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RFID & Wireless IoT Global

In der Notfallklinik der Mayo Clinic sorgen RFID-Reader für Patientensicherheit und optimierten Workflow

Use Cases | von PR RFID & Wireless IoT Global | 30. März 2016
Über 200 Reader integriert Über 200 Reader integriert BILD: Mayo Clinic

RTLS in der Notaufnahme

Kein „Big Brother“! Lokalisieren, ohne zu überwachen

„Ohne das Vertrauen der Mitarbeiter sollte niemals ein RFID-System zum Tracken von Personen und Equipment implementiert werden.“ Diese von Thomas R. Hellmich, M.D. at Mayo Clinic, formulierte Prämisse stand am Anfang der Überlegungen, wie die Patientenversorgung mit RFID in der Notfallklinik verbessert werden kann. Die Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, betreibt eines der modernsten Notfallzentren der USA. Mehr als 70.000 Patienten werden pro Jahr behandelt. Zeit ist das höchste Gut, wenn die bestmögliche Patientenversorgung angestrebt wird. „Um Zeit für die Patienten zu gewinnen brauchten die Mitarbeiter eine exakte Kenntnis darüber, wo sich Patienten, Personal und Key Equipment befinden“ ergänzt Kalyan S. Pasupathy, Ph.D. at Mayo Clinic.

Kalyan S. Pasupathy, Scientific Director of the Emergency Department-Clinical Engineering Learning Laboratory at Mayo Clinic und Thomas R. Hellmich, Medical Director of the Emergency Department-Clinical Engineering Learning Laboratory at Mayo Clinic im Interview mit „RFID im Blick“

Vertrauen ist unabdingbare Basis

Dass RFID als Technologie alle notwendigen Funktionalitäten für ein RTLS in der Notfallklinik mitbringt, war für Thomas R. Hellmich und Kalyan S. Pasupathy Konsens. Dennoch war ebenso ersichtlich, dass eine Realisierung nur Erfolg haben kann, wenn alle Mitarbeiter, Patienten und deren Angehörige der Technologie vertrauen. „Wir haben uns viel Zeit für Gespräche mit den Personengruppen genommen, die von dem RFID-Einsatz betroffen sind. Das Feedback aus diesen Diskussionen wurde mit in die Konzeption der Lösung aufgenommen“, berichtet Thomas R. Hellmich und sein Kollege Kalyan S. Pasupathy ergänzt: „Unser multidisziplinäres Team, das die Umsetzung der Lösung ausgearbeitet hat, konnte nachvollziehbar vermitteln, dass die RFID-Technologie ausschließlich die Sicherheit der Patienten und die Optimierung von Arbeitsabläufen unterstützt und keine individuellen Überwachungen ermöglicht.“

Thomas R. HellmichT. R. Hellmich „Wir nutzen RFID, um Patienten so optimal wie möglich zu versorgen und niemals, um in irgendeiner Form Mitarbeiter zu überwachen. Das Vertrauen der Mitarbeiter in die Lösung ist absolute Basis für den Erfolg der Applikation.“

Schaffen Sie ein Team!

Neben dem Schaffen von Vertrauen der Mitarbeiter in die neue Technologie lautet einer der wichtigsten Tipps der beiden Mayo Clinic Direktoren: Schaffen Sie ein multidisziplinäres Team, um die Lösung umzusetzen. Das Team der Mayo Clinic besteht aus Ärzten, Krankenschwestern, Vertretern anderer Gesundheitsberufe, Systemingenieuren, Wissenschaftlern, Informatikern, IT-Personal und zwei Projektmanagern. „So konnten wir alle Bedenken im Vorfeld abfedern und eine Lösung schaffen, die für alle von Vorteil ist“, führt Thomas R. Hellmich aus.

Elektronisch verträgliche Lösung

Ein RFID-System soll unterstützen und nicht stören. Insbesondere im Krankenhausumfeld dürfen Funkverbindungen keine elektronischen Geräte stören oder beeinflussen. „EKG-Geräte oder auch das Paging-System der Mitarbeiter wurde im Vorfeld ausgiebig hinsichtlich möglicher Störeinflüsse durch UHF-RFID von unserem Ingenieursteam systematisch getestet. Das System wurde extra darauf abgestimmt, eine negative Beeinflussung auszuschließen“, erläutert Kalyan S. Pasupathy.

Alle Bewegungen in Echtzeit erfasst

Bereits 2013 starteten die ersten Tests, der Rollout wurde Ende 2015 abgeschlossen. „Heute werden drei verschiedene Gruppen mit RFID-Tags ausgestattet“, berichtet Thomas R. Hellmich und spezifiziert: „Alle Patienten, die in die Notaufnahme kommen, erhalten ein Armband. Alle Mitarbeiter (Core Staff) des Notfallzentrums tauschten ihre Mitarbeiterausweise gegen neue mit integriertem UHF-Transponder. Die dritte Gruppe sind Geräte, die in verschiedenen Räumen des Notfallzentrums genutzt werden, wie beispielsweise portable Ultraschallgeräte oder Ipads, welche die Kommunikation mit nicht englischsprachigen Patienten unterstützen. Jedes dieser Geräte wurde mit einem UHF-Label gekennzeichnet.“

Kalyan S. PasupathyK. S. Pasupathy „Das RFID-RTLS versetzt uns in die Lage, Prozesse zu analysieren und zu optimieren. Wir können die Daten nutzen, um uns von reaktiv zu proaktiv und intelligent zu entwickeln.“

RTLS verbessert Patientenversorgung

Das vom Team der Mayo Clinic implementierte RTLS auf Basis von RFID stellt die optimale Versorgung aller Patienten in der Notfallklinik sicher. Kein Patient kann über einen längeren Zeitraum allein gelassen werden – ein Umstand, der lebensrettend sein kann, so Kalyan S. Pasupathy: „Wir können für Patienten mit einem individuellen Betreuungsbedarf Alarme einstellen, sodass Mitarbeiter Signale erhalten, sollte ein Patient über einen bestimmten Zeitraum ohne Betreuung sein.“

Über 200 Reader integriert

Das Notfallzentrum besteht aus insgesamt 73 Räume auf einer Gesamtfläche von rund 5060 Quadratmeter. Mehr als 190 Patienten werden pro Tag versorgt. „Die Fallzahlen machen deutlich, dass jeden Tag eine Vielzahl an Menschen in den Gängen und Räumen unterwegs sind. Um eine bestmögliche Abdeckung aller Bewegungen zu schaffen, haben wir mehr als 200 RFID-Reader mit je drei bis vier externen Antennen in die Decken integriert. Im Schnitt befindet sich auf den Gängen alle 1,8 bis 2,4 Meter ein Reader. In den Räumen reicht zumeist ein Reader aus, es ist jedoch abhängig davon, welchen Genauigkeitsgrad wir benötigen. In einigen Bereichen reicht die Information, dass dort eine Person oder ein gesuchtes Gerät ist. Doch in einigen Räumen ist es wichtig zu wissen, ob sich der Patient auf der linken oder auf der rechten Seite befindet“ erklärt Kalyan S. Pasupathy. Zum Vorteil gereichte dem Team, dass die gesamte Notfallklinik im vergangene Jahr renoviert und ausgebaut wurde. Die Bauarbeiten konnten genutzt werden, um die Reader, Antennen und Verkabelungen in die Decken zu integrieren.

Gewünschte blinde Flecken

„Ein frühes Feedback der Mitarbeiter förderte neue Erkentnisse, derer wir uns vorher nicht bewusst waren“, berichtet Thomas R. Hellmich. „Beispielsweise haben wir allen Mitarbeitern selbstverständlich versprochen, dass wir sie nicht erfassen, wenn Sie einen der Waschräume betreten. Gleichzeitig ist es jedoch notwendig, dass RFID-Reader in den Waschräumen sind, um die Patienten im Blick zu behalten. Daher wurde unsere Tracking-Software angepasst und jeder Mitarbeiter, der das Notfallzentrum in Richtung der Waschräume oder an einem der Ausgänge verlässt, wird als ‚not available‘ gekennzeichnet. Solange ein Mitarbeiter nicht verfügbar ist, wird diese Zeit nicht dokumentiert.“

Big Data für optimierte Prozesse

Auf der ersten Ebene unterstützt die RFID-Technologie alle Mitarbeiter der Notfallklinik, um die Patienten bestmöglich zu behandeln und zu versorgen. Auf einer zweiten Ebene nutzt das Team der Mayo Clinic die erfassten Daten für umfangreiche Analysen und Reportings. „So werden wir in die Lage versetzt, Prozesse zu analysieren und zu optimieren. Wir können bestimmte Vorhersagen für zukünftige Abläufe treffen“, berichtet Kalyan S. Pasupathy und ergänzt: „Auf Basis der RFID-Daten erstellen wir auch automatisierte Reportings.“

Letzte Änderung am Donnerstag, 12 Mai 2016 12:38
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