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Siemens: Mit RFID auf dem Weg zur Open-Loop-Identifikation

Artikel | von Siemens | 25. November 2015
Durch adaptive Antennen kann sich der UHF-Reader RF685R bei jeder Lesung neu auf die Umgebung einstellen“, erklärt Markus Weinländer. „Ein Beispiel: Wir haben in einem Trockner in einem Automobilwerk, einem Reinraumtunnel von 50 Meter Länge, in lediglich fünf Minuten eine Lesestelle eingerichtet. Vor zwei Jahren erforderte es sorgfältigstes Engineering, um diese Aufgabe stabil zu lösen. Mit der neuen UHF-Generation lässt sich mittels Softwaretool innerhalb kürzester Zeit die richtige Einstellung finden, den Rest übernimmt der Leser automatisch. Dies vereinfacht die Projektierung deutlich.“ Durch adaptive Antennen kann sich der UHF-Reader RF685R bei jeder Lesung neu auf die Umgebung einstellen“, erklärt Markus Weinländer. „Ein Beispiel: Wir haben in einem Trockner in einem Automobilwerk, einem Reinraumtunnel von 50 Meter Länge, in lediglich fünf Minuten eine Lesestelle eingerichtet. Vor zwei Jahren erforderte es sorgfältigstes Engineering, um diese Aufgabe stabil zu lösen. Mit der neuen UHF-Generation lässt sich mittels Softwaretool innerhalb kürzester Zeit die richtige Einstellung finden, den Rest übernimmt der Leser automatisch. Dies vereinfacht die Projektierung deutlich.“ BILD: Siemens

Standards mit semantischen Informationen, eine vereinfachte Integration in Automation und IT sowie schnell parametrierbare Reader erleichtern den RFID-Rollout

Die Digitalisierung von Wertschöpfungsketten bedeutet zukünftig eine noch stärkere Integration von Lieferanten in Produktionsnetzwerke. Die Verzahnung von RFID und IT spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die große Herausforderung werde jedoch die datentechnische Vernetzung aller Parteien sein. In der Automobilindustrie sind beste Voraussetzungen gegeben, denn Zulieferer und OEM sind bereits stärker als andere Branchen wertschöpfend vernetzt, erklärt Markus Weinländer, Siemens. Wie der Schritt von der Closed-Loop- zur Open-Loop-Identifikation sinnvoll vollzogen werden kann und wie Siemens das Digital Enterprise vorantreibt, darüber spricht Markus Weinländer im Interview.

Markus Weinländer, Siemens, im Interview mit „RFID im Blick“

Wie unterstützt Siemens mit RFID-Lösungen eine effiziente und nachhaltige Digitalisierung industrieller Wertschöpfungsketten?

Bei der Digitalisierung von Wertschöpfungsketten spielt RFID eine entscheidende Rolle, um IT und Shop-Floor zu synchronisieren. Bestes Beispiel, wie dies mit unseren RFID-Systemen umgesetzt wird, sind Kanban-Systeme. Ohne RFID wäre es nicht möglich Schrauben bedarfsgerecht anzuliefern, und reale Verbräuche im IT-System widerzuspiegeln. Aber auch in der klassischen Fließfertigung, wo eine höhere Flexibilisierung zu steigenden Kosten für die Automatisierung führt, unterstützt RFID effektiv, um durch den Verzicht auf Automatisierung Kosten zu reduzieren: Mit RFID-basierten Materialfördersystemen können wir Maschinen und Robotor so ansteuern, dass diese auslastungsbezogen eingesetzt und somit leistungsärmer ausgelegt werden können. Kapital wird dadurch optimiert und somit nachhaltig genutzt.

Markus WeinländerMarkus Weinländer „RFID spielt eine entscheidende Rolle, um IT und Shopfloor zu synchronisieren – eine wichtige Voraussetzung für das Digital Enterprise. Produktionsprozesse werden flexibel und bedarfsgerecht gesteuert.“

Kann heute bereits mittels RFID der gesamte Warenfluss einer Produktion digital abgebildet werden oder gibt es speziell in der automobilen Kette noch „Brüche“?

Eine hohe Durchgängigkeit ist sicherlich noch ein Einzelfall. Für die durchgängige Produktidentifikation entlang der Kette muss zunächst die technische Realisierbarkeit geprüft werden, denn nicht jede Produktgruppe eignet sich für die RFID-Kennzeichnung. Für Stoßfänger können wir diese funktechnisch problemlos realisieren, anders sieht es bei Metallplatten, Blechen oder Teilen mit sehr geringer Baugröße aus. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht bleibt zudem die Frage zu klären, wie sich Kosten und Nutzen zukünftig gerecht verteilen lassen. Wir raten Unternehmen daher, RFID-Tags beispielsweise in der Stoßfängerproduktion so zu nutzen, dass sich der Einsatz auch für sie selbst rechnet. Zusätzlich können sie den Mehrwert auch an ihre Kunden weitergeben, und durch Kundenbindung einen Payback erzielen.

Wie kann mittels RFID-Technologie der Schritt von einer Closed- Loop-Produktion hin zu einer Open-Loop-Lifecycle-Identifikation sinnvoll umgesetzt werden?

Der große Schritt zu Open Loop wird sein, alle Partner der Supply-Chain datentechnisch zu vernetzen. Ohne Frage sind Standards dafür eine wesentliche Voraussetzung. Viele Automobilhersteller verwenden jedoch aus Kosten- oder Processing- Gründen ihre eigenen Nummernschemata. In der partnerschaftlichen Umsetzung zwischen einem Lieferanten und OEM für spezifische Produktgruppen funktioniert die Verständigung auf einheitliche Nummercodes bereits sehr gut. Branchenweit ist dies angesichts der komplexen Hersteller-Lieferanten-Beziehungen jedoch kein gangbarer Weg. Selbst wenn sich die Branche auf einen Standard einigt, halte ich es nicht für sinnvoll, jedes einzelne Bit festzulegen. Sinnvoll hingegen ist ein Standard, der auch semantische Informationen bereithält. Das Hinterlegen von komprimierten XML-Beschreibungen im User Memory wäre die beste Möglichkeit, damit Unternehmen auf diesem Weg miteinander kommunizieren und Daten austauschen können.

Wird es denn Bewegung in der Automobilindustrie geben?

Definitiv sehen wir sehr viel Bewegung. Der VDA arbeitet aktiv an der Standardisierung. Auch die Projektanfragen, die wir erhalten, sind sehr konkret. Und die Zulieferer in Deutschland haben die Umsetzung von UHF bereits am weitesten vorangetrieben und werden diese auch weiter treiben. Speziell in der Automobilindustrie hat zudem die Integration der Lieferanten in Wertschöpfungsnetze bereits ein hohes Niveau – und mehr als andere Branchen ist diese durch einen hohen Automatisierungsgrad geprägt. Dies sind aus meiner Sicht beste Voraussetzungen, um weitere Potenziale auszuschöpfen.

Welche Bedeutung wird der vereinfachten Integration von RFID-/AutoID-Geräten zukünftig zukommen?

Eine sehr große. Gerade mit Blick auf umfangreiche Rollouts wird aber auch eine durchgängige Schnittstellen-Spezifikation immer wichtiger. Mit der neuesten Reader-Generation haben wir bereits einen wichtigen Schritt hin zur nahtlosen Integration in Automation und IT vollzogen. Wir haben bei der Integration aber noch viel vor. Unsere Geräte unterstützen bereits eine breite Palette an Schnittstellen, wie Profinet, Profibus oder XML. Von Unternehmen, die einen globalen Rollout planen, werden verschiedene Protokolle aber oft als Hürde genannt. Diese Hürden möchten wir nehmen. Das Low Level Reader Protocol aus dem EPC Stack ist sehr eng auf UHF zugeschnitten. Dies greift aus unserer Sicht zu kurz, um andere RFID-Technologien, Ortungssysteme oder Devices wie Panels oder Drucker zu integrieren. Deshalb sehen wir OPC-UA als einen der wenigen ganzheitlichen Ansätze, die Automatisierungstechnik, IT und Devices in all ihren Facetten auf einer Plattform integriert, die Security implementiert hat und Semantik mitbringt. Dieser Ansatz ist aus unserer Sicht die Zukunft und wird daher von Siemens auch strategisch vorangetrieben.

Letzte Änderung am Mittwoch, 03 Februar 2016 11:40
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