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RFID im Blick

RFID als Standard-Identifikation für Seecontainer?

Use Cases | von PR RFID & Wireless IoT Global | 11. Dezember 2015

Zu teuer, keine Standards lauten die Gegenargumente – ein Branchenkonsens scheint noch nicht in Sicht

Seecontainer für den weltweiten Einsatz standardmäßig mit RFID-Tags auszustatten, wird bisher von den meisten beteiligten Akteuren weit in der Zukunft angesiedelt: Zu teuer, keine Standards, lautet seit Jahren die Pauschalantwort. Für eine flächendeckende Einführung von Container-Tags oder elektronischen Siegeln müssten Reeder sowie Terminalbetreiber zu einer Branchenübereinkunft kommen – und die scheint bisher nicht in Sicht. Denn die Reeder, oft Container-Eigner, haben keine unmittelbaren Vorteile durch RFID, ganz im Gegensatz zu den Terminals, aber auch die Logistiker könnten profitieren.

Die Sicht der Terminalbetreiber: Wenn RFID, dann durchgängig

Vor allem Terminalbetreiber könnten von der durchgängigen Identifikation auf dem Gelände profitieren. RFID flächendeckend zu nutzen, ist im Hafenbetrieb in jeder Hinsicht und zahlreichen Betriebsabläufen von Nutzen: von einer schnelleren Abwicklung am Gate durch das automatische Auslesen der Container-ID und dem Abgleich mit den Frachtpapieren, über die Verfolgung der Container auf dem Hafengelände bis zu neuen Services am Terminal, so Torsten Neubert, HPC Hamburg Port Consulting: „Aus Sicht der Hafenterminals lohnt sich der Technologieeinsatz jedoch nur, wenn RFID am Container zum Standard wird. Dies kann aber nur bedeuten, dass der RFID-Tag bereits von Beginn am Container angebracht ist. Dafür bleibt vor allem die Frage zu klären, wer den Tag mit den transportbegleitenden Informationen programmiert.“

Spediteure fordern RFID-Bolzensiegel für schnellere Containerabfertigung

Für RFID-Bolzensiegel als alternative Kennzeichnung plädiert der Verein Hamburger Spediteure: „Wir wollen die Spediteure motivieren, RFID-Siegel im Export zu verwenden“, erklärt Geschäftsführer Stefan Saß. In Kombination mit der verstärkten Nutzung von OCR-Gates am Terminal könnten RFID-Siegel die Containerabfertigung am Gate beschleunigen, da keine manuelle Prüfung mehr erfolgen müsste. „Bisher findet am OCR-Gate eine Sichtkontrolle des Siegels am Containers statt – und diese ist zeitaufwendig. Das Prüfen des Siegels sowie die papierbasierte Dokumentation können schon mal mehrere Minuten pro Containercheck in Anspruch nehmen“, so Stefan Saß.

Überzeugung geht nur über Wirtschaftlichkeit

Einen Standard für den Einsatz von RFID zu setzen, sieht Saß die Terminalbetreiber als Initiatoren gefordert. Für das Ausstatten der Container mit RFID-Bolzensiegeln wären dann die Spediteure beziehungsweise die Verlader zuständig. Ein bereits für 2015 geplanter Test am Hamburger Hafen für die Nutzung von RFID-Bolzensiegeln befindet sich aktuell noch in der Vorphase, da die Finanzierung noch nicht geklärt sei. „Wir erhoffen uns aus den Tests dann den wichtigen Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit zu gewinnen – denn dies ist der entscheidende Punkt, um Überzeugungsarbeit zu leisten.“

Wer trägt die Kosten, wer macht den ersten Schritt?

„In offenen Ketten sind Standards nach wie vor ein höchst relevanter Punkt. Zudem zögern die verschiedenen Akteure RFID einsetzen, da Invest und Nutzen noch zu stark auseinanderfallen und ungleich verteilt sind“, so Prof. Dr. Thorsten Blecker von der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH). Der Invest liege bei den Terminals in erster Linie in der RFID-Infrastruktur, der Nutzen bei einem durchgängigen Technologieeinsatz am ehesten bei den Logistikakteuren, sprich den Spediteuren/3PLs beziehungsweise Versendern. „Diese sind aber nicht bereit, für diesen Nutzen zu investieren.“ Auch Reedereien stehen unter hohem wirtschaftlichen Druck und würden aktuell nicht oder nur sehr begrenzt in RFID investieren.

Sicherheit als Treiber

Bisher fehle es also noch an der Branchenübereinkunft, gemeinsam loszulegen. Dabei würde sich der Business Case – ohne „Free Rider“ – durchaus rechnen, so Prof. Blecker. Ein Treiber könnte hingegen am ehesten das Thema Sicherheit sein. Für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften in Bezug auf Safety und Security haben RFID-Siegel erhebliche Sicherheitsvorteile gegenüber mechanischen Siegeln (z.B. Bolzenversiegelung), da sie ein unberechtigtes Öffnen der Container im Gegensatz zur derzeit manuellen Kontrolle automatisch identifizieren.

Standards sind da, aber eine Harmonisierung ist notwendig

„Weltweit gültige Standards sowohl für das elektronische Siegel als auch den Container-Tag existieren seit Jahren und sind auch rein technisch anwendbar. Dies konnten wir belegen“, betont Dr. Nils Meyer-Larsen, ISL. Für den Container-Tag sind die Spezifikationen bereits sehr gut beschrieben. Bei der genauen Definition des Aussehens der E-Seals, welche Lesegeräte und ob aktive oder passive Systeme verwendet werden, sieht Meyer-Larsen allerdings noch Handlungsbedarf: „Die Produkte am Markt sind recht diversifiziert, davon viele proprietär, und die Zahl der Anbieter am Markt überschaubar. Hinzu kommt: Auch wenn sich Terminals den Einsatz von E-Seals wegen der möglichen Prozessoptimierungen wünschen, die Organisation ist alles andere als trivial: „Damit sich die Investition für die Terminals in RFID-Reader und Infrastruktur lohnt, müsste innerhalb von ein bis zwei Jahren ein große Anzahl an Containern weltweit getaggt werden, um die manuellen Prozesse messbar zu reduzieren. Aber genau hier steckt das Potenzial.“

ISO-Standards für den RFID-Einsatz am Container - Zwei Alternativen für die Kennzeichnung

Weltweit gültige Standards wurden für den Container-Tag und für das elektronische RFID-Siegel bereits 2009 beziehungsweise 2007 verabschiedet. Für das Siegel wurde die ISO 18185 und im Falle des Container-Tags die ISO 10891 festgelegt.

RFID-Container-Siegel ISO 18185-1: 2007 für eSeals

Der ISO 18185 Standard fällt unter den ISO 18000-Standard „RFID for Item Management“ und umfasst die technischen Standards und die Anwendungsstandards für E-Siegel und das dazugehörige System. Die Siegel werden von ISO als read only und nicht wiederverwendbare Frachtcontainersiegel beschrieben, die den elektronischen Nachweis darüber liefern, ob das Siegel unberechtigt geöffnet wurde. Nach ISO kann optional zum Container-Tag das elektronische Siegel nach ISO 18185 oder jedem anderen nachfolgenden Internationalen Standard verwendet werden.

RFID-Container-Tag ISO/TS 10891 für Licence Plate Tag

Die ISO/TS 10891 für Licence Plate Tags stellt die Spezifikationen und Testmethoden für RFID-Devices zur automatischen Identifikation von Containern in Supply-Chains bereit, unter Berücksichtigung der Anforderungen an die rauen Umgebungsbedingungen, denen sie während des Transportes auf See, der Straße und per Bahn ausgesetzt sind. ISO definiert den Licence Plate Tag als einen fest angebrachten Read-only-Tag, der über die gesamte Lebenszeit am Container verbleibt. Die Dateninhalte selbst sind auf die physische Identifikation und Beschreibung des Containerns begrenzt. Die ISO/TS 10891 beschreibt sowohl die technischen Spezifikationen als auch die physische Anbringung des Tags an dem Container.

Letzte Änderung am Freitag, 11 Dezember 2015 09:58
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