• Anwendungsbereich







    Keine Auswahl

    Schlagwortsuche
    Technologie






RFID im Blick

C&A setzt in 100 deutschen Filialen, und bald flächendeckend in Frankreich, auf RFID

Use Cases | von PR RFID im Blick | 30. August 2016
Teile eines Omni- Channel-Konzeptes: Mit Click&Collect können Kunden sich ihre Wunschartikel versandkostenfrei an eine beliebige C&A Filiale innerhalb Deutschlands liefern lassen. Teile eines Omni- Channel-Konzeptes: Mit Click&Collect können Kunden sich ihre Wunschartikel versandkostenfrei an eine beliebige C&A Filiale innerhalb Deutschlands liefern lassen. BILD: C&A

Eine Erfolgsstory?

Als das 1841 gegründete Modeunternehmen C&A 2012 ankündigte, die RFID-Technologie in seinen Filialen zu testen, horchte die gesamte Branche auf. Schnell fielen Schlagwörter wie „Leuchtturmprojekt“ oder „Innovationsführer“. Doch anstatt eine schnelle Lösung auf die mehr als 1.500 Filialen weltweit auszurollen, entschied sich das Unternehmen für ein behutsames Vorgehen und das Sammeln von Erfahrungen in zunächst 25 Standorten. In 2016 arbeiten 100 deutsche Filialen mit der Lösung im Never-out-of-Stock-Bereich. In Frankreich wurden 2016 erstmals logistische Prozesse vom Distributionszentrum bis in die Filialen RFID-gestützt realisiert. Zeit also nachzufragen, ob die Ergebnisse aus den Pilotprojekten den gesetzten Erwartungen entsprechen. Joachim Wilkens von C&A spricht mit „RFID im Blick“ über die Unternehmensentwicklungen der letzten Jahre im Bereich RFID, technologische Details sowie die Unterschiede des RFID-Einsatzes in Deutschland und Frankreich.

Joachim Wilkens, Head of Business Solutions, C&A Services, im Gespräch mit „RFID im Blick“

100 Filialen mit RFID in Deutschland

„In den vergangenen drei Jahren hat C&A die Anzahl der Filialen, die mit RFID ausgestattet sind, von 25 auf 100 der insgesamt 490 deutschen Filialen erhöht. Bei einem Projekt dieser Größe ist ein realistischer Blick auf die durch die Umstellung entstehenden Herausforderungen von Nöten. Die größte Hürde beim Wechsel auf RFID war, den unternehmensspezifischen Barcode mit den globalen GS1-RFID-Standards zu verbinden. Eine Datenbank führt heute beide Technologien mittels eigens dafür geschaffener Applikationen zusammen. Ein Enterprise Service fungiert als Übersetzer zwischen den beiden Datenquellen. In Zukunft plant C&A, nur noch einen Identifier einzusetzen – auch mit Blick auf Omni-Channel-Strategien, die für die Datenbestandsgenauigkeit eine durchgängige Identifikationstechnologie verlangen“, erläutert Joachim Wilkens.

Joachim WilkensJoachim Wilkens „Durch den RFID-Einsatz konnte C&A die Regalverfügbarkeit von NOS-Artikeln deutlich erhöhen. Die Ausfallraten sanken auf 1,5 Prozent. Das RFID-gesteuerte Zentralsystem liefert verlässliche Informationen zum Bestand, reduziert Out-of-Stock-Situationen und erhöht so die Kundenzufriedenheit.“

Vorcodierte Tags mit Global Individual Asset Identifier

Der Business Solutions-Bereichsleiter betont: „Auf der technologischen Seite arbeitet C&A mit dem Lösungsanbieter Checkpoint Systems zusammen, der die RFID-Tunnel in Frankreich und die Reader für die Kassen in Deutschland und Frankreich liefert. Die Handhelds sind von Zebra Technologies. Je nach Größe der Filiale werden zwei bis sechs Handhelds eingesetzt. Software-seitig setzt das Unternehmen großflächig auf eine Cloud-basierte Lösung. Zur Entlastung der Filialen ist eine vollständige Datenmigration von Servern in die Cloud bis zum nächsten Geschäftsjahr geplant. Die Tags werden von Avery Dennison an C&A geliefert und mit dem Global Individual Asset Identifier (GIAI) vorcodiert.

Falls ein zusätzliches Etikett aufgrund von Beschädigung oder Verlust nötig ist, wird die Information auf dem Barcode des Preisetiketts mit dem GIAI des RFID-Chips verheiratet. Das System fügt in der Filiale vor Ort eine Serialised Global Trade Item Number (SGTIN) hinzu, die dann mittels Handheld auf das Tag geschrieben wird. RFID-Drucker werden daher nicht benötigt. C&A nutzt kontinuierlich neue Chip-Generationen, die beispielsweise kleinere Tags ermöglichen, um Waren noch einfacher zu kennzeichnen. Eingenähte Label zur Warensicherung sind definitiv eine Überlegung wert, jedoch ist das eine Diskussion für die Zukunft.“

Erweiterung der gekennzeichneten Produktgruppen

Joachim Wilkens führt aus: „Im Zuge des erweiterten deutschen Rollouts wurde die RFID-Kennzeichnung im Never-out-of-Stock- Bereich auf acht Warengruppierungen erweitert. Zugleich wurde die Anzahl der Warenaufnahmen durch die Einführung eines weiteren RFID-gestützten Prozesses für die Warenlokalisation reduziert. Ware, die aus dem Lager auf die Verkaufsfläche umgelagert wurde, fand früher bei der Lokalisation keine Berücksichtigung. Erst im Zuge regelmäßiger Cycle Counts wurde sie wieder lokalisiert. Durch die Erweiterung der Kategorien und die erhöhte Anzahl an mit RFID ausgestatteten Filialen setzte C&A sich zum Ziel, die Cycle Counts auf maximal zwei pro Woche zu reduzieren und gleichzeitig umgelagerte Ware durchgängig zu lokalisieren.“

Ausfallraten bei der Verfügbarkeit auf 1,5 Prozent gesenkt

„Mit Hilfe des neu eingeführten, RFID-gesteuerten Put-away- Prozesses hat C&A die Übersicht über den Bestand während Verlagerungsprozessen. Da das Warenvolumen der acht Produktkategorien überschaubar ist, wird der Einleseprozess per Handheld abgewickelt. Ein RFID-Gate wäre aktuell nicht rentabel. Durch den Einsatz der Lösung konnte C&A die Regalverfügbarkeit deutlich erhöhen. Ausfallraten sanken auf 1,5 Prozent. Das Zentralsystem liefert verlässliche Informationen zum Bestand. Out-of-Stock-Situationen durch abendliche Lagerinventuren per RFID wurden erheblich reduziert. Die Datenqualität der Zentralsysteme wurde gesteigert. In Deutschland wurden alle gesetzten Meilensteine, wie eine erhöhte Regalverfügbarkeit, erreicht, sodass in der nächsten Zeit keine weiteren Rollouts in Deutschland geplant sind.“

Mitarbeiter und Kunden profitieren von höherer Regalverfügbarkeit

Nicht nur das Unternehmen, auch die Mitarbeiter und Kunden profitieren vom Einsatz der RFID-Technologie. „Die Mitarbeiter wissen dank der Identifikationstechnologie, wo sich die gewünschte Ware befindet beziehungsweise welche Produkte vorhanden sind. Sie müssen nicht mehr aufwendig manuell im Lager nach einem Kleidungsstück suchen, das de facto nicht mehr vorhanden ist, sondern haben eine hundertprozentige Transparenz über den Bestand inklusive Größen und Farben – im Gegensatz zu Filialen ohne RFID. Die Auffüllung der Regale im Store wird vereinfacht. Die Kunden nehmen die erhöhte Verfügbarkeit als Selbstverständlichkeit wahr. Vereinzelt tauchen Fragen zur Datensicherheit der Funketiketten auf. Eine Verunsicherung der Kunden durch die Technologie konnte C&A aber definitiv nicht feststellen“, betont Joachim Wilkens.

Letzte Änderung am Dienstag, 23 Mai 2017 10:58
Das Fachmagazin „RFID im Blick“
Fachmagazin „RFID im Blick“Das ganze Spektrum von RFID, NFC, Smart Cards, BLE und Wireless IoT
Recherchiert, innovativ, praxisorientiert, am Puls der Zeit!
RFID & Wireless IoT tomorrow 2019
RFID and Wireless IoT tomorrow 2019Der europaweit größte Kongress für RFID & Wireless IoT
Di, 29.- Mi, 30. Oktober
Darmstadtium, Darmstadt bei Frankfurt, Deutschland
Kongress | Ausstellung | Live-Demos
Folgen Sie uns auf www.rfid-wiot-tomorrow.com/de
Wir freuen uns auf Sie!
 
RFID tomorrow

RFID & Wireless IoT tomorrow 2018

Kompendium

Company + Application Guide RFID | NFC | Smart Cards

Bestellungen

Fachmagazin RFID im Blick

Kontakt

Kontakt RFID im Blick