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Roboter im Handel? Ja, bitte!

Artikel | von MetraLabs | 14. Dezember 2016
Adler Modemärkte ist der erste Retailer weltweit, der „TORY“ als automatisiertes Bestandsaufnahmesystem eingeführt hat. Adler Modemärkte ist der erste Retailer weltweit, der „TORY“ als automatisiertes Bestandsaufnahmesystem eingeführt hat. BILD: MetraLabs

RFID und Roboter im Handel? Ist das nicht auf den ersten Blick ungewöhnlich?

„Nein, ganz und gar nicht! Bereits von 2004 bis 2007 hatten wir den weltweit ersten interaktiven Shopping-Roboter ‚Toomas‘ entwickelt. Beginnend mit 2009 wurde der erste mit UHF-RFID-Technologie ausgerüstete mobile Roboter im Rahmen eines Forschungsprojekts in einem Retail Store getestet. Inzwischen sind mehr als 200 autonome mobile Roboter von uns weltweit „unterwegs“ - mit über 60.000 Kilometern Fahrerfahrung!

Unser RFID-Inventur-Robotor „TORY“ hat übrigens Nutzertests bei sechs Retailern in Großbritannien, Frankreich, Belgien und Deutschland erfolgreich bestanden und den Nachweis über Praxistauglichkeit und Wirksamkeit erbracht. Alle Erwartungen von Einzelhandelsketten werden voll erfüllt, dies bestätigen auch unsere Kunden. Ein Meilenstein in 2015 war der Markteinstieg in Deutschland mit der Einführung bei Adler Modemärkte. Und wir haben in 2016 vor, mindestens 30 weitere Roboter im Bekleidungsbereich auf die Einzelhandelsflächen zu bringen.“

Dr. Johannes Trabert, Co-Founder und Executive Partner, MetraLabs, im Interview mit „RFID im Blick“

Wie funktioniert die vollautomatische Inventur per Roboter?

Autonome Navigation

Die automatische Inventur startet selbstständig nach Zeitplan oder auf manuelle Anforderung. Völlig autonom orientieren sich die Roboter auf der Ladenfläche oder im Lager. Zum Abfahren aller Regalreihen, Produktauslagen und Lagerflächen nutzen sie erprobte Navigationstechnologie für dynamische Umgebungen. Das heißt: Auch unerwartete Hindernisse werden geschickt umfahren. Die Robotersoftware sorgt dafür, dass die Bestandsaufnahme per RFID vollautomatisch erfolgt. Ein manuelles Eingreifen ist nur für Sonderfahrten zur Bestandserfassung oder beispielsweise für ausgewählte Warengruppen nötig.

Lesen der Tags aus verschiedenen Winkeln

Je nach Tag-Population und Vorgaben passt die Fahrsteuerung die Verweildauer und Antennenblickrichtung für eine hohe Erfassungsquote an. Güter in Metallregalen beziehungsweise auf Metallregalböden werden von TORY aus verschiedenen Richtungen gelesen; der Roboter „beleuchtet“ die Tags aus verschiedenen Winkeln. Im Unterschied zu stationären Readern (Overhead/ Decken-Arrays), wo die größere Entfernung und Abschattungseffekte die Leserate beeinträchtigen können, ermöglicht dies eine höhere Erfassungsqualität.

Betriebsparameter

  • Robustes Differentialantriebssystem für Geschwindigkeiten von bis zu 1 m/s
  • 12 - 18 h Betriebszeit mit circa 4 h Wiederaufladezeit
  • RFID-Leser für Leseraten von bis zu 250 Etiketten/s
  • Speziell entwickeltes Antennen-Design für hohe Empfindlichkeit (Reichweite bis zu 10 m)
  • Unbegrenzte Speicherkapazität (> 1 Million Tags)
  • Standardisierte Interkonnektivität (WiFi, USB, FTP, SMTP, SQL, ...)

Und welche Vorteile hat ein autonomer Roboter genau?

Vorteile

  • Vollständige Automatisierung
    In wenigen Stunden werden Ladenflächen und Lager komplett gescannt (z.B. über Nacht oder tagsüber) mit circa 500 bis 1.500 Quadratmetern in der Stunde
  • Schnelle, komplette Inventur
    Etwa 10-fach schnellere Erfassung als per Hand; Je nach Tag-Population liegt die Erfassungsgeschwindigkeit bei 20.000 bis 100.000 Tags/h
  • ≥ 99 Prozent Erfassungsquote
    Einzellesung ist mindestens ähnlich der Handerfassung, fast immer besser; für hohe Erfassungsqualität werden die Tags aus verschiedenen Winkeln beleuchtet
  • Präzise Lokalisierung
    Lokalisierung der individuellen Produkte auf 1 Meter genau; Zusätzliche Informationen über Aufenthaltsort der getaggten Ware

Ergebnisse

  • Prävention von Out-of-Stock
    Genauerer Überblick über Bestand und Fehlstände; optimiertes Replenishment und somit weniger verlorene Sales
  • Schnellere Reaktionszeiten für assoziierte Lieferkette
    Bessere Inventurdynamik und Vermeidung von Verschwendung führt zu „Lean-Retail“, minimiert Lagerhaltung, ermöglicht vielmehr Konzepte wie „warehouse-in-store“ und „warehouse-as-store“.
  • Effizienzgewinn
    Wechsel zwischen on-demand und regelmäßiger Inventur ohne Verwaltungs-, Zeit- und Kostenaufwand (z.B. manuell getriggerte zusätzliche Inventurfahrten zwischen regelmäßigen Fahrten nach Plan)
  • Kostenoptimierung
    Verminderte Personalkosten bzw. Personal gewinnt mehr Zeit für Kundenkontakt. Folglich: Umsatz- und Gewinnsteigerungen

Wie werden Robotor die Prozesse in Handel verändern?

Autonome Roboter sind der logische Schritt

„Autonome Inventurroboter sind der nächste logische Schritt in Retail und Logistik und bereit für den breiten Einsatz“, ist Trabert überzeugt. Im Nachtprogramm führen sie Inventuren durch, tagsüber fungieren sie als Shopping-Assistent. „Für die Kundeninteraktion im Retail sind Roboter ideal, um Design und Technik durch geschickte Integration der Interaktionstechniken zu vereinen.“ Heutige Prozesse im Handel sehen wie folgt aus: 30 Prozent der Zeit verbringt das Verkaufspersonal mit Beratung und 80 Prozent der Kunden haben Fragen über den Standort und zu Preisen von Produkten.

Interaktiver Shopping-Assistent der Zukunft

Zukünftig könnten Lotsen- oder Suchroboter diese Aufgaben übernehmen, Kunden Auskünfte zu Produkten und Produktstandorten geben und sie dorthin geleiten. Das erhöhe nicht nur den Informationsservice, sondern steigere auch die Shopping- Experience durch den „Neu-Effekt“, so Trabert: „Dass ein Einsatz auch tagsüber möglich ist, zeigen beispielsweise unsere interaktiven Lotsenroboter in Filialen bei Conrad Electronic in Regensburg, Stuttgart, Essen und Hamburg. Erfahrungen im Retail ergaben: 92 Prozent der Kunden nutzen den Service und 75 Prozent bewerten den Roboter als zukunftsfähiges Service Feature.“

Dieses Interview ist in der Februarausgabe 2016 des Fachmagazins "RFID im Blick" erschienen. Bestellen Sie die Einzelausgabe und lesen Sie weiter auf Seite 45. Werfen Sie auch einen Blick auf unser Abo-Angebot, damit immer die aktuellste "RFID im Blick" automatisch direkt nach Erscheinen in Ihrem E-Mail-Postfach oder Briefkaten landet.

Letzte Änderung am Mittwoch, 14 Dezember 2016 10:42
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