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RFID & Wireless IoT Global

Nokia Operations setzt auf globale Industrie-4.0-Strategie mit RFID im Produkt | Teil 1

Use Cases | von PR RFID & Wireless IoT Global | 25. April 2016
Industrie 4.0 Strategie ist keine „Mission to Mars“ Industrie 4.0 Strategie ist keine „Mission to Mars“ BILD: Nokia Operations

Fertigung 4.0

Nokia Operations will Standards für intelligente Produkte setzen

Nichts weniger als ein globaler Standard, der leicht zu adaptieren ist – Dieses Ziel verfolgt Nokias Supply-Chain im Rahmen einer detailreich geplanten Industrie-4.0-Transformationsstrategie. RFID nimmt dabei als Schlüsseltechnologie eine zentrale Rolle in dem Zukunftskonzept ein. Denn ohne intelligente Produkte ist keine Industrie 4.0 möglich, sind sich die Experten für Netzwerkinfrastruktur sicher. Über die Schritte, die einen Mehrwert für Nokia Operations selbst, und insbesondere für die Kunden bringen, sprach „RFID im Blick“ mit Claus Heller, Karl Kirschenhofer und Jose Menendez. Dass für die Erreichung der hochgesteckten Ziele mehr als „nur“ ein RFID-Label benötigt wird, ergibt sich aus den Anforderungen der Produktionsprozesse.

Karl Kirschenhofer, Vice President Manufacturing Operations, Jose Menendez, Head of Quality and Technology und Claus Heller, Senior Quality Manager, Nokia Operations, im Interview mit „RFID im Blick”

Ab „Geburt“ intelligente Produkte

„Jedes unserer Produkte erhält in Zukunft ab Herstellungsbeginn auf Leiterplattenebene einen Reisepass“, auf diese plakative Formel komprimiert Karl Kirschenhofer das gesteckte Ziel des geplanten RFID-Einsatzes. Grundgedanke ist, eine end-to-end-tracebility mittels RFID herzustellen. Der RFID-Transponder wird nicht nur Daten über Produktionsprozessschritte, sondern auch für die Logistik und den Kunden beim Service enthalten – bis zum Ende des Produktlebenszyklus. So wird der Transponder zum „intelligenten Reisepass“ eines Produktes. Die RFID-Technologie selbst ist keine Revolution für Nokia, sondern wird bereits seit Jahren in der Prozessautomatisierung eingesetzt. Der neue Ansatz ist jedoch viel umfassender und wird aktuell nach einer rund einjährigen Planungsphase in Nokia Fertigungsstandorten evaluiert. „Unsere Roadmap sieht vor, dass unsere Lösung bis Ende 2016 in drei Werken produktiv läuft und dann sukzessive auf die weiteren Standorte ausgerollt wird“, blickt Karl Kirschenhofer voraus.

„Das ‘intelligente’ Produkt ist der Ausgangspunkt für zahl-reiche Optimierungen über den gesamten Lebenszyklus. Mit RFID auf Leiterplattenebene kommen wir diesem Ziel eine entschiedenen Schritt näher.“ - Claus Heller, Senior Quality & Technology Expert, Nokia Global Operations

Embedded RFID ist der erste Schritt

Um bereits im Frühstadium der Produktion eine volle RFID-Funktionalität zu erreichen, evaluiert die Nokia Supply-Chain aktuell Transponder, die bereits in der Leiterplatte integriert sind. Claus Heller erläutert: „Der Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass wir bereits hier mit den ersten Schritten sowohl in der Lieferkette, als auch sofort im Fertigungsprozess auf ein intelligentes Produkt zurückgreifen können. Das ist aus unserer Sicht heute der beste Weg, um einen skalierbaren Ansatz zu schaffen. Labels oder Tags an den Gehäusen erfordern einen höheren Aufwand, um die hundertprozentige Lesbarkeit im Produktionsablauf sicherzustellen. Embedded RFIDs können – ähnlich wie in der Textilindustrie – ein Standard unter anderem in der Elektronikindustrie werden, den wir dann weltweit in unseren Werken nutzen können.“

Ist die geeignete Technologie evaluiert, beginnt für Nokia die Analyse der erfassten Daten aus der Produktion. „In 2017 wollen wir auf Basis einer weiter optimierten Prozesskontrolle so weit sein, dass wir anhand der erhobenen Daten, die weitere Automatisierung und Digitalisierung unserer Fertigungen voranbringen können. Der einfache Skalierungseffekt macht RFID dabei zu einer kosteneffizienten Technologie“, sagt Karl Kirschenhofer. „Erleichternd komme hinzu, dass alle Werke weltweit über die gleichen Standards in der Fertigung und vergleichbare Prozesstechnologien verfügen. Weltweit agieren wir fertigungsseitig auf dem gleichen, hohen Niveau. Somit kann ein Rollout des erweiterten RFID-Einsatzes entlang der gesamten Supply-Chain schnell erfolgen.“

Null-Fehler-Strategie

„RFID wird mögliche Fehlerquellen in der Fertigung minimieren. Auch wird sie unabhängiger von manuell notwendigen Eingriffen“, sagt Karl Kirschenhofer und führt aus: „Um den Weg zur Smart Factory konsequent verfolgen zu können, muss manuelles Scannen von Barcodes an den Produkten auf der Fertigungslinie weitgehend vermieden werden.“ Claus Heller, der den RFID-Einsatz auf Leiterplattenebene in der Nokia Supply-Chain maßgeblich mitgestaltet, ergänzt: „Wenn sich ein Produkt via RFID selbstständig im Prozessablauf identifiziert, kann der jeweilige Arbeitsplatz sich ebenso selbstständig einrichten. Dazu gehört beispielsweise die Überprüfung der Kalibrierung des eingesetzten Equipments und der Autorisierung der Mitarbeiter/-innen. Die Kalibrierungsdaten werden konstant in die Nokia-eigene Factory Cloud geladen und dort mit dem Fertigungsplan der jeweiligen Produkte abgeglichen. Fehlt die Rückmeldung aus der Cloud, kann der Prozessschritt nicht ausgeführt werden – der Schrauber wird nicht autorisiert da beispielsweise falsch bestückt oder nicht turnusgemäß kalibriert. Damit ist das elektronische Kalibrierzertifikat ungültig.“

Der Anspruch einer realisierten Null-Fehler-Strategie wird zusätzlich durch kundenspezifische Produkte und eine hohe Zahl an Produktvarianten herausfordernder, so Claus Heller: „Wir müssen unsere Fertigungslinien im Schnitt zwei bis dreimal pro Schicht für unterschiedliche Produkte umrüsten. Das erhöht die Anzahl potenzieller Fehlerquellen. Mit RFID erhalten wir jedoch so exakte Daten aus dem Fertigungsprozess, dass die Fehlerwahrscheinlichkeit erheblich reduziert werden kann.“

Im Mittelpunkt: Ein Unique Identifier

Der RFID-Tag auf der Leiterplatte eines jeden Produktes soll nicht ausschließlich für die Produktion von Vorteil sein, führt Jose Menendez aus: „Unsere Kunden haben einen sehr hohen Qualitätsanspruch an unsere Produkte. Die Telekom- Infrastruktur ist heute eine weltumspannende Lebensader. Jeder Ausfall, der eine Wartung im Feld nach sich zieht, ist sehr kostenintensiv. Hat ein Produkt dann einen Unique Identifier und keine zahlreichen unterschiedlichen Labels, ist für den Service die Produkthistorie eindeutig nachvollziehbar. Ausfallzeiten können so reduziert werden.“ Die Unterstützung des Service ist nur eine zusätzliche Option, die durch den Unique Identifier ermöglicht werden soll. „Wir haben bereits zahlreiche Planungen für neue Business Modelle auf Basis des RFID-Tags auf der Leiterplatte. Diese werden nach der Evaluierung der technologischen Umsetzbarkeit weiterverfolgt“, so Jose Menendez.

In Teil 2 schildern Karl Kirschenhofer, Jose Menendez und Claus Heller wie das Zukunftskonzept für die Nokia-Fabrik 2020 aussieht und welche Schlüsselrolle RFID dabei spielt.

Der komplette Beitrag ist erschienen in der Märzausgabe 2016 des Fachmagazins "RFID im Blick".

Letzte Änderung am Donnerstag, 12 Mai 2016 12:37
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