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RFID & Wireless IoT Global

Maersk optimiert die Kühlkette durch wireless IoT-Lösungen

Use Cases | von PR RFID & Wireless IoT Global | 23. Januar 2017
Maersks Remote Container Management nutzt GSM und Satellitenempfang, um seine gesamte Kühlcontainerflotte zu lokalisieren. Maersks Remote Container Management nutzt GSM und Satellitenempfang, um seine gesamte Kühlcontainerflotte zu lokalisieren. BILD: Maersk

Staying Cool

Auf dem letztjährigen Branchentreffen Cool Logistics Global verkündete Maersk, dass alle 270.000 Kühlcontainer der weltgrößten Reederei mit IoT-Trackinglösungen ausgerüstet worden seien. Dieses Jahr lief die Cool Logistics Global Bremen an – und Maersk berichtete von seinen Erfahrungen mit Remote Container Management.

Catja Rasmussen, Head of Remote Container Management, und Shereen Zarkani, Head of Reefer Management, Maersk Line, im Gespräch mit „RFID im Blick Global“

Kühlcontainerlogistik global überwacht

2011 begann Maersk mit der Entwicklung einer Lösung, um seine Flotte von Kühlcontainern weltweit zu überwachen. 2016 ist das einstmals kleine Projekt zu einer eigenen Division innerhalb des Unternehmens geworden. Als Head of Remote Container Management ist Catja Rasmussen für Personal im Firmensitz im dänischen Kopenhagen und dem Datencenter im indischen Chennai verantwortlich. Zusammen gewährleisten diese Teams eine Überwachung aller Kühlcontainer rund um die Uhr, die zu Optimierungen in Qualität, Instandhaltung, Compliance und weiteren Bereichen führen. Jetzt teilt Maersk seine Erfahrungen mit der Branche.

„Maersks 270.000 Container stellen ein Fünftel aller Kühlcontainer weltweit dar. Natürlich bringt eine Vorreiterrolle Risiken mit sich. Aber wir blicken heute auf ein Jahr Benefits aus der Lösung zurück und können mit Sicherheit sagen, dass sie die Risiken wert war.” - Catja Rasmussen, Head of Remote Container Management, Maersk Line

Die Verwaltung von Big Data

„Maersk hat durch Remote Container Management viel gelernt“, sagt Shereen Zarkani, Head of Reefer Management, Maersk. „Als die Daten vorlagen, waren wir überwältigt. Milliarden Daten mussten zunächst verstanden werden. Jeder einzelne Maersk-Kühlcontainer berichtet stündlich und übermittelt dabei 80 verschiedene Datensätze, ganz gleich, wo er sich befindet. Maersk musste zusätzliche Fachleute einstellen, um aus diesen Datenmengen nutzbare Daten zu machen.“ Während dieser Zeit sah Maersk davon ab, das Remote Container Management publik zu machen. In der Rückschau ist Zarkani überzeugt, dass diese Entscheidung richtig war: „Wir brauchten Zeit, um das Projekt während seines Reifeprozesses zu verstehen.“

Predictive Maintenance reduziert Instandhaltungskosten

Nach der Verwaltung der Datenmengen konnte Maersk sofort Optimierungspotenzial erkennen: „Remote Container Management liefert eine Visibilität ohnegleichen. Der größte Vorteil betrifft die Pre-Trip-Inspektionen. Herkömmlicherweise erhält jeder Container eine vollständige Inspektion – ein Prozess, der bis zu sechs Stunden dauert. Jetzt ermöglicht uns das Remote Container Management, den Status eines Containers aus der Ferne zu überwachen. Durch Vorhersagemodelle lassen sich präventive Inspektionen für diejenigen Container ansetzen, die sie wirklich benötigen, während die restlichen Kühlcontainer vor dem Verladen lediglich einen zwölfminütigen visuellen Check erhalten. Dies hat zu zahlreichen Management-Veränderungen geführt, sowohl intern als auch im Verhältnis zu unseren Kunden“, erklärt Zarkani.

„Maersk wird 2017 in der Lage sein, Daten aus dem Remote Container Management mit Kunden zu teilen. Das Teilen von Schlüsseldaten wird anderen Beteiligten ermöglichen, die gleichen Benefits zu erschließen, die Maersk bereits heute nutzt. Maersks Interesse liegt in einer funktionierenden Value Proposition, also hören wir unseren Partnern genau zu, wenn sie uns ihre Anforderungen schildern. Die meisten ihrer Interessen sind gemeinsame Interessen aller Beteiligten in der Kühlkette. Der einzige Weg, als Industrie voran zu gehen, ist gemeinsam.” - Shereen Zarkani, Head of Reefer Management, Maersk Line

Tracking & Tracing für 270.000 Kühlcontainer

Ein Projekt dieser Größenordnung bedeutet die Lösung zahlreicher Herausforderungen. Die Integration in die Back-End-Systeme der Reederei benötigte Jahre, ebenso wie die Ausstattung aller Kühlcontainer im weltweiten Umlauf. Während des Projekts konnte Maersk den Zeitbedarf für die Umrüstung auf 20 Minuten pro Container senken. Aber da der Umlauf der Kühlcontainer nicht verändert oder gestört werden konnte, nahm die Implementierung fünf Jahre in Anspruch, sagt Zarkani: „Wir haben das System in 270.000 Containern zum Einsatz gebracht, was eine lange Zeit gedauert hat. Aber wir glauben, dass sich keine Innovationen schaffen lassen, wenn wir Kompromisse eingehen. Es gilt: Alles oder nichts.“

14.800 neue Kühlcontainer im Jahr 2016

Nachdem alle existenten Kühlcontainer mit innovativer IoT-Technologie nachgerüstet wurden, richtet Maersk den Blick auf die Zukunft. 2016 hat die Reederei insgesamt 14.800 neue Kühlcontainer geordert, die bereits mit Tracking-Lösungen bestückt sind. „Durch die Erweiterung der Kühlcontainerflotte reduziert Maersk das Durchschnittsalter der Kühlcontainer auf weniger als acht Jahre, verglichen mit einem Branchendurchschnitt von mehr als zwölf Jahren“, erklärt Catja Rasmussen. „Die neuen Kühlcontainer werden durch den Hersteller bereits mit unserer Tracking-Lösung ausgerüstet, sodass diese und alle zukünftigen Erweiterungen der Kühlcontainerflotte unsere Nutzung von Remote Container Management weiter ausbauen.“

Zukünftige Anforderungen im Auge behalten

Die parallele Erweiterung der Flotte spiegelt Maersks Gesamtstrategie wieder, sagt Rasmussen: „Wir möchten Innovationen schaffen und gleichzeitig die Prozesse, die wir ausrollen, weiter verbessern. Daher können die Geräte, die wir an die Kühlcontainer angebracht haben, sowohl senden als auch empfangen, damit wir neue Firmware ausrollen können, egal, wo sich der Container befindet. Dieser Prozess ist vergleichbar mit dem Update eines Smartphones. Obwohl wir aus der Entfernung also die Hardware nicht verändern können, können wir die Software kontinuierlich optimieren. Auf diese Weise bleibt die Lösung länger up-to-date.“

Der Konkurrenz eine Schiffslänge voraus bleiben

2016 steht die traditionell wettbewerbsorientierte Seefrachtbranche vor großen Herausforderungen. In einem Umfeld, in dem die siebtgrößte Reederei, Hanjin, im August Insolvenz anmelden musste, ist Größe allein keine Überlebensgarantie. Daher setzt Maersk als weltgrößte Reederei auf die Schaffung der Marktführerschaft in Technologie, IoT Adoption und Prozessoptimierung: „Maersk nimmt eine Vorreiterrolle ein und Remote Container Management wird die Industrie verändern. Sobald der Rest der Branche zu uns aufgeschlossen hat, werden wir bereits über die Erfahrung verfügen, den nächsten Schritt zu gehen“, sagt Rasmussen im Bewusstsein über die Rolle der Reederei.

„Natürlich bringt eine Vorreiterrolle Risiken mit sich. Aber wir blicken heute auf ein Jahr Benefits aus der Lösung zurück und können mit Sicherheit sagen, dass sie die Risiken wert war.“ Nach einem Jahr des konzernübergreifenden Betriebs sieht Rasmussen Anwendungen nicht nur für Maersk, sondern auch für Kunden: „Als wir den Zugriff auf unsere Daten hergestellt hatten, sahen wir nicht nur unser eigenes Optimierungspotenzial, sondern das unserer Kunden.“ Für Maersk ist Remote Container Management somit kein isoliertes Experiment – es ist ein Modell für die Seefracht der Zukunft, das Mehrwerte für Lieferanten, Endkunden und Partner erzeugen soll.

Ein Business Case für die gesamte Branche entsteht

Auf der Cool Logistics Global 2016 teilte Maersk nicht nur die Erfahrungen aus einem Jahr Remote Container Management. Das Unternehmen kündigte zusätzlich an, sein Modell 2017 als kommerzielle Lösung zur Verfügung zu stellen. „Maersk wird 2017 in der Lage sein, Daten aus dem Remote Container Management mit Kunden zu teilen. Das Teilen von Schlüsseldaten wird anderen Beteiligten ermöglichen, die gleichen Benefits zu erschließen, die Maersk bereits heute nutzt“, sagt Shereen Zarkani.

Catja Rasmussen fügt hinzu: „Bei der Vorstellung des Remote Container Management auf der Cool Logistics 2015 haben wir deutlich gemacht, dass wir ein Jahr benötigen würden, bevor wir über kommerzielle Lösungen sprechen können. Wir wollten zunächst verstehen, was die Daten für uns tun können. Wir wollten der Branche keine Lösung vorschreiben. Auch jetzt ist unsere Lösung eine offene Einladung an unsere Partner. Zusammenarbeit ist der Weg zum Erfolg.“ Zu Anfang des Jahres organisierte Maersk einen Workshop, auf dem das Remote Container Management vorgestellt und Kunden eingeladen wurden, gemeinsam einen Business Case zu entwickeln.

Die Besitzer der verschifften Waren sind so interessiert an Status und Position der Container wie die Reederei selbst, erklärt Zarkani: „Maersks Interesse liegt in einer funktionierenden Value Proposition, also hören wir unseren Partnern genau zu, wenn sie uns ihre Anforderungen schildern. Die meisten ihrer Interessen sind gemeinsame Interessen aller Beteiligten in der Kühlkette. Der einzige Weg, als Industrie voran zu gehen, ist gemeinsam.“

Erhöhte Visibilität verringert die Verschwendung von Nahrungsmitteln

Bis zu sieben Prozent gekühlter Fracht verderben während des Transports und tragen zur jährlichen Nahrungsmittelverschwendung von über einer Billion Dollar bei. Durch Remote Container Management soll diese Zahl reduziert werden. Bislang werden Nahrungsmittel erst am Ziel als ungenießbar erkannt. Die Fracht auf jedem Schritt des Weges zu überwachen, erlaubt Reedereien und Spediteuren, früher zu agieren und beispielsweise Temperaturen ferngesteuert anzupassen, defekte Container präventiv zu inspizieren oder Lieferungen umzuleiten.

Shereen Zarkani teilt das Feedback eines Kunden: „Einer unserer Partner, ein Bananenproduzent, berichtete, dass bislang jeder Container unangenehme Überraschungen bereithalten konnte. Nun können wir auf diese Überraschungen vorab reagieren und somit Nahrungsmittelverschwendung und finanzielle Risiken senken.“ „Ob Besitzer der Waren, Spediteure oder Hafenbetreiber – jeder in der Kühlkette kann von Remote Container Management profitieren“, fasst Catja Rasmussen zusammen. „Es geht darum, die richtigen Synergien zu finden. Kühltransport ist eine gemeinsame Anstrengung. Am Ende möchten wir alle dasselbe: Fracht vom Produzenten zum Konsumenten bringen, und das schnell, günstig und verantwortungsbewusst.“

Letzte Änderung am Montag, 23 Januar 2017 09:50
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