marketing Engineer, Fujitsu Semiconductor Europe, im Gespräch mit „RFID im Blick“

„Die Grenze eines EEPROM-Tags mit rund einer Million Schreibzugriffen kann in wenigen Tagen erreicht werden. Bei nur einem Schreibzugriff pro Sekunde würde ein EEPROM-Tag keine zwei Wochen überleben, während ein FRAM-Tag die ersten 30.000 Jahre (bei nur 1012 Zugriffen) problemlos arbeiten würde.“

FRAM besitzt als Speichertechnologie unter den in RFID-Tags genutzten nicht-flüchtigen Speichern eine Sonderstellung. Umso interessanter für Anwendungen, in denen EEPROM-basierte Tags an ihre Grenzen stoßen – in geschwindigkeitshungrigen Applikationen, in denen es gilt, große Datenmengen bei hohen Durchlaufgeschwindigkeiten zu speichern. „Den größten Bedarf sehen wir derzeit in der Industrie. Wir sind aber offen, für weitere Applikationen, in denen die Eigenschaften von FRAM gefordert sind, auch kundenspezifische Lösungen zu entwickeln“, so Jozsef Miho, Fujitsu Semiconductor Europe.

Wir sehen Smart Cards und NFC ganz klar im Verbund

Samsung forciert Multi-Applikationsansatz für Ticketing, Loyalty, Giftcards und Micropayment

Samsung Semiconductor EuropeJörg Suchy, Associate Director Strategic Business Development Chip Card and Near Field Communication (NFC) EMEA, bei, Samsung Semiconductor Europe, im Gespräch mit „RFID im Blick“

„Wir erwarten, dass der gesamte kontaktlose Markt extrem wächst. Allein kontaktlose Karten im Payment-Sektor werden 50 Prozent des Gesamtvolumens erreichen. Speziell für das Transport-Segment sehen wir 2015 als ein sehr wichtiges Jahr.“

„Nutzerfreundliche Technologien sind der Schlüssel für Wachstum des gesamten kontaktlosen Marktes“, erklärt Jörg Suchy von Samsung Semiconductor Europe. „Wir sehen Smart Cards und NFC ganz klar im Verbund und erwarten, dass die Synergie den Markt stimulieren wird.“ Welche Produktstrategie der Halbleiterhersteller verfolgt, wie Samsung den Multiapplikationsansatz vorantreiben will und warum offene Standards entscheidend für die globale Interoperabilität sind, darüber spricht Jörg Suchy im Interview mit „RFID im Blick“.

NFC kann mehr als Payment!

Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von der Wartung bis zum NFC-Sensor-Transponder

TriovacosRené Herschmann, Geschäftsführer von Triovacos, im Interview „RFID im Blick“

„Systeme wie NFC-Sensortransponder müssen mit möglichst allen am Markt verfügbaren NFC-fähigen Geräten kommunizieren können.“

Für Entwickler von NFC-Komponenten eröffnet die Technologie eine Vielzahl an Optionen. „Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr diversifiziert und gehen weit über Payment-Anwendungen hinaus“, erklärt René Herschmann, Geschäftsführer von Triovacos. „Wir konzipieren und realisieren die meisten Kommunikationssysteme kundenspezifisch – von der mobilen Wartung, über eCouponing, Temperatur-Monitoring von medizinischen Produkten, bis hin zur Telemedizin.“

Eine Karte – zig Möglichkeiten

Stuttgart wird bei Mobilität, Freizeit und Payment zum bundesweiten Voreiter

Exceet Card GroupVon Fabian Rau, Head of Segment Logical Access Solutions, Exceet Card Group

„Erstmalig haben wir die VDV-Kernapplikation mit einer Mastercard-Funktionalität in einer Smart Card kombiniert. Die so entstandene Parallelität der beiden Funktionen in einer Karte war der technologische Meilenstein bei der Entwicklung.“

Wer regelmäßig im ÖPNV unterwegs ist, benötigt eine Karte. Wer ein Car-Sharing-Fahrzeug nutzen will, benötigt eine Karte, wer bezahlen möchte, benötigt eine Karte. Und mit jeder Karte wächst die Dicke der Geldbörse. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern hat sich die Stadt Stuttgart eines ehrgeizigen Projektes angenommen und vereinigt Payment, Mobilitätsund weitere Dienstleistungsangebote auf einer einzigen Smart Card, die das Unternehmen Exceet für das Smart-City-Projekt entwickelt hat. Über die dahinterstehende Vision, den Funktionsumfang der Anwendung und welche Rolle ein neu entwickelter Security- Token zukünftig spielen kann, darüber sprach „RFID im Blick“ mit Fabian Rau von Exceet.

Kontaktlose Karten und NFC nehmen im ÖPNV-Ticketing Fahrt auf

Contactless Payment und Ticketing sind Wachstumsmärkte.
Neue RFID-/NFC-Lesegeräte sind flexibel und unterstützen beides.

Feig ElectronicFrithjof Walk, Sales & Marketing Manager, Feig Electronic, im Gespräch „RFID im Blick“

„In den nächsten Jahren werden nahezu alle Chipkarten einen kontaktlosen Chip haben. Der Prozess vollzieht sich sehr schnell, auch bei Kreditkarten.“

Der Markt für kontaktlose Bezahlsysteme wächst. Und damit der Einsatzbereich für RFID-Reader, sei es für das Bezahlen mit „Tap & Go“ am Automaten oder kreditkartenunterstützes Ticketing im ÖPNV. „Vor allem im Bereich Warenverkauf und Ticketing ist Wachstum zu erwarten“, erklärt Frithjof Walk, Feig Electronic. Der Lesegerätehersteller bereitet sich auf den Wachstumsmarkt vor – mit einer neuen Generation von Readern, die nicht nur kontaktlose Kreditkarten unterstützen, sondern auch NFC-Applikationen. Anwendungen, die im Fokus stehen, sind Vending-Applikationen und Open-Loop-Ticketing.

NFC braucht klare Regeln

Robuste und validierte Tests legen die Grundlage, um sichere NFC-basierte Services zu starten

COMPRIONHajo Sandschneider, Direktor Produktmanagement & Marketing, COMPRION, im Gespräch mit „RFID im Blick“

„Für sichere NFC-Services muss viel mehr betrachtet werden als das reine NFC Protokoll.“

Die Einführung von NFC-Services hat lange auf sich warten lassen. Diese können aber nur sicher und zuverlässig arbeiten, wenn die Technologien und Interfaces – speziell die, welche die UICC als Secure Element betreffen – ausreichend getestet werden. Nun werden Tests für Mobilfunkgeräte verbindlich, die nicht nur die einzelnen Schnittstellen gründlich überprüfen, sondern auch deren Zusammenspiel in Bezug auf die Anwendung.

NFC schafft Mehrwerte, aber die Reichweite ist beschränkt – kommt bald das UHF-Handy?

NFC und UHF sind Enabler für die digitale Welt

Murata ElektronikAlexander M. Schmoldt, Business Development Manager, Murata Elektronik, im Gespräch mit „RFID im Blick“

„In der Industrie ist UHF eine klare Anforderung. Bei der Integration auf der Platine von Elektronikprodukten lässt sich NFC in der Regel nicht sinnvoll nutzen.“

Mit dem Verbraucher interaktiv zu kommunizieren ist der Wunsch vieler Produkthersteller. Was liegt näher, als ein NFC-fähiges Smartphone dafür zu nutzen? Sind NFC-Tags in Produkte integriert, ergeben sich neue Möglichkeiten für die Kundeninteraktion, aber auch für die Brand Protection oder die Produktverfolgung, wie Alexander Schmoldt, Murata Elektronik, im Interview aufzeigt. Der Experte wagt zugleich einen Blick über den Tellerrand und erklärt, wo und warum UHF in Verbindung mit dem Handy eine Alternative zu NFC sein kann und wo die Reise in Zukunft hingehen könnte.

Security: Keep it simple!

Der Erfolgsfaktor sicherer mobiler Datennutzung und Kommunikation ist die Einfachheit der Bedienung bei einem gleichzeitig höchstmöglichem Sicherheitslevel

CertgateStefan Schmidt-Egermann, Head of Sales & Marketing, Certgate, im Gespräch mit „RFID im Blick“

„Solange keiner der Marktteilnehmer bereit ist, sein Secure Element zu einem annehmbaren Preis auch für andere zu öffnen, wird NFC-Payment nicht zum Fliegen kommen. Ganz abgesehen von der noch immer nicht ausreichenden Infrastruktur.“

In den vergangenen Jahren haben Unternehmen jeglicher Größe enorme Anstrengungen unternommen, ihre Gebäude und ihre Netzwerke bestmöglich gegen physische und digitale Einbruchsversuche abzusichern. Doch eine neue Gefahr lauert in der Jackentasche nahezu jeden Mitarbeiters – Smartphones, die fast immer mit dem Internet verbunden sind. „Nutzt ein Mitarbeiter sein privates Telefon, verliert das Unternehmen die Hoheit über die Daten und die Kommunikation“, berichtet Stefan Schmidt-Egermann von Certgate. Weshalb es für Firmen und Mitarbeiter aber oftmals besser ist, eigene Geräte zu nutzen, erläutert der Sicherheitsexperte im Gespräch mit „RFID im Blick“: „Eine einfach zu nutzende und gleichzeitig hochperformante Sicherheit – auch bei kontaktlosen Anwendungen – zu gewährleisten, ist mit innovativen Lösungen heute möglich.“

Letzte Änderung am Donnerstag, 21 Januar 2016 13:09
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