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Enterprise-Asset-Management für Industrie 4.0 und Drucker für das „Internet of Things“ | Interview mit Daniel Dombach von Zebra

Artikel | von Zebra Technologies | 14. Juni 2015
ZD500R - Der kompakte unter Zebras RFID-Druckern. Die UHFRFID- Kodierung macht ihn ideal für zahlreiche Anwendungen, wie die RFID-Kennzeichnung von Paletten, Retouren und Proben sowie RFID-Armbändern. ZD500R - Der kompakte unter Zebras RFID-Druckern. Die UHFRFID- Kodierung macht ihn ideal für zahlreiche Anwendungen, wie die RFID-Kennzeichnung von Paletten, Retouren und Proben sowie RFID-Armbändern. BILD: ZEBRA Technologies

Zebra setzt nach Motorola-Übernahme auf Enterprise-Asset-Management-Lösungen für Industrie 4.0 - Bei der Hardware stehen Drucker für das „Internet of Things“ im Fokus

Das Signal an den Markt ist deutlich: Kontinuität bei Partnerschaften, Investitionssicherheit für Anwender und den Weg bereiten für neue Visionen. Mit der Übernahme der Enterprise-Sparte von Motorola schärft Zebra Technologies seine Postion, um als AutoIDKomplettanbieter Industrie und Logistik mit Enterprise- Asset-Management-Lösungen zu adressieren. Warum Industrie 4.0-Lösungen ein konsequenter Schritt sind, welche Visionen das Unternehmen im Bereich Industry Solutions und Druckerlösungen verfolgt und welche Potenziale der europäische Markt bietet, darüber spricht Daniel Dombach, Zebra, im Interview mit „RFID im Blick“.

Daniel Dombach, Director EMEA Industry Solutions bei Zebra, im Interview mit Anja Van Bocxlaer, „RFID im Blick“

Im Oktober 2014 hat Zebra Technologies die Enterprise-Sparte von Motorola übernommen. Welche Synergien konnten erzielt werden?

Die Produkte sowie Stärken in den Industriesegmenten von Motorola und Zebra ergänzen sich komplementär. Zebra kommt aus den Bereichen Barcode, RFID, Location Based Service. Motorola aus dem Bereich Scanning, WLAN-Netzwerke und Mobile Computing. Zebras strategische Zielbranchen sind Handel, produzierende Industrie und Gesundheitswesen. Die Kernbranchen von Motorola sind Retail sowie Transport und Logistik. In diesen Märkten können wir jetzt mit dem erweiterten Produktportfolio Gesamtlösungen anbieten. Und aus dem Zusammenschluss entstehen gemeinsame Visionen, die vorher allein nicht möglich waren: Internet of Things, Cloud Computing und Industrie 4.0 – Jetzt haben wir die Lücke geschlossen, decken das gesamte AutoID-Lösungsspektrum ab, um für diese Szenarien zukunftsorientierte Lösungen für Unternehmen zu erarbeiten.

Daniel DombachDaniel Dombach„Wir möchten den Markt mit Lösungen bedienen, und nicht nur Hardwarelieferant sein. Zu 99 Prozent sprechen wir mit Anwendern über Prozessverbesserung, welche die Gesamtlösung optimieren.“

Gemessen an der Größe beider Unternehmen wurde der Zusammenschluss sehr schnell vollzogen....

Das ist richtig, hier haben wir sicher auch aus früheren Übernahmen gelernt. Um sehr schnell am Markt sichtbar zu sein, ist der Zusammenschluss mit einem hohen Tempo erfolgt, aber auch mit großem Enthusiasmus durchgeführt worden. Die Vertriebsmannschaften sind komplett integriert, die neue Struktur steht. Was das Produktportfolio betrifft, bleiben große Teile des Enterprise-Bereichs von Motorola sichtbar, auch wenn sicher im Laufe der Zeit ein Rebranding stattfinden wird, genauso wie die Zebra-Produkte wie gewohnt weiterlaufen.

Wie gelingt es, durch den Zusammenschluss zweier bisher eigenständiger Konzerne alle Partner, Endanwender und Kunden auf dem Weg der Veränderungen mitzunehmen?

Natürlich ist nicht ausgeschlossen, dass einige Unternehmen andere Wege beschreiten. Aber mit dem Zusammenschluss können wir gerade auch neue Synergien erzielen und Lösungen aus einer Hand anbieten. Ich bin sicher, das sich mit „klassischen“ Motorola-Kunden, die bisher andere Drucker nutzen, fruchtbare Gespräche ergeben, ab dem nächsten Investitionszyklus Zebra-Drucker einzusetzen. Beide Effekte werden sich ausbalancieren. In Bezug auf das Produktportfolio ist uns wichtig, über unseren Service und unsere Partner Investitionssicherheit für den Endanwender zu leisten. Dies tun wir, indem wir garantieren, dass ein Produkt fünf Jahre produziert wird und weitere fünf Jahre gewartet und gepflegt wird, das heißt im Optimalfall ist die Investitionssicherheit über zehn Jahre gewährleistet.

Welche Rolle spielt die RFID-Technologie im Lösungsgeschäft bei Zebra?

Mit den Produkten von Psion, Motorola und Zebra, die das komplette Frequenzspektrum von RFID abdecken, sind wir nun optimal aufgestellt, um „Internet of Things“-Lösungen anzubieten. Dies ist eines der größten Lösungsszenarien, denen wir uns verschrieben haben. Der Bereich RFID ist ein wachsender Markt, gegenüber dem Barcode liegen die Anteile am Lösungsgeschäft aber schätzungsweise unter zehn Prozent. Ich wünsche mir aber, dass der Geschäftserfolg im Bereich RFID noch mehr Geschwindigkeit aufnimmt. In den vergangenen Jahren haben wir bereits eine Schwelle überschritten, indem heute über grundlegende technische Fragen nicht mehr diskutiert werden muss. Und wir sehen jetzt speziell im Handelsumfeld sehr viele RFIDProjekte mit großen Anwenderunternehmen, wir hören im Manufacturing-, Industrie 4.0- und IoT-Bereich, dass RFID und Sensorik im Produktionsumfeld angeschlossen werden.

Welchen Anteil hat Zebra daran, die Umsetzung von RFID-Lösungen im Kontext von Industrie 4.0 zu beschleunigen? Noch ist der Begriff mit dem Attribut „visionär“ belegt.

Einer unser großen Schwerpunkte speziell im Bereich Industrielösungen ist Enterprise-Asset-Management. Das heißt: alle Geräte standortunabhängig in das Erfassen von Daten einzubeziehen, um aus diesen Daten mittels Analysetools geschäftsrelevante Informationen zu generieren. Dies gelingt aber nur, wenn alle relevanten Daten verfügbar sind. Und genau dies ist das Ziel von Industrie 4.0. Sicher, Industrie 4.0 ist immer noch visionär und noch trifft auf den Manufacturing-Bereich „Viel Geräusch, aber nicht viel Einsatz“ zu. Fakt ist aber, dass der produzierenden Industrie im Prozess nicht ausreichende Daten zur Verfügung stehen, um diesen Prozess optimieren zu können. Auch in der Logistik sprechen wir in internen Projekten bereits über die neue Generation von Logistikanwendungen, Smart Labels oder Videoanalysen, die das Lokalisieren von Gegenständen im Lager bis auf den Meter genau unterstützen. Diese Technologien haben wir, teilweise in Piloten, im Einsatz, treiben diese aktiv voran und kommunizieren dies auch dem Markt.

Der europäische Markt zeigt sich recht schwankend. Welche Bedeutung hat der europäische Markt für Zebra und wie bewerten Sie die langfristigen Marktpotenziale in Europa im Vergleich zu den USA?

Auf den Konzernumsatz bezogen, ist Europa nach den USA unser zweitgrößter Markt, gefolgt vom Asia-Pacific-Raum. Da Zebra große Projekte mit Unternehmen wie DHL oder DPD, die multinational operieren, durchführt, ist es für uns als europäische Organisation eine Notwendigkeit, europaweit vertreten zu sein. Zebra Technologies verfügt über mehr als 122 Niederlassungen in 81 Ländern sowie Channel-Partner in über 100 Ländern, über die 80 Prozent des Geschäfts abgedeckt werden.

Was wir feststellen, sind regionale Unterschiede in der Bereitschaft technologische Neuerungen zu adaptieren. Die starken Industrieländer in Zentraleuropa sind technologisch weiter fortgeschritten als einige osteuropäische Gebiete. Wir können aber aus den Erfahrungen in den weiterentwickelten Märkten lernen, sodass wir in den Ländern viel besser reagieren können, die erst jetzt Technologieentwicklungen aufnehmen, die wir in Deutschland oder Frankreich bereits vor zwei Jahren auf den Markt gebracht haben. Insofern sehe ich durchaus sehr großes Potenzial in Osteuropa und auch Afrika, das zu erschließen aber auch nicht ganz einfach ist. Vergleicht man USA und Europa, sind aufgrund des in den USA durch die Energieunabhängigkeit ausgelösten wirtschaftlichen Boom die Potenziale und potenzielle Verkaufserfolge einfacher zu erschließen als in Europa.

Letzte Änderung am Montag, 15 Juni 2015 00:08
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