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Murata Elektronik: NFC schafft Mehrwerte, aber die Reichweite ist beschränkt – kommt bald das UHF-Handy?

Artikel | von Murata Elektronik | 24. März 2015
Murata hat einen NFC-Tag entwickelt, der Gehäusemaße von 3,2 mal 3,2 Millimeter besitzt und sich im normalen Spritzgussverfahren verarbeiten lässt. Dadurch eignet er sich für die Integration in Kunststoffteile und es ist somit möglich, mit wenig Platzaufwand dem Produkt eine digitale ID zu geben. Murata hat einen NFC-Tag entwickelt, der Gehäusemaße von 3,2 mal 3,2 Millimeter besitzt und sich im normalen Spritzgussverfahren verarbeiten lässt. Dadurch eignet er sich für die Integration in Kunststoffteile und es ist somit möglich, mit wenig Platzaufwand dem Produkt eine digitale ID zu geben.

NFC und UHF sind Enabler für die digitale Welt

Mit dem Verbraucher interaktiv zu kommunizieren ist der Wunsch vieler Produkthersteller. Was liegt näher, als ein NFC-fähiges Smartphone dafür zu nutzen? Sind NFC-Tags in Produkte integriert, ergeben sich neue Möglichkeiten für die Kundeninteraktion, aber auch für die Brand Protection oder die Produktverfolgung wie Alexander Schmoldt, Murata Elektronik, im Interview aufzeigt. Der Experte wagt zugleich einen Blick über den Tellerrand und erklärt, wo und warum UHF in Verbindung mit dem Handy eine Alternative zu NFC sein kann und wo die Reise in Zukunft hingehen könnte.

Alexander M. Schmoldt, Business Development Manager, Murata Elektronik, im Interview mit „RFID im Blick“

Die Produktintegration könne ganz unterschiedliche Motive haben, aber ein vorrangiges Interesse gelte einer gesteigerten Consumer-Interaktion. „Oft wird der Wunsch geäußert, NFC-Tags in Produkte zu integrieren, in der Regel geht es um hochwertige Markenprodukte. Einfach, weil die Möglichkeiten jetzt da sind, diese mit einem NFC-fähigen Smartphone auszulesen und darüber mit dem Verbraucher in Interaktion zu treten“, meint Alexander Schmoldt.

Reichweite versus Tag-Größe: Wie klein darf der Tag sein, um ihn komfortabel per NFC zu lesen?

„Wir haben aktuell einen NFC-Tag in Serie und evaluieren gerade, wie klein der Tag sein darf, damit in Bezug auf die Reichweite noch ein zufriedenstellendes Nutzungsergebnis möglich ist“, berichtet Schmoldt. „Dies hängt auch damit zusammen, dass es keine einheitliche Architektur für die NFC-Reader in den Smartphones gibt. Primär sind NFC-Handys auf die Bezahlfunktion ausgerichtet und die Reichweite ist per se beschränkt. Daher muss die Lösung auf die jeweiligen Anforderungen angepasst werden“, erklärt der Experte. Einigen Anwendern mag die Touch-Funktion genügen, um die Verbindung zwischen NFC-Tag und Smartphone herzustellen, andere möchten den Einsatz flexibler handhaben können.

Alexander SchmoldtAlexander Schmoldt„In der Industrie ist UHF eine klare Anforderung. Bei der Integration auf der Platine von Elektronikprodukten lässt sich NFC in der Regel nicht sinnvoll nutzen.“

Mehrwerte für Hersteller und Verbraucher

Durch die Integration von NFC-Tags in Produkte könnten Mehrwerte für beide Seiten entstehen, ist sich der Experte sicher. Für Hersteller sei es beispielsweise interessant zu erfahren, wie häufig und wann der Anwender ein Produkt nutzt oder wo sich die Produkte im Einsatz befinden. „Wichtig ist, dass dies im Sinne des Datenschutzes anonymisiert geschieht“, betont Schmoldt. Andererseits könne sich der Nutzer beim Hersteller registrieren, um im Falle eines Diebstahls oder Verlustes des erworbenen Produktes anhand der Tag-ID die Identität des Besitzers feststellen zu lassen. „Diese Lokalisierungsfunktion an sich ist nicht neu. Ein Business Case kann aber dann entstehen, wenn der Nutzer mit dem Handy direkt zur Online-Registrierung geführt wird und im Gegenzug einen Gutschein erhält oder Zusatzfunktionen wie Produktempfehlungen nutzen kann.“

Gesetzliche Anforderung zur Produktkennzeichnung treibt Nachfrage in der Medizin

Eine integrierte Produkt-ID könne aber auch für die Produktverfolgung genutzt werden. „Im Medizinbereich ist ein starker Schub entstanden. Treibende Faktoren sind die gesetzlichen Anforderungen der USA für Kennzeichnung von Medizinprodukten per UDI. Wir merken dies daran, dass wir vermehrt Anfragen für die Kennzeichnung pharmazeutischer Produkte erhalten oder im Bereich Probenmanagement, Tags in Probenträger, Röhrchen oder Schachteln zu integrieren“, so Schmoldt weiter. Da hier besondere Anforderungen in puncto Sterilität und Hygiene gestelllt werden, bietet es sich an, die Tags bereits bei der Herstellung im Spritzgussverfahren in Probenträger zu integrieren.

RFID als Enabler für IoT und Industrie 4.0

In der Industrie ist laut Schmoldt auf Herstellerseite einerseits der Schutz vor Plagiaten ein wichtiges Thema. Andererseits bestehe der Bedarf Produkte mit integriertem RFID-Tag für die Fertigungssteuerung zu nutzen. Befeuert werde dies zusätzlich durch das Trendthema Industrie 4.0: „Wir befinden uns in einer Aufbruchszeit. Die Technologie ist momentan Enabler. Unternehmen verstehen, dass sie RFID brauchen. Und sowohl NFC als auch UHF stellen eine komfortable Brücke zwischen der materiellen und der digitalen Welt dar, um neue Anwendungsszenarien aufzubauen“, erklärt Schmoldt und führt aus: „In der Industrie ist jedoch UHF-RFID eine klare Anforderung. Bei der Integration auf der Platine von Elektronikprodukten lässt sich NFC in der Regel nicht sinnvoll nutzen. Bei professioneller Nutzung sehen wir sehr häufig den Einsatz von kleinen portablen Readern, die per Bluetooth mit einem Smartphone oder Tablet gekoppelt sind. Da diese Produkte ihre Tag-Funktion über den gesamten Lebenszyklus behalten, steigt der Wunsch, möglichst mit dem Smartphone alleine mit den Geräten in Interaktion treten zu können.“

RFID-Source-Tagging in der Elektronik

Speziell für den Einsatz von RFID in der Elektronik habe sich seit eineinhalb Jahren UHF als Lösung herauskristallisiert, berichtet Schmoldt: „Erstmals wurde in der Industrie Source Tagging strukturell betrieben, sprich Produkte ab der Quelle mit RFID ausgestattet, und ich wage die Vorhersage, dass sich dies als Standard etablieren wird.“

Murata arbeitet in dem Konsortium „RFID Value Creators“ bei diesem Thema mit verschiedenen Unternehmen zusammen: „Wir sehen gerade eine neue Klasse von Produkten am Markt, die bereits ab Produktion über den kompletten Lebenszyklus mit RFID ausgestattet werden. Dies beginnt bei der Integration in der Fertigung, geht darüber hinaus bis zu Wartungsanwendungen oder eben Zusatzfunktionen in Verbindung mit dem Smartphone. Da sind Systemintegration, Software oder Reader für spezifische Funktionen gefragt. Wir sind offen für weitere Unternehmen, die hier mitarbeiten möchten.“

Letzte Änderung am Dienstag, 24 März 2015 11:04
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