• Technologie








    Schlagwortsuche
    Anwendungsbereich







    Keine Auswahl

Turck

Jahrespressekonferenz: Turck fokussiert weiter auf die Digitalisierung in der Industrie

Artikel | von Hans Turck | 22. Dezember 2016
Christian Wolf, Geschäftsführer, Turck Christian Wolf, Geschäftsführer, Turck BILD: Turck

Mülheimer Automatisierungsspezialist erwartet deutliche Umsatzsteigerung in 2016

Der Sensor- und Automatisierungsanbieter Turck entwickelt Lösungen für die horizontale und vertikale Integration, die Unternehmen für die Digitalisierung benötigen. RFID ist für Turck dabei eine der Schlüsseltechnologien der Industrie 4.0, die kontinuierlich weiterentwickelt wird. Die Unternehmensstrategie im industriellen Digitalisierungsumfeld zahlt sich aus: Turck erwartet zum Ende des Geschäftsjahres 2016 einen konsolidierten Gruppenumsatz von rund 530 Millionen – ein Wachstum von über sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„RFID im Blick“ berichtet von der Turck-Jahrespressekonferenz

Prozesse übergreifend integrieren und digitalisieren

„Turck digitalisiert nicht nur Wertschöpfungsprozesse, sondern auch Geschäftsprozesse. Die Digitalisierung erfordert die Verschmelzung von ITProzessen mit industriellen Prozessen. Diese machen nicht an der Werksgrenze halt. Über die Supply Chain hinweg muss horizontal integriert werden. Auch vertikal können sich Unternehmen stärker digitalisieren, um sich auf die Anforderungen von morgen vorzubereiten. Turck unterstützt Firmen dabei, einen Nutzen aus dieser Integration zu ziehen“, sagt Christian Wolf, Geschäftsführer von Turck.

Auch vertikal können sich Unternehmen stärker digitalisieren, um sich auf die Anforderungen von morgen vorzubereiten. „Daten, die auf der Prozessebene erhoben werden, müssen über eine Middleware intelligent in die Leitebene gebracht werden. Die ungefilterte Weitergabe von Daten erzeugt unnütze Big Data. Turck fragt deshalb immer: Wo ist der Nutzen aus den Daten?“, erklärt Wolf die Ausrichtung der Integration.

Turck verstärkt Anwendungsorientierung

2016 präsentiert sich das Unternehmen noch stärker anwendungsorientiert. „Als Sensoranbieter, der im Feld Daten erfasst, überträgt und aufbereitet, ist Turck letztlich ein Datenlieferant. Das ist unser Kerngeschäft. “ Bernd Wieseler, Leiter Produktmanagement RFID, Turck, unterstreicht die Rolle, die RFID in der Digitalisierung spielt: „RFID wird von Turck als Schlüsseltechnologie für die Industrie 4.0 gesehen. Es ermöglicht die eindeutige Zuordnung und Identifikation von Produkten im industriellen Umfeld. Auch die Prozesssicherheit kann durch Tracking & Tracing gesteigert werden. RFID schafft Benefits in der Produktion, der internen Logistik und ermöglicht durch transparente Kommunikation den Zugriff auf Daten in entscheidenden Systemen.“

Turck setzt auf sichere RFID-Architektur mit OPC UA

„Bislang sind RFID-Reader überwiegend an eine Middleware angeschlossen. Daten gehen von dort aus in das MES-System, dann in das ERP-System und teilweise in die Cloud. Neben dem umfangreichen Hardwareaufwand, der zu hohen Kosten führt, bietet dieses System keine integrierte Sicherheitsfunktion“, so Wieseler. „Zukünftig werden die Transponderdaten vom Reader direkt an die I/O-Plattform weitergegeben. Von dort aus können sie dann, je nach Bedarf, in das MES, ERP oder die Cloud weitergegeben werden. Zwischenschritte werden vermieden. Durch die Übernahme des OPC-UAStandards wird die Kommunikation zudem sicherer.“

Internationalisierung des Unternehmens steigt

Langfristige Engagements in Wachstumsmärkten zahlen sich 2016 für Turck aus. „In Indien etwa haben wir durch den stetigen Ausbau einer motivierten und hochkompetenten Mannschaft vor Ort in diesem Jahr zum zweiten Mal hintereinander ein Wachstum von 40 Prozent erreicht“, gibt der Geschäftsführer bekannt. „Auch in Polen konnte Turck durch eine gute Kenntnis des Marktes und der Gegebenheiten vor Ort innerhalb von zwei Jahren den Umsatz verdoppeln. Osteuropa ist für die gesamte Unternehmensgruppe ein Wachstumsmotor, mit starken Zuwächsen beispielsweise in Tschechien, Ungarn und Rumänien.“

Positiver Ausblick auch bei gemischter Marktlage

Für 2017 erwartet das Unternehmen ein konsolidiertes Wachstum von 6 Prozent und damit eine vergleichbare Steigerung wie 2016. Dabei sollen die aktuell sehr gute Auftragslage in aller Welt und das fortgesetzte Engagement auf Wachstumsmärkten wie Osteuropa, China und Indien helfen. „Der Blick auf den IFOGeschäftsklimaindex bestätigt unsere eigene Wahrnehmung, dass die Beurteilung der Geschäftslage durch deutsche Unternehmen positiv ausfällt. Turck ist allerdings ein internationalisiertes Unternehmen und trotz der allgemein guten Lage sind einzelne Märkte volatil. Der Brexit ist ein Beispiel – er wird die gesamte britische und europäische Industrie auch 2017 beschäftigen. Für Großbritannien und eventuell auch den Rest Europas könnte er sich als Wachstumsstopper erweisen“, analysiert Wolf die Lage in den Märkten.

„Auch der schwankende Dollarkurs ist für Turck eine Unwägbarkeit, da die Gruppe etwa 40 Prozent ihres Umsatzes in den USA erzielt. 2016 wirkte sich der Wechselkurs aber nicht auf das Geschäftsergebnis aus; das konsolidierte Wachstum und das wechselkursbereinigte Wachstum sind nahezu gleich.“ In Russland und der Türkei wird eine Verlangsamung des Wachstums in 2017 aufgrund der angespannten politischen Lage erwartet. Dort konnte Turck 2016 jedoch mit 14 und 12 Prozent starke Zuwächse erzielen.

Turck investiert bis 2020 verstärkt in ASEAN

Die Investitionsschwerpunkte für 2017 liegen für Turck außerhalb von Europa und Nordamerika. Bis 2020 fokussiert das Unternehmen neben Indien insbesondere den Ausbau der Strukturen in der erstarkenden ASEAN-Region, so Wolf: „Unsere Expansion in Singapur, wo Turck gemeinsam mit Banner ein Joint Venture gründet, wird abgeschlossen. Singapur wird zum regionalen ASEAN-Headquarter. 2018 werden dann, ebenfalls als Joint Venture, eigene Gesellschaften in Malaysia und Thailand gegründet. Für 2019 ist eine weitere Intensivierung der Aktivitäten in Indonesien und Vietnam geplant, um die Präsenz von Turck vor Ort zu stärken.“

Turck treibt die interne Digitalisierung voran

In Deutschland liegt das Wachstum mit sieben Prozent über dem Gruppendurchschnitt. Hier wie auch in den Vereinigten Staaten entstehen aktuell vollautomatische Warenlager. Neben dem Kerngeschäft konzentriert sich die Turck-Zentrale 2017 auf das Vorantreiben der Digitalisierung und den Prozessumbau im eigenen Unternehmen. „Turck entwickelt interne Prozesse kontinuierlich weiter, insbesondere im Bezug auf die Internationalisierung und das Wissen, was im Unternehmen vorhanden ist. Eines unserer Projekte steht unter dem Motto: Wenn Turck wüsste, was Turck weiß. Hier bündeln wir intern unsere Kompetenzen.“

Zum Prozessumbau gehört eine globale SAP-Vereinheitlichung, deren Umsetztung Anfang 2017 beginnen soll. Zudem setzt das Unternehmen ein weltweites Intranet und eine einheitliche E-Learning-Plattform ein, so Wolf: „Turck hat eine Kompetenzbreite und eine Mitarbeiterzahl erreicht, bei der das Wissen nicht mehr ausschließlich über Präsenzschulungen weitergegeben werden kann. Turck arbeitet konstant an der eigenen Integration. Der Digitalisierungsexperte“, sagt der Geschäftsführer, „hört auch nie auf, sich selbst zu digitalisieren.“

Letzte Änderung am Donnerstag, 22 Dezember 2016 08:42
RFID & Wireless IoT tomorrow 2019
RFID and Wireless IoT tomorrow 2019Der europaweit größte Kongress für RFID & Wireless IoT
Di, 29.- Mi, 30. Oktober
Darmstadtium, Darmstadt bei Frankfurt, Deutschland
Kongress | Ausstellung | Live-Demos
Folgen Sie uns auf www.rfid-wiot-tomorrow.com/de
Wir freuen uns auf Sie!