„RFID im Blick“ Reportage: RFID in der Automobilindustrie 04/2015

Anja Van Bocxlaer

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Anja Van Bocxlaer

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RFID im Blick

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Fokus auf Standards. Qualitätskontrolle und schlanke Prozesse. Forschen für die Echtzeitsteuerung der Zukunft. Trend Connectivity.

RFID in der Automobilindustrie 2015Von Dunja Kandel, „RFID im Blick

Seit 2014 rückt RFID auch für unternehmensübergreifende Anwendungen in der Automobilindustrie in den Vordergrund. Damit nehmen konkrete Vereinbarungen für unternehmensübergreifend nutzbare RFID-Lösungen einen sehr viel höheren Stellenwert ein, wie der RFID-Expertenkreis des VDA konstatiert.

Dass OEMs eine Ausweitung des RFID-Einsatz auf globale Werke und auch neue Use Cases beispielsweise in der Outbound-Logistik im Blick haben und in 2015 Pläne konkretisieren, ist bekannt. Die RFID-gestützte Verfolgung von Stoßfängern ist ein sehr evidentes Beispiel, dass die RFID-Implementierungen der vergangenen Jahre nun Früchte tragen. Die Kennzeichnung von Anbauteilen wie Stoßfängern mit RFID ist wohlgemerkt (noch) kein Standard, aber naheliegend.

In der Forschung wird bereits voraus gedacht und an der zukunftsgerichteten Optimierung der Fertigung von CFK-Großserienbauteilen in der Automobilindustrie mittels RFID-Technologie gearbeitet. Und noch ein Zukunftsthema beherrscht die Autosalons dieser Welt: Connected Car, Vehicle-to-X-Lösungen oder Autonomes Fahren.

Automobilzulieferer EuWe integriert RFID-Technologie

Hightech-Kunststoffprodukte mit RFID von Turck

TurckAchim Weber, Vertriebsspezialist bei Turck, im Gespräch mit „RFID im Blick“

„Die Integration des Turck-RFID-Systems in der Steuerung war sehr einfach. Wir mussten keine Sonderbausteine in der SPS-Software hinterlegen. Ich konnte die Schnittstelle der Steuerung direkt bedienen.“

Verkettete Produktionsprozesse in Sondermaschinen haben Nachteile: Ein Stopp an einer Station sorgt fast unmittelbar für den Stillstand der gesamten Maschine. Intelligente Pufferstrecken können für einen stetigen Produktionsfluss sorgen, lassen sich aber meist erst mit der Identifikation der Werkstücke sinnvoll realisieren. Der Automobilzulieferer EuWe Eugen Wexler GmbH & Co. KG hat dies in einer neuen Produktionsanlage für Heckentlüftungen entsprechend umgesetzt – mit Turcks RFID-System BL ident.

RFID-Einsatz in der CFK-Großserienfertigung

Fraunhofer-Forscher arbeiten an der zukunftsgerichteten Optimierung der Fertigung von CFK-Großserienbauteilen in der Automobilindustrie mittels RFID-Technologie

Fraunhofer IWUJulia Pielmeier, Projektgruppe RMV des Fraunhofer IWU, im Gespräch mit „RFID im Blick“

Die Integration von RFID-Transpondern in CFK ermöglicht die Überwachung und Steuerung der Fertigung von CFK-Großserienbauteilen über den gesamten Herstellungsprozess.

Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff (CFK) wird als Zukunftswerkstoff der Automobilindustrie gesehen. Um jedoch die Prozessabläufe der CFK-Großserienproduktion echtzeitnah zu überwachen und zu steuern, stand bisher keine Lösung bereit. Die RFID-Technologie kann hierfür ein geeigneter Ansatz sein. Im Rahmen des Forschungsprojekts „InTraCFK“ untersucht die Augsburger Projektgruppe Ressourceneffiziente mechatronische Verarbeitungsmaschinen (RMV) des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) gemeinsam mit den Unternehmen BMW, smart-TEC, GEFASOFT und noFilis die technische Machbarkeit der Integration von RFID-Tags in CFK-Bauteile.

 

RFID-Expertenkreis

Richtungsweisende RFID-Standards für Industrie 4.0

RFID-ExpertenkreisDirk Werthmann, BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik, Teilnehmer im, VDA-Arbeitskreis Auto-ID

VDA-Industrieempfehlungen - Grundlage für die praktische Umsetzung in der unternehmensübergreifenden Supply-Chain

Im ersten Quartal 2015 hat der RFID-Expertenkreis des Verbands der Automobilindustrie (VDA) die Industrieempfehlung VDA 5500 - Grundlagen für den RFID-Einsatz in der Automobilindustrie veröffentlicht. Die VDA 5500 ergänzt die bestehenden Industrieempfehlungen VDA 5501 (Behälter), VDA 5509 (Prototypenteile), VDA 5510 (Serienteile) und VDA 5520 (Fahrzeuge) und fasst die grundsätzlichen Inhalte dieser anwendungsbezogenen Richtlinien in einem Leitdokument zusammen. Dazu zählen unter anderem die technischen Anforderungen an RFID-Transponder und die Gestaltung unternehmensübergreifend einsetzbarer RFID-Datenstrukturen. Gleichzeitig hat der RFID-Expertenkreis in den letzten Monaten systematisch an der Revision der bereits etablierten Industrieempfehlungen gearbeitet.

Ohne RFID? Ausgeschlossen

Rehau setzt in der Stoßfängerproduktion konsequent auf RFID und dehnt etablierte Prozesse auf andere Werke, Baureihen und Prozesse auch in der Logistik aus

RehauMarcel Munzert, Corporate IS Production Logistics, Rehau, im Gespräch mit „RFID im Blick“

Von der Produktion in die Logistik - Erfolgreiche RFID-Implementierungen werden auf neue Prozesse übertragen

„Bei Rehau ist der RFID-Einsatz für die Bauteileverfolgung von Stoßfängern gesetzt“, erklärt Marcel Munzert, Corporate IS Production Logistics, Rehau. In acht Werken weltweit kommt die Technologie in der Produktion zum Einsatz. Und die bereits etablierten Prozesse werden aktuell auf andere Baureihen, teilweise weitere Werke und neue Anwendungsgebiete ausgeweitet. Nach der Produktion rücken nun auch Logistikprozesse wie das staplerbasierte Ladungsträgermanagement bei dem Automobilzulieferer in den Fokus.

Erfolgsfaktor RFID

Mit RFID-basierten Prozessen zur schlanken Fertigung und 100-Prozent-Auslastung

Magna Exteriors & InteriorsHendrik Rothe, Geschäftsführer von Magna Exteriors & Interiors (Meerane), im Interview „RFID im Blick“

„Wir können noch effektiver und prozesssicherer produzieren“

Zwei Jahren nach Start der RFID-gestützten Stoßfängerproduktion in Meerane zieht Hendrik Rothe, Geschäftsführer Magna Exteriors & Interiors (Meerane) eine positive Zwischenbilanz: Die Prozesssicherheit der RFID-basierten Fertigung und Systemlösungen zur Qualitätssicherung überzeugt nicht nur den Automobilzulieferer, sondern ist auch ein erfolgreiches Mittel zur Neukundengewinnung. In ungewöhnlich kurzer Zeit konnte das Magna-Werk im sächsischen Meerane eine 100-Prozent-Auslastung erzielen. Und der Technologieeinsatz wird weiter ausgebaut und verfeinert.

NFC-Handy wird zum Smartkey

Witte Automotive bringt Mobile Access in Autoschlösser

Witte AutomotiveReinaldo Mensch, Leiter Entwicklung und Christian Goldschmidt, Leiter Mobile Access Witte Automotive, im Gespräch „RFID im Blick“

„Der Trend, verstärkt dezentrale intelligente Systeme in das Fahrzeug zu integrieren und über CAN-Bus anzubinden, ist unübersehbar. Daher entwickeln wir innovative Möglichkeiten und Prozesse stetig weiter.“

Fahrzeugtüren öffnen und schließen via Smartphone, und das Paket wird vom Dienstleister direkt im Kofferraum hinterlegt. Schlüsselloser Zugang wird mit NFC neu definiert. Der Automobilzulieferer für Fahrzeugschließsysteme Witte Automotive hat ein NFC-basiertes System für den Zugang und das Managen von Fahrzeugen entwickelt und ist überzeugt: „NFC ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern der logisch nächste Schritt“, wie Christian Goldschmidt und Reinaldo Mensch, Witte Automotive, erklären.

RFID in Body Welding and Painting

Valmet Automotive in Finland is tracking the production of cars with RFID

Valmet Automotive

RFID can support highly automated production processes like in the paint shop or in the body shop

Valmet Automotive is a leading service provider in automotive engineering, vehicle manufacturing, convertible roof systems, and related business services. Their focus areas of expertise are premium cars, convertibles and electric vehicles. After successful deployment of a RFID system for the chassis painting process, Valmet Automotive has expanded the tracking system and is taking RFID into usage for the whole production process.

Vernetzte Fertigung

Wie Industrie 4.0 bei Bosch die Wettbewerbsfähigkeit stärkt

BoschVon Andreas Müller, Projektleiter Logistik für Industrie 4.0, Bosch

Die vernetzte Fertigung trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und weiter zu steigern – und sichert somit auch Arbeitsplätze in Deutschland. Beispiele wie diese zeigen, dass das Thema Industrie 4.0 sehr viele Bereiche der Fertigung betrifft und verändert.

Industrie 4.0 bietet dem Industriestandort Deutschland die große Chance, seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Bosch nutzt hierfür in seiner intelligent vernetzten Produktion – nicht allein im Automotive-Bereich – unter anderem RFID-Tags. Ein Beispiel ist die Produktion von Einspritzdüsen für Dieselmotoren im Werk Homburg/ Saar. Dort erfassen RFID-Funketiketten den Transport der Werkstücke durch die Fabrik.

Erfolgreiche und schnelle Rollouts durch Software-Templates

Globale Rollouts erfordern Hardwareunabhängigkeit, Skalierbarkeit und Modularität

NofilisMartin Dobler, CTO and Patrick Hartmann, Global Sales Director, Nofilis, im Gespräch mit „RFID im Blick“

Modulare Softwarelösung - Mit einem Template-Ansatz lässt sich die Komplexität in Projekten reduzieren

Große Rollouts, steigende Datenvolumina, Echtzeitlokalisierung – zukunftssichere Plattformlösungen müssen mit den zunehmenden Anforderungen in der Automobilindustrie mitwachsen. Der Software- Technologieanbieter Nofilis weiß aus der Erfahrung in vielen großen Rollouts, wie wichtig es ist, die Komplexität aus den Projekten zu nehmen. „Wir nähern uns inzwischen tatsächlich dem ‘Internet of Things‘ an. Je mehr Systeme und größere Rollouts es gibt, desto mehr müssen wir uns damit befassen, jegliche Events zu speichern und zu verarbeiten, um diese effektiv weiterzunutzen“, erklärt Martin Dobler, Nofilis.

„Inseldenken blockiert die RFID-Integration“

Die richtige Beratung vermeidet unerwartete Hürden, spart Kosten und steigert die Prozesseffizienz

WinckelJörg Bald, Geschäftsführer und Dr. Erhard Schubert, RFID Projektmanagement, Winckel, im Gespräch mit „RFID im Blick“

RFID von Beginn an richtig eingesetzt, steigert die Effizienz und vermeidet systemische und finanzielle Sackgassen

Die RFID-Technologie ist ein Hebel für effiziente Prozesse in der Automobilindustrie. Die heute verfügbare Hardware ist technisch ausgereift und für Integratoren trotz ihrer Komplexität beherrschbar. Wer RFID in seinen Prozessen einsetzen will, braucht einen Partner, der die Branche von A bis Z kennt und sowohl die Abläufe beim Hersteller als auch beim Zulieferer versteht. Die Vermittlung zwischen allen Beteiligten ist das entscheidende Puzzleteil für effizienzsteigernde RFIDApplikationen. Um jedoch von Beginn eines RFID-Projektes an die richtigen Entscheidungen zu treffen, bedarf es eines ganzheitlichen Blickes sowie eines umfangreichen System-Knowhows, welches Winckel vermitteln will.

UHF ist die alleinige Zukunft von RFID in der Automobilindustrie

Langfristig wird UHF-RFID aufgrund des größeren Funktionsumfanges und der höheren Leistungsstärke bestehende RFID-Applikationen ersetzen

Kathrein RFIDEmre Gürbüz, Sales Manager RFID, Kathrein RFID, im Gespräch mit „RFID im Blick“

UHF-Reader-Technologie - Intelligente Daten für effiziente und transparente Prozesse

Intelligente Daten erzeugt von smarten RFID-Lösungen tragen zu effizienten und transparenten Prozessen entscheidend bei. Dazu ist der Einsatz von innovativer UHF-Technologie unumgänglich, ist sich Emre Gürbüz, Kathrein RFID sicher. UHF bietet, so der Sales Manager, nicht nur einen deutlich höheren Funktionsumfang, um beispielsweise Störquellen zu identifizieren oder Richtungserkennungen zu ermöglichen, sondern hat auch das Potenzial, einen unternehmensübergreifenden Datenfluss zu ermöglichen. „Erst wenn alle relevanten Produktionsschritte mittels UHF-RFID unterstützt werden, lässt sich das Poten-zial der Technologie zu 100 Prozent – auch in Prozessen zwischen Unternehmen – nutzen“, sagt Emre Gürbüz.

Spezial-Labels für die Automotive-Branche

Unternehmen aus dem Automotive-Umfeld stellen hohe Ansprüche an stabile und nachvollziehbare Prozesse. RFID-Labels unterstützen die Erfüllung in vielfältiger Form.

Gera-IdentRamin Hassan, Gera-Ident, im Gespräch mit „RFID im Blick“

„Ein RFID-Label ist optimal, wenn es unauffällig funktioniert“

„Wer RFID-Labels als Klebeetiketten betrachtet, sieht nicht die Mehrwerte, die auf Basis von speziellen Labels in nahezu allen Prozessen der Automobilindustrie erzielt werden können“, sagt Ramin Hassan, Geschäftsführer von Gera-Ident und berichtet über komplexe Anforderungen an Label-Lösungen aus einer Branche, die alles andere als homogen ist. Seit mehr als sieben Jahren fokussiert das Unternehmen auf Speziallösungen für Unternehmen aus dem Automotiv- Umfeld und bringt das in zahlreichen Projekten erworbene Wissen nicht nur in Konzepte und (Neu-)Entwicklungen ein, sondern optimiert auch kontinuierlich die eigene Qualitätssicherung, um Labels zu produzieren, die nach eigenem Anspruch so funktionieren, dass ihr Einsatz unbemerkt bleibt.

UHF-RFID in der automobilen Supply-Chain

Intelligente Reader-Systeme sorgen für stabile Prozesse

SICKAndreas Behrens, Head of National Product Management und Oliver Huther, Business Development Manager RFID, SICK, im Gespräch mit „RFID im Blick“

OEMs setzen auf RFID - Zulieferer zunehmend auch. Lücken in der Supply-Chain werden zunehmend geschlossen.

„RFID ist heute bei Weitem keine ‚Rocket-Science‘ mehr“, stellt Oliver Huther, zuständig für das RFID Business Development bei Sick, klar heraus. Hinter dieser plakativen Aussage steht die Erfahrung, dass RFID-Applikationen sich insbesondere in Unternehmen der Automobilindustrie im praktischen Einsatz bereits seit Jahren hinsichtlich der Effizienz von Prozessen in der Produktion bewähren. Diese Erfahrungen sind ein Baustein für weitere RFID-Anwendungen, die vor und hinter der eigentlichen Produktion liegen. „In der Inbound-Logistik zwischen Supplier und OEM sowie in nachgelagerten Distributionsprozessen liegen Potenziale, die auf Basis intelligenter RFID-Systeme gehoben werden können“, sagt Andreas Behrens, der das nationale Produktmanagement bei Sick verantwortet. Eine Diskussion über die Vormachtstellung einer Ident-Technologie sei jedoch nicht zielführend, vielmehr müsse die jeweils beste Lösung, unabhängig von der Technologie gefunden werden.

Just-in-Sequence-Lieferung über die Werksgrenzen hinaus

Einführung einer werksübergreifenden Supply-Chain bei Magna innerhalb kürzester Zeit

Sigma ChemnitzEric Nagelsmann, Projektleiter und Senior Consultant, Sigma Chemnitz, im Gespräch mit „RFID im Blick“

Basis der erfolgreichen Umsetzung war zum einen die von der Sigma Chemnitz entwickelte RFID-Middleware und zum anderen die gemeinsam agierenden RFID-Projektteams von Sigma und Magna.

Der Prozess der Just-in-Sequence-Lieferung über Werksgrenzen hinweg setzt eine größtmögliche Transparenz des Supply-Chain-Managements voraus. Drei Magna-Werke realisierten in kürzester Zeit mithilfe von RFID einen standortübergreifenden und durchgängigen Daten- und Informationsfluss.

Letzte Änderung am Donnerstag, 04 Juni 2015 16:57
RFID & Wireless IoT tomorrow 2017
RFID and Wireless IoT tomorrow 2017Mi, 27.- Do, 28. September
Van der Valk Airporthotel, Düsseldorf, Deutschland
80 Vorträge | 50 Aussteller | Live-Demos
Programm online auf www.rfid-wiot-tomorrow.com/de
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