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FRAM und RFID - Wenn es schnell und sicher sein soll | Interview mit Jozsef Miho

Artikel | von Fujitsu Electronics | 11. Juni 2015
„Die ISO-Standards stellen bei der RFID-Kommunikation den Bottleneck dar, bei zu vielen Daten ist irgendwann ein Punkt erreicht, dass die Zugriffszeit einfach zu lange ist.“ „Die ISO-Standards stellen bei der RFID-Kommunikation den Bottleneck dar, bei zu vielen Daten ist irgendwann ein Punkt erreicht, dass die Zugriffszeit einfach zu lange ist.“

Nicht nur in Industrie, Medizin oder Logistik sind FRAM-basierte Tags gefragt, auch abseits der großen Märkte will Fujitsu Semiconductor das Business beschleunigen

FRAM besitzt als Speichertechnologie unter den in RFID-Tags genutzten nicht-flüchtigen Speichern eine Sonderstellung. Umso interessanter für Anwendungen, in denen EEPROM-basierte Tags an ihre Grenzen stoßen – in geschwindigkeitshungrigen Applikationen, in denen es gilt, große Datenmengen bei hohen Durchlaufgeschwindigkeiten zu speichern. „Den größten Bedarf sehen wir derzeit in der Industrie. Wir sind aber offen, für weitere Applikationen, in denen die Eigenschaften von FRAM gefordert sind, auch kundenspezifische Lösungen zu entwickeln“, so Jozsef Miho, Fujitsu Semiconductor Europe.

Jozsef Miho, Product Marketing Engineer, Fujitsu Semiconductor Europe, im Interview mit „RFID im Blick“

In welchen RFID-Anwendungen, und aus welchen Gründen, sind hohe Schreibgeschwindigkeiten und Überschreibzyklen besonders wichtige Kriterien?

Hohe Schreibgeschwindigkeiten verkürzen die Zeit, die man benötigt, um Daten auf den Tag zu schreiben. Insbesondere bei sich schnell bewegenden Artikeln kann die Zugriffszeit entscheidend sein. Mit dem Einsatz von FRAM-basierten Tags ist es möglich, Produktionsgeschwindigkeiten zu erhöhen, um höhere Durchlaufgeschwindigkeiten bei getaggten Gütern zu erlauben. Eine hohe Schreibgeschwindigkeit vermindert auch das Risiko von Fehlern oder verbessert die User-Erfahrung, falls es um manuelle Zugriffe geht, wie beispielsweise bei Zugangskontrollsystemen. Die Vorteile eines häufigen Wiederbeschreibens liegen auf der Hand: In der Industrie, beispielsweise bei automatischen Produktionsanlagen, kann auf Tags sehr häufig zugegriffen werden.

Jozsef MihoJozsef Miho „Die Grenze eines EEPROM-Tags mit rund einer Million Schreibzugriffen kann in wenigen Tagen erreicht werden. Bei nur einem Schreibzugriff pro Sekunde würde ein EEPROM-Tag keine zwei Wochen überleben, während ein FRAM-Tag die ersten 30.000 Jahre (bei nur 1012 Zugriffen) problemlos arbeiten würde.“

Welchen Entwicklungs“spielraum“ gibt es zukünftig noch, beispielsweise in puncto Speicherkapazität? Und wann ist dies sinnvoll?

Selbstverständlich ließen sich alle möglichen Speichergrößen mit einem RFID-Interface versehen, die Frage ist, ob dies Sinn macht. Die ISO-Standards stellen bei der RFID-Kommunikation den Bottleneck dar. Bei zu vielen Daten ist irgendwann ein Punkt erreicht, dass die Zugriffszeit einfach zu lang ist. Was sinnvoll ist, hängt maßgeblich von der Anwendung ab. Als Speziallösung hat Fujitsu beispielsweise für die Avionik-Industrie einen 64 kByte UHF-Tag entwickelt, der in seiner Speichergröße einzigartig ist und es ermöglicht, sämtliche Wartungszyklen auf den Tags zu speichern. Andererseits gibt es auch Unternehmen, die ihr eigenes nicht-ISO kompatibles Interface bauen und dort einen Standalone-FRAM-Speicher anschließen möchten. Dies ermöglicht viel höhere Geschwindigkeiten, und dann machen auch größere Speicher wieder Sinn.

Fujitsu Semiconductor hat angekündigt, ein UHF-IC auf den Markt zu bringen, das nur einen EPC-Code enthält, um dem Medizinmarkt einen günstigen Tag anbieten zu können, der die Eigenschaft der Strahlenfestigkeit mitbringt. Wie weit sind diese Pläne bereits fortgeschritten und welche Nachfrage erwarten Sie?

Wir erwarten Samples dieses ICs in sehr naher Zukunft und hoffen, dass dieses Produkt noch im ersten Quartal diesen Jahres in Massenproduktion gehen kann. Der Medizinmarkt benötigt in der Regel keinen Speicher sondern nur eine „Nummer“ zur Identifikation. Zurzeit ist es notwendig, mit einem separaten Arbeitsschritt die RFID-Tags nach der Sterilisation an die Produkte anzubringen, da EEPROM-basierte Tags die Bestrahlung nicht ohne Datenverlust überleben. Durch Benutzung von strahlenresistenten Tags könnte man sich diesen Schritt sparen, die Tags direkt bei der Produktion anbringen und die Produkte nach der Bestrahlung ausliefern. Das spart enorme Kosten, daher erwarten wir eine hohe Nachfrage, insbesondere da gesetzliche Anforderungen für Tracking & Tracing immer strikter werden.

Sicherlich entwickelt Fujitsu Semiconductor seine Produkte auch weiter. Worauf zielen diese Weiterentwicklungen ab?

Wir arbeiten ständig daran, die Sensitivity zu verbessern, um größere Zugriffsreichweiten zu erzielen. Außerdem sind die Erweiterung der Temperaturbereiche und die Erhöhung der Schreibzugriffe Entwicklungsziele. Darüber hinaus prüfen wir natürlich, welche weiteren Features für spezielle Applikationen Vorteile bringen, die von den Vorzügen von FRAM profitieren. Wir sind sehr kundenorientiert und auf Wunsch gern bereit, kundenspezifische Lösungen anzubieten.

Letzte Änderung am Donnerstag, 11 Juni 2015 14:08
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Jozsef Miho

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