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RFID im Krankenhaus: Die Zeit ist reif, um die Nischen zu verlassen

Artikel | von HID Global | 24. Mai 2016
RFID ist oft ideal für die herausfordernden Bedingungen im Krankenhausumfeld RFID ist oft ideal für die herausfordernden Bedingungen im Krankenhausumfeld BILD: HID Global

Kryokonservierung mit miniaturisierten RFID-Transpondern

Zahlreiche Herausforderungen im Krankenhausumfeld sind auf Basis spezieller RFID-Transponder in eigens entwickelten Applikationen bereits heute lösbar

In der Sterilisation, in der Kryokonservierung oder im Asset-Management. RFID ist oft die ideale Antwort, wenn es darum geht Objekte auch unter herausfordernden Bedingungen im Krankenhausumfeld zu identifizieren. Davon ist Guido Kuhrmann von HID Global überzeugt. Weshalb setzen dann (noch) so wenige Krankenhäuser auf RFID? Der Transponderexperte blickt auf State-of-the-Art- Entwicklungen und schätzt die aktuelle Lage im Gespräch mit „RFID im Blick Global“ ein.

Guido Kuhrmann, Sales Director IDT, HID Global, im Interview mit „RFID im Blick Global“

Identifikation bei -196° Celsius

Gemeinsam mit dem britischen Unternehmen Cryogatt konnte HID Global 2015 eine Lösung für die Kryokonservierung auf Basis spezieller, miniaturisierter HF-RFID-Transponder präsentieren. Proben konnten bei extrem tiefen Temperaturen problemlos erfasst werden. In 2016 arbeitet HID Global gemeinsam mit Partnern in Deutschland an der Markteinführung von Komplettlösungen, so Guido Kuhrmann: „Aktuell arbeiten wir an Lösungen für den deutschen Markt. Zum Beispiel ist ein deutscher Systemintegrator an Probenröhrchen- Hersteller herangetreten, um die Transponder direkt in der Produktion zu integrieren. Wir erwarten, dass noch in 2016 marktreife Lösungen zur Verfügung stehen. Krankenhäuser und Labore erhalten dann eine Komplettlösung mit Hardware und Software aus einer Hand.“

Miniatur-Keramik-Tags für die Sterilisation

HID Global hat für die Sterilisation spezielle UHF-Keramik-Tags mit einer Größe von 5 x 2,5 x 2,5 Millimetern und einer maximalen Lesereichweite von bis zu einem Meter entwickelt. „Diese Transponder werden – aufgeklebt auf chirurgische Instrumente – aktuell in einem Projekt an einer Klinik in den Niederlanden getestet. Heute verfügbare Kleber erfüllen alle Anforderungen an Biokompatibilität und Belastbarkeit auch nach hunderten Sterilisationszyklen. Der Nachweis, welches Instrument aus welchem OP stammt, soll für exakte Abrechnungen erfasst werden und die Dokumentation der Aufbereitung optimieren.“ In einem nächsten Schritt sollen die Transponder bei gleichbleibender Performance um 50 Prozent verkleinert werden. „Die fortschreitende Miniaturisierung der Tags erweitert das Anwendungsspektrum auf Einzelteilebene erheblich.“

Wo ist der Rollstuhl?

Einen weiteren Bereich, in dem Krankenhäusern durch intransparente Prozesse zum Teil hohe Verluste entstehen, sieht Guido Kuhrmann beim Asset-Management. Auch hier können einfach zu realisierende Anwendungen Benefits erbringen. „Betten, Rollstühle und bewegliche Schränke gehören zu den Assets in einem Krankenhaus, die oft verräumt werden. Mitarbeiter schieben sie auf andere Stationen oder in Funktionsbereiche und der Bereich, dem das Asset zugeordnet ist, findet diese nicht wieder. Mit einer einfachen RFID-Anwendung – ein Tag am Objekt und eine Antenne im Türrahmen an Stationsübergängen – können Bewegungen registriert und das Auffinden erleichtert werden.“ Ein Krankenhaus in Europa testet aktuell diese Lösung, so Guido Kuhrmann: „Das erste Feedback ist sehr positiv.“

Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit notwendig

Was spricht also gegen flächendeckende RFID-Anwendungen im Krankenhaus? Weshalb fristen innovative Anwendungen auch Anfang 2016 noch ein Nischendasein in Krankenhäusern? „Oftmals werden Initialinvestition mit Blick auf die reine Kostenseite gescheut. Unsere Aufgabe ist es, den Krankenhäusern die positiven Effekte für die wirtschaftliche und prozessuale Effizienz noch deutlicher darzulegen. Ein ROI stellt sich je nach Anwendungen schneller ein, als gemeinhin angenommen. Denn: An unzureichender Technologie muss heute keine Applikation mehr scheitern“, so Guido Kuhrmann.

Letzte Änderung am Dienstag, 24 Mai 2016 11:24
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